Die Bären im Blick - Splitter zum Finale

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Fängt ja gut an! Gleich zum ersten Splitter muss ich Abbitte leisten. Zum Artikel "Routine schlägt Talent!" erhielt ich folgende Mail von Herrn H.: 

"Hallo,dieses Wortspiel scheint nicht richtig zu sein, da der Altersdurchschnitt der Wolfsburger bei 28,7 liegt und der der Eisbären bei 26,5. (offizielle Kaderlisteder DEL). Zieht man die  jungen Spieler ab, die kaum zum Einsatz kamen, liegt der Schnitt bei Wolfsburg bei 29,17 und bei den Eisbären bei 27,29. Also scheint doch eher das Talent, die Routine zu schlagen. Oder Talent und Routine schlägt Wolfsburg, wenn man auf die Anzahl der Titel schaut. Dies sollte im Artikel richtig gestellt werden."

Schreibt mir eure Meinung dazu. Sind vielleicht die jungen Eisbären routiniert, oder die älteren Wolfsburger talentierter? Nutzt dazu einfach unten die Facebook-Kommentar-Funktion. Ich freue mich auf eure Postings!

Gute Idee, aber:

 So war das sicher nicht geplant, in der Stadt, in der die Eishockey-Leidenschaft neu erwacht ist. Ohrenbetäubend: Über 100 Dezibel wurden gemessen, als die Stimmung in der Wolfsburger Eisarena in Zahlen dargestellt werden sollte. (Im Vergleich: genauso Laut ist eine Kettensäge mit einem Meter Abstand!) Leidenschaft, die nicht nur die Dauer eines Spiels anhalten sollte, sondern auch darüber hinaus. Jedenfalls dachte sich dies wohl die Marketingabteilung der Grizzly Adams und verteilte kostenlos hunderte von Autofähnchen. Eben solche, die man in Schwarz-Rot-Gold-Form zumeist zu Zeiten von großen internationalen Fussball-Veranstaltungen an Fahrzeugen sieht.

Also was könnte besser in die Autostadt Wolfsburg passen, als eben solche Fahnen zu verteilen um jenen Effekt, der in der Eisarena herrschte, auch in die Stadt zu tragen. Eine prima Idee, die sich aber wohl leider nicht in der Form umsetzen lässt. Nach dem 3:2-Treffer von Finalgegener Berlin, spätestens aber nach dem 4:2 kurz vor Spielschluss fanden viele dieser Fähnchen nur noch den Weg auf den Boden der Tribünen, umrahmt von abgenutzten Klatschpappen und ausgekipptem Bier – Schade! Hockeyweb konnte aber eine Autofahne vor der Müllabfuhr retten und wird dieser einen Ehrenplatz in der Redaktion zukommen lassen.

Vollkommen ungewohnt, aber bei weitem besser!

Sieht jedenfalls André Rankel so. Dass ist natürlich selten, dass die Eisbären-Spieler nach einem Play-off-Auswärtspiel unmittelbar die Heimreise antreten. Aber da Wolfsburg nur knapp über 200 Kilometer von Berlin entfernt ist, bietet sich dies natürlich an. Ideal für Rankel, der nach Spielen sowieso immer nicht einschlafen kann. „Ich liege nach Spielen meist immer noch bis 2 oder 3 Uhr im Hotelzimmer wach. Da ist es natürlich ideal, dass man diese Zeit nun mit der Heimreise überbrücken kann. „Ich war um halb drei zu Hause und konnte dann wunderbar schlafen!“, so der Doppel-Torschütze des gestrigen Tages.

Im übrigen traten sie die Heimreise ohne Chefcoach Don Jackson an. Der fuhr mit dem Auto schon einmal vor um schneller mit der Analyse beginnen zu können. Ziel am Sonntag ist natürlich, zu gewinnen. Dazu wünscht sich Jackson ein Powerplay-Tor sowie ein weiter so aggressives Verhalten in Unterzahl.

Multifunktionär!

So ein Medienaufkommen erleben die Grizzly Adams selten. Nicht nur die regionale Presse aus Wolfsburg ist momentan zugegen, auch aus Berlin reisen nun viele Kollegen an. Dies offenbart für den recht kleinen, aber funktionellen Presseraum unter dem Hallendach natürlich ein Platzproblem. Da kann es passieren, dass der eine oder andere Journalist, der etwas später zur Pressekonferenz kommt, schon einmal ausgesperrt wird. Aber nicht von dem vor dem Raum positionierten Ordner, sondern Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf hielt die Tür zu. Zum Glück wurde die Pressekonferenz auf der Videowand übertragen und den Fragen konnte auch kein Trainer entkommen - spätestens beim Verlassen des Presse-Raums. Denn dann hatte man die „Pole-Position“!