Derbykrimi in StraubingTigers schlagen den Meister

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Bei den Hausherren musste einiges an der Aufstellung gebastelt werden. Matt Climie fehlte krankheitsbedingt, Colton Jobke und Sandro Schönberger sind verletzt. Ins Team rückte somit Scott Timmins, der im Schlussabschnitt noch eine wichtige Rolle spielen sollte. Von draußen zuzusehen, ist für ihn aber so hart, wie für jeden anderen. Er erinnert sich: „Das ist echt zum Kotzen. Aber ich verstehe die Situation. Wir sind zu viele Imports und einen erwischt es immer. Die anderen haben es gut gemacht, aber heute hatte ich meine Chance. Ich hoffe, ich bin die nächsten Spiele auch dabei.“

Ohne lange Anlaufphase starteten beide Teams in die Partie, sodass sich in der ersten Minute sowohl David Leggio als auch Dimitri Pätzold auszeichnen konnten. Nach dem Spiel gab es für beide von vielen Seiten Lob. So meint auch Münchens Jerome Flaake begeistert: „Auf beiden Seiten so viele Chancen und die haben super, super Saves gemacht. Wahnsinn.“ Das muntere Spiel war recht ausgeglichen bis auf die jeweiligen Überzahlspiele. Pätzold meint: „Gute Unter- und Überzahlspiele helfen immer.“ München konnte kein Kapital daraus schlagen, doch die Hausherren nutzen diese Gelegenheit. Erst zogen sie die Gästeverteidigung schön auseinander und dann brachten sie Mike Hedden in Stellung.

Im Mittelabschnitt des Derbys ging es phasenweise hoch her. Erneut konnten beide Goalies ihre Klasse unter Beweis stellen, doch diesmal war es Pätzold der hinter sich greifen musste. Dabei hatten die Hausherren Sekunden zuvor die dicke Chance auf den zweiten Treffer. Doch wie es eben manchmal so ist, plötzlich trifft Keith Aucoin zum Ausgleich. Hektik kam auf, da die Gäste immer wieder hart hinter der Scheibe in Richtung Pätzold stocherten. Zudem hatten die Oberbayern einiges Glück bei der Strafenverteilung, so zumindest die Reaktion der Fans zu werten. Unschön vor allem ein Schlagschuss der Gäste, nachdem die Partie unterbrochen war.

Im Schlussabschnitt waren noch nicht alle wieder auf ihren Plätzen und schon gingen die Gäste in Führung. Jason Jaffray brachte die roten Bullen nach vorne. Doch die Tigers spielten ein gutes Überzahlspiel und konnten durch Scott Timmins zurückschlagen. Der Torschütze ist über den Treffer sichtbar glücklich: „Das war schon ziemlich cool, dabei habe ich es gar nicht gesehen. Ich hatte den Kopf unten und habe so hart geschossen, wie ich kann. Es war natürlich etwas Glück, aber es war ein wichtiges Tor in einem tollen Spiel.“ Das war aber vielleicht der Schlüssel im Derby. Konrad Abeltshauser sagt: „Die Straubinger haben die Chancen gut genutzt und sie haben ein besseres Powerplay gespielt.“ München war nun aber drauf und dran, das Spiel einzutüten. Ein Konter und Austin Madaisky brachte das Stadion zurück. Im Pulverturm war es wieder laut und das ganze Stadion stand. Abeltshauser sagt dazu: „Die Stimmung war super. Es ist immer ein Hexenkessel in Straubing. Für die Zuschauer war es ein super Spiel.“ Kurz vor dem Ende reduzierte Matt Smaby sein Team, doch die Partie musste in die Verlängerung.

In dieser hatte Straubing einen guten Start. Larry Mitchell erinnert sich: „Am Anfang der Verlängerung hatten wir sieben Torschüsse.“ Doch auch Gäste hätten das Spiel beenden können. Der Siegtreffer in der dramatischen Partie, blieb Steven Zalewski vorbehalten. Die Vorlage kam von Pätzold. Der Goalie meint: „Es war ein Super-Spiel und super, es am Ende zu gewinnen.“

Pätzold selbst sah sich selbst gar nicht als einen so sehr entscheidenden Spieler, denn er meinte: „Ich war gar nicht mal so viel im Blickpunkt und war da, wenn ich gebraucht wurde.“ Da könnte man fast meinen, dass er die Gäste heute nicht so stark gesehen hat. „Das ist immer die Frage. Waren wir so stark oder die unter ihren Verhältnissen. Das ist immer schwer zu sagen, aber ich sage natürlich, dass wir so stark waren“, meint er lachend. Konrad Abeltshauser zieht heute den Hut: „Man muss das respektieren. Das war eine Super-Leistung der Straubinger, dass sich die nach dem 2:1 nicht aufgegeben haben. Wir haben sie durch ein paar blöde Strafen wieder ins Spiel kommen lassen.“ Mitchell weiß: „Wir wissen, wie wichtig jeder Punkt in dieser ausgeglichenen Liga ist.“ Münchens Coach Don Jackson sagte nach der Partie: „Das Spiel war unglaublich eng. Beide Mannschaften waren hart und sehr gut in den Zweikämpfen.“

Tore: 1:0 (14.PP) Mike Hedden (Tommy Brandl, Adam Mitchell), 1:1 (27.) Keith Aucoin (Michael Wolf, Jason Jaffray), 1:2 (42.) Jason Jaffray (Konrad Abeltshauser), 2:2 (50.PP) Scott Timmins (Derek Whitmore, Dylan Yeo), 3:2 (65.) Steven Zalewski (Dimitri Pätzold).

Schiedsrichter: Christian Oswald, Willi Schimm; Linienrichter: Lukas Kohlmüller, Pascal Kretschmer.

Strafen: Straubing 12, München 12.

Zuschauer: 4329.