Die Adler Mannheim trauern um Werner LorenzVereinsikone starb mit 83 Jahren

Die Adler Mannheim ehrten Werner Lorenz am 23. November 2012. Seine Rückennummer 2 wird seither in Mannheim nicht mehr vergeben.  (Foto: AS Sportfoto / Sörli Binder / Adler Mannheim)Die Adler Mannheim ehrten Werner Lorenz am 23. November 2012. Seine Rückennummer 2 wird seither in Mannheim nicht mehr vergeben. (Foto: AS Sportfoto / Sörli Binder / Adler Mannheim)
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Werner Lorenz, geboren am 5. Januar 1937 in Ludwigshafen, hatte das harte Leben im Krieg und vor allem auch danach voll mitbekommen. Diese Zeit hat ihn vermutlich stark geprägt und doch war es irgendwie verrückt, dass er in diesen schweren Zeiten den Weg zum Eissport fand. „Patschek“, wie er später liebevoll genannt wurde, bestritt 1952, mit gerade einmal 15 Jahren, sein erstes Herrenspiel mit seinem Mannheimer ERC, damals Zweitligist, gegen eine Universitätsmannschaft von Oxford/Cambridge und bereits damals zeigte er sein begnadetes Talent. Stammspieler wurde er nur zwei Jahre später und er hält bis heute einen besonderen Rekord. Am 30. Januar 1954 erzielte er sein erstes Punktspieltor und er war damals, und bis heute, mit 17 Jahren und 25 Tagen der jüngste Torschütze im Mannheimer Eishockey.

Weitere 76 Tore in über 750 Spielen sollten folgen. Seine torreichste Saison war die Spielzeit 1957/58, die auch heute noch in den Mannheimer Geschichtsbüchern steht, denn in der damaligen Gruppe West holte sich der Außenseiter aus Mannheim mit 18:2 Punkten die Vorrundenmeisterschaft vor dem Krefelder EV. Im Süden hatte der SC Riessersee mit 20:0 Punkten die Nase vorn, aber am Ende gewann der EV Füssen die deutsche Meisterschaft, der Mannheimer ERC kam auf Platz vier.

Werner Lorenz, galt als knallharter Verteidiger, wurde in einem Atemzug mit Paul Ambros genannt und die Medien nannten ihn den „Kleiderschrank mit dem raschen Antritt“. Lorenz schrieb auch Geschichte, als er sich in der Saison 1958/59 mit dem Füssener Schiedsrichter Klopfer physisch anlegte und daraufhin vom DEB für zwei Jahre (!) gesperrt wurde. Für Lorenz jedoch kein Problem. 1960/61 war er wieder für seinen MERC dabei und das noch volle zehn Jahre bis zum traurigen Abschied in der Spielzeit 1970/71, als die Mannheimer mit elf Punkten Rückstand auf Bad Nauheim für sieben Jahre der Bundesliga ade sagten.

Nach seiner aktiven Karriere war Werner Lorenz weiterhin in allen Bereichen dem MERC verbunden, arbeitete mehrere Jahre als Nachwuchstrainer und übernahm 2003 sogar den Posten als erster Vorsitzender des Mannheimer ERC. Von Lutz Pauels, dem Präsidenten des badischen Eissportverbandes erhielt er, mehr als verdient, die silberne Ehrennadel. Am 23. November 2012 wurde im Rahmen der „Banner Night“ sein Trikot mit der Nummer 2 unter das Hallendach der SAP-Arena gezogen. Dazu Werner Lorenz: „Mir wurde das Herz schwer.“ Adler-Geschäftsführer Matthias Binder: „Werner war ein sehr bescheidener Mensch, der viel für unseren Verein geleistet hat. Nicht umsonst wird seine Rückennummer aufgrund seiner Verdienste nicht mehr vergeben.“


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