Deron Quint: „Müssen versuchen, die Serie in Düsseldorf zu beenden“

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Es war ein Aufschrei der Erlösung, der den Kehlen der Eisbärenfans nach Deron Quints Überzahltreffer zum 4:3 in der 14. Spielminute der Verlängerung entfuhr. Hart hatten beide Mannschaften bis dahin um den Sieg gefightet. Den verdienten Lohn fuhr letztlich jene ein, die mehr investierte, um Tore zu erzielen. Die offizielle Statistik weist ein Schussverhältnis von immerhin 51:23 zugunsten der Hauptstädter aus. „Diesen Sieg haben wir gebraucht, wir wollten auf keinem Fall mit einem Rückstand nach Düsseldorf fahren“, erklärte Siegtorschütze Quint (Foto by City-Press) glücklich.

Rannte das Team von Eisbären-Coach Don Jackson vehement gegen das von Jamie Storr gehütete DEG-Tor an, waren die Gäste aus Düsseldorf eher auf Konter aus. Und damit blieben sie bis zum Schluss auch brandgefährlich, hatten den Siegtreffer mehrfach selbst auf der Kelle. Für den zweiten Sieg der Eisbären in dieser Halbfinalserie machte DEG-Coach Lance Nethery vor allem die Special Teams als Ursache aus: „Das war heute der große Unterschied. Die Eisbären machten zwei Tore im Powerplay und eins in Unterzahl, während wir nichts hinbekamen.“ Insbesondere im ersten Abschnitt, als die Rheinländer reichlich Gelegenheit hatten, mit einem, zeitweise sogar mit zwei Mann mehr auf dem Eis zu agieren, stellten sich die Hausherren ausgenommen geschickt bei der Verteidigung des eigenen Tores an. Statt des Ausgleichs setzte es durch Denis Pedersons Shorthander die 2:0-Führung für die Eisbären.

Individuelle Fehler der Berliner brachten die Metro Stars jedoch nach zwischenzeitlichem erneutem Zweitore-Rückstand wieder auf Augenhöhe. „Es sind sehr enge Partien“, schätzte Berlins Nationalstürmer Sven Felski nach dem Spiel ein, „beide Mannschaften sind nah beieinander. Fehler werden da gnadenlos ausgenutzt.“ Deron Quint sah es genauso: „Wir haben sie selbst zurückkommen lassen. Zum Glück hat Rob Zepp gerade am Ende gut gehalten, sonst hätten wir es auch verlieren können.“ Der vom Kollegen so Gelobte sagte: „Düsseldorf hat aus  Kontern Kapital geschlagen, wo wir nicht schnell genug zurückkamen. Am Ende ging es aber doch gut für uns aus. Wir haben hart gearbeitet und uns so den Sieg verdient.“

Eisbären-Coach Don Jackson resümierte: „Düsseldorf hat heute so gespielt, wie wir es von Anfang an erwartet haben. Fehler darf man sich da nicht leisten. Deshalb war ich schon ziemlich sauer nach dem dritten Gegentor und brauchte eine Weile, das zu verdauen. Jetzt bin ich froh, dass wir vorne liegen. Respekt ist nach wie vor wichtig, Düsseldorf ist eine starke Mannschaft.“

Mit Blick auf Spiel 4 geben sich die Berliner freilich kampfeslustig, von abwartender Spielweise will keiner was wissen. Sven Felski sagt: „Wir haben den Ball rüber gespielt. Am Dienstag sind die dran. Wir werden diesmal aber von Anfang an hellwach sein und uns bestimmt nicht hinten rein stellen. Wir müssen weiter unsere läuferischen Vorteile nutzen.“ Goalie Rob Zepp: „Auch wenn ich die DEG in ihrer Halle wieder sehr aggressiv erwarte, müssen wir uns an unseren Plan halten. Dann ist auch die Siegchance da.“ Deron Quint stellt es überspitzt dar: „Wir müssen einen Killerinstinkt entwickeln, sie nicht noch einmal zurückkommen zu lassen. In Düsseldorf müssen wir versuchen die Serie zu beenden.“

Abgewartet muss allerdings werden, ob die Eisbären im ISS Dome mit dem bestmöglichen Aufgebot antreten können. Constantin Braun, vom Berliner Kurier bereits mit dem Titel „Allzweck-Bär“ geadelt, kehrte noch während Spiel 3 aus der Defensiv- zu seinem ursprünglichen Job in der Abteilung Attacke zurück. Mark Beaufait blieb nach kurzer Versorgung auf der Bank später dann doch in der Kabine. Wie gewohnt, gibt es in den Play-off keine genaueren Definitionen etwaiger Verletzungen. So heißt es von offizieller Seite auch in Beaufaits Fall nur lapidar: „Oberkörper“. Ausfälle erfolgreich zu kompensieren, gehört bei den Eisbären in dieser Saison indes schon fast zur Routine. – Alles andere als Routine hingegen dürfte sein, den Druck gewinnen zu müssen auszuhalten. Und der liegt am Dienstagabend ganz klar bei den DEG Metro Stars. (mac/ovk)