„Die 63 hat nicht jeder, das gefällt mir“Der junge Verteidiger Maximilian Faber im Interview

Maximilian Faber im Trikot der Kölner Haie. (Foto: Imago)Maximilian Faber im Trikot der Kölner Haie. (Foto: Imago)
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Maximilian Faber ist derzeit Spieler der Kölner Haie. Gleichzeitig verfügt der 22 Jahre junge Verteidiger über eine Förderlizenz für die Heilbronner Falken (DEL2). Wir fragten nach, wie er sich in Köln fühlt, wie es sich mit der Kooperation und Förderlizenz junger Spieler verhält und wie er die Unterschiede der Ligen als aktiver Spieler sieht.

Sie spielen für die Kölner Haie und mit Förderlizenz für die Heilbronner Falken. Wie kamen Sie zu den Haien?

„In der DEL zu spielen, war schon immer mein Ziel. Als mich im Sommer dann Franz Fritzmeier anrief und sagte, dass sie in Köln noch einen achten Verteidiger gebrauchen könnten, zögerte ich nicht lange und sagte zu.“

Halten Sie den vor der Saison für möglich gehaltenen Titel in Köln noch für erreichbar und wie wahrscheinlich ist der Klassenerhalt für Heilbronn?

„Vorrangig geht es in Köln momentan um den Einzug in die Play-offs. Danach weiß man nie, was passiert, und alles ist möglich. Wir haben einen starken Kader, wenn jeder seine Leistung bringt und das Team zusammenspielt, dann kann dem nichts im Wege stehen. Auch in Heilbronn läuft es im Moment gut, für unsere Situation, wir haben mal wieder auf heimischem Eis gepunktet. Durch den Trainerwechsel spielen wir strukturierter und defensiv stabiler. In den Play-downs geht es über den Willen, mithalten können wir!“

Sie spielen mit einigen erfahrenen Spielern zusammen, die schon in der NHL aufgelaufen sind. Wie ist die Förderung von jungen Spielern in Köln? Partizipieren Sie von deren Erfahrung?

„Ich schaue viel darauf, was Spieler wie z.B. Alexander Sulzer machen und achte auf die Kleinigkeiten, sowohl auf dem Eis, als auch abseits im Kraftraum. Man lernt wirklich viel, und wenn ich mal Fragen habe, bekomme ich immer eine hilfreiche Antwort. Man hat das Gefühl, die erfahrenen Spieler wollen uns Jungen helfen. Bei meinen letzten Spielen für die Haie, hat mir Sulzi (Alexander Sulzer) auch immer ein Feedback nach dem Spiel gegeben. Das fördert einen enorm.“

Was ist für Sie und Ihre Entwicklung wichtiger, mehr Eiszeit zu bekommen und wie in Heilbronn einer der Leistungsträger zu sein oder in der ersten Liga höherklassiger, aber weniger zu spielen?

„Klar spielt man lieber in der DEL, aber derzeit bin ich total zufrieden mit meiner Situation. Ich habe 16 Spiele für die Haie absolviert und auch gut Eiszeit bekommen, pro Spiel 10 bis 15 Minuten. Da erwarte ich gar nicht, in Unterzahl- oder Überzahlsituationen auf dem Eis zu stehen. Wenn ich dann in der DEL2 in Heilbronn bin, spiele ich natürlich öfter und übernehme sehr gerne mehr Verantwortung.“

Wo sehen Sie als Spieler den Unterschied zwischen DEL und DEL2?

„In der DEL wird viel schneller und härter gespielt. Jeder Fehler wird sofort bestraft. Man muss nach seinem System spielen und darf von diesem nicht abweichen. In der DEL2 hat man mehr Zeit und kann mit dem Puck länger laufen. Zudem kann ein Spiel durch einen einzelnen Spieler entschieden werden. Im Gegensatz dazu ist es in der DEL wichtig, eine ausgeglichene Mannschaft zu haben.“

Wie sehen Sie die Förderlizenzregelung?

„Sehr positiv. Uns jungen Spielern wird die Möglichkeit gegeben, in der DEL2 zu spielen und Erfahrungen zu sammeln. Das hängt viel von der Kooperation und der Kommunikation zwischen den beiden Vereinen und den jeweiligen Trainern ab. Hier klappt das einwandfrei. Jetzt da ich etwas länger in Heilbronn bleibe, ist mir zusammen mit Hannibal Weizmann direkt eine Wohnung zur Verfügung gestellt worden. Sonst bin ich immer von Sonntagabend bis Donnerstag in Köln zum Training gewesen und nur für die Spiele nach Heilbronn gefahren.“

Wo macht Ihnen das Spielen mehr Spaß, in einer Arena wie in Köln oder in einer Eishalle wie in Heilbronn?

„Das hängt immer von der Atmosphäre ab, sicher ist die Lanxess Arena groß, aber in einer kleinen Halle ist man immer mitten im Geschehen. Die Fans sind näher an der Eisfläche und hautnah dabei. Gerade wenn Köln in Iserlohn spielt, ist die Stimmung in der etwas kleineren Eishalle besser und es macht mehr Spaß.“

Wieso tragen Sie die Rückennummer 63, hat diese eine besondere Bedeutung für Sie?

„Das ist das Geburtsjahr von meinem Papa. In Berlin im Nachwuchs hatte ich erst die 17, dann wurde die 63 frei und da habe ich ihn damit überrascht. Seitdem habe ich die gleiche Rückennummer. Die 63 hat nicht jeder, das gefällt mir.“

Beide Clubs, für die Sie im Moment spielen, sind derzeit von der sportlichen Situation her in einer schwierigen Lage und unter Druck. Dennoch wirken Sie auf dem Eis unbelastet und spielen frei auf. Wie gehen Sie damit um, dass der Druck in Köln für die Play-offs wächst und es in Heilbronn um den Klassenerhalt geht?

„Ich bin eigentlich ein eher gelassener Mensch. Jeder weiß um die Situation, sowohl in Köln, als auch Heilbronn. Wenn man seinen Job allerdings macht, wird man am Ende belohnt. Zudem wollte ich meine Chance natürlich nutzen und mich beweisen. Am besten klappt es bei mir, wenn ich nicht groß drüber nachdenke und einfach mein Spiel mache. Die erste Entscheidung ist meist die richtige.“

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