Derby mit Hindernissen: Ingolstadt muss Tabellenführung an Nürnberg abgeben

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Es ging schon schlecht los, das mit Spannung erwartete Spitzenderby der DEL zwischen den Ingolstädter Panthern und den Nürnberg Ice Tigers: Statt der Spieler bearbeitete der Eismeister um 18.30 Uhr die Eisfläche, um die Spuren einer tags zuvor stattgefundenen Kunstlaufveranstaltung einigermaßen zu beseitigen. Dies gelang so halbwegs, sodass das Spiel mit einer halbstündigen Verspätung beginnen konnte. Bereits nach drei Minuten stocherte Tomas Martinec in Überzahl die Scheibe zum 1:0 ins Netz. Danach passierte nicht mehr allzu viel, schließlich hatten die Spieler beider Seiten immer noch mit den schlechten Eisverhältnissen zu kämpfen.



Im zweiten Drittel wurde die Eisqualität dann merklich besser. Sean Tallaire, im Vorjahr noch im Dress der Ingolstädter, schloss eine erneute Überzahl in der 27. Minute mit dem 2:0 für Nürnberg ab. Kurz darauf die nächste Unterbrechung: Schiedsrichter Rademaker zog sich eine Knieverletzung zu und musste 20 Minuten behandelt werden. Schwer gehandicapt konnte er zwar das Drittel bis zum Ende leiten, musste dann allerdings im letzten Drittel in der Kabine bleiben.



Kaum hatten die beiden Linienrichter den letzten Abschnitt angepfiffen, schlug es schon wieder im Kasten der Panther ein: Brad Tapper erzielte das 3:0. Zwar konnte Chris Armstrong kurz darauf nochmals verkürzen, doch alle weiteren Bemühungen der Gastgeber (Martin Jiranek scheiterte u.a. mit einem Penalty) waren erfolglos. Im Gegenteil: Yan Stastny setzte, sehr zur Freude der Nürnberger Fans, erneut in Überzahl noch einen drauf und erzielte den 4:1 Endstand. Damit lösten die Ice Tigers die Panther an der Tabellenspitze der DEL ab. Die Freude darüber wurde kurz vor Schluss allerdings durch eine 5 Minuten plus Spieldauerstrafe für Tomas Martinec getrübt, die er für einen Crosscheck erhalten hatte. Insgesamt dauerte das Spiel immerhin dreieinviertel Stunden, was wohl neuer DEL-Rekord sein dürfte.



Nürnbergs Trainer Greg Poss war mit dem Sieg natürlich sehr zufrieden:“ Wir haben vor dem Spiel gewusst, dass wir eine kämpferisch starke Leistung bringen müssen. Das ist uns auch gelungen, so dass der Sieg verdient ist.“



Panther-Trainer Ron Kennedy gratulierte Nürnberg zum Sieg und lobte vor allem deren effizientes Überzahlspiel: „Wir haben gewusst, dass das Powerplay der Ice Tigers sehr gut ist. Schon gegen Krefeld haben sie sechs der acht Tore in Überzahl geschossen.“ Überhaupt nicht zufrieden war er mit der Leistung des Unparteiischen: „Der Schiedsrichter hat zuviel Einfluss auf das Spiel genommen. Wir waren bis jetzt die fairste Mannschaft der DEL, und jetzt mussten wir zweimal drei gegen fünf spielen.“



Viel Zeit bleibt den Ingolstädtern nicht, ihre Wunden zu lecken. Bereits am Dienstag um 19.30 steht das nächste Spiel gegen Krefeld an. Dabei müssen die Panther sicher auf Niki Mondt (Innenband-Teilabriss) und Doug Ast (Leistenzerrung) verzichten. Und auch der Einsatz von NHL-Star Andy McDonald ist wegen einer Grippe fraglich. (an)

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