Der Wischmopp schaut um die EckeMannheim - Ingolstadt 4:3

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Es ist ein Gerücht, dass ein solches, sonst im Haushalt eingesetztes Gerät und in Eishockey Play-off Zeiten Synonym für einen „Sweep“(Sieg in einer Finalserie ohne verlorenes Spiel), nach dem Spiel im Kabinengang der Panther stand. Drohen tut ihnen ein solcher Halbfinalausgang allemal. Nach der Niederlage vom Gründonnerstag, verloren sie ebenso, wenn auch knapp, ihr zweites Spiel am Ostersamstag. Damit haben die Adler aus Mannheim Ostermontag die Chance, mit einem weiteren Sieg die Serie für sich zu entscheiden und ins Finale vorzustoßen, soviel zur Theorie.

Knapp ging es her in diesem Spiel. Ingolstadt, zum gewinnen verdammt, begann die Partie entsprechend druckvoll, wobei der Dampf vor dem Adler Tor zu oft zu schnell verpuffte. Grund war, die Adler machten in puncto Verteidigungsleistung da weiter, wo sie in Ingolstadt aufgehört, sie besetzten und hielten ihre Positionen im eigenen Drittel, verhinderten damit, dass die Panther in die Slotzone vordringen konnten, den Rest erledigte Freddy Brathwaite im Tor der Adler. Das Umschalten von Angriff auf Verteidigung war im ersten Drittel auch nicht die Parade-Disziplin der Ingolstädter, so konnte Adler Verteidiger Shawn Belle während eines Adler Angriffs dreimal innerhalb einer Situation schießen, zweimal parierte Panther Goalie Ian Gordon, dann war auch er geschlagen. Unbeeindruckt setzten die Ingolstädter ihre Angriffe fort, ohne aber zu zwingenden Chancen zu kommen. In der 14. Minute handelte sich Panther Tyler Bouck eine Strafe ein, diese Chance ließ sich die zum richtigen Zeitpunkt wieder funktionierende Überzahlformation um Adler Yanick Lehoux nicht entgehen. Das Power-Play so aufgezogen, dass der gestaltende Spieler der Adler immer zwei Optionen für einen Pass hat( blaue Linie und Halbfeld), öffnete die Box der Panther, ein Pass erreichte Christoph Ullmann – 2:0 für die Adler vier Minuten vor Ende des zweiten Drittels. Dieses Tor und damit ein zwei Tore Rückstand bei einer Schlussbilanz von 11:14 Schüssen für Ingolstadt bedeutete das Momentum für die Adler. Trotz eines schnellen Tores nur 24 Sekunden nach Anfang des zweiten Drittels für Ingolstadt durch Ex Adler Rick Girard fanden die Panther erst mal nicht ins Spiel. Zu ungeduldig im Spielaufbau, verzettelten sich die Ingolstädter oft durch Einzelaktionen, hinzu kamen unnötige Strafzeiten, die die Adler, die das Spiel mittlerweile im Griff hatten, in der zwölften und fünfzehnten Minute mit zwei Toren in Überzahl(Craig MacDonald, Christoph Ullmann) bestraften. Diese Führung war wohl zu beruhigend für die Adler, deren Intensität und Laufbereitschaft im Spiel etwas nach ließ, so konnte Belle ein Break der Ingolstädter nur unfair stoppen, das folgende Überzahlspiel nutzte Derek Hahn und versenkte die Scheibe in Baseball Manier. Anerkannt wurde das Tor erst nach Video-Studium durch die Schiedsrichter, die im ersten Moment unberechtigt auf hohen Stock entschieden hatten, sich aber nach vehementen Protesten zum Überprüfen entschieden.

Das Highlight dieser Proteste bot Rich Chernomaz. Unzufrieden über die seiner Meinung nach inkonsequente Linie der Unparteiischen zu Ungunsten seiner Mannschaft, warf er, vor der Entscheidung der Schiedsrichter sich die Szene im TV anzuschauen, als Unterstützung der Proteste zwei Wasserflaschen aufs Eis, aktives Coaching der anderen Art.

Diese Aktion war jedoch auch irgendwie der Startschuss für seine Mannschaft. Es spielten nur noch die Panther. Die Adler hielten sich im letzten Drittel fast durchgängig im eigenen Drittel auf, Entlastungsangriffe Mangelware, das Schussverhältnis von 4:19 spricht eine deutliche Sprache. Belohnt wurde dieser Sturmlauf aber nur noch mit dem 4:3 in der achten Minute, wiederum durch Rick Girard. Die Panther ließen zu viele Chancen liegen, unter anderem eine doppelte Überzahl von fast einer Minute. Die Adler verteidigten mit dem Mut der Verzweiflung, wo das nicht mehr half, hielt Freddy Brathwaite den Adler Sieg fest, einmal mehr zeigte er eine Weltklasse Leistung.

Die Panther werden, wenn sie an die Leistung im letzten Drittel anknüpfen, sich berechtigte Hoffnungen machen, passend zum Osterfest, wieder zurückzukommen in dieser Serie.

Die Adler werden bemüht sein, solche 20 Minuten nicht wieder zu erleben – für Spannung ist garantiert.


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