Der Spieler tritt ab – Der "Bürgermeister von Hohenschönhausen" bleibt im Amt Sven Felski

Sven Felski - Foto: STOCK4pressSven Felski - Foto: STOCK4press
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„Ganz ehrlich, jetzt geht es mir besser“, gestand Sven Felski eine Weile nachdem er vor der zahlreich erschienenen Presse seinen Abschied verkündet hatte, „jetzt ist es endlich raus“. Gut vierzehn Tage kannte Felski die Expertise der Ärzte, die ihm den nun vollzogenen Schritt ans Herz gelegt hatten. „Es hat etwas gedauert, diese Entscheidung zu treffen. Man tut sich schwer und hofft. Aber irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, sich durchzuringen und diese Entscheidung zu treffen“, blickte der ehemalige Nationalstürmer auf die letzten Tage zurück. Was Felski, der am 18. November seinen 38. Geburtstag feiert, auf keinen Fall wollte, „dass es so läuft wie bei Pederson. Pede hat ewig probiert, gemacht und getan und letztlich hat es doch nicht geklappt. Jetzt weiß der Trainer und auch der Manager Bescheid“.

Billy Flynn, Geschäftsführer der Eisbären, schaute auf bewegte Zeiten zurück: „Im September 1994 war ich Trainer bei den Preussen und als ich Felle getroffen habe, sagte ich zu ihm: Felle, dein Club müssen die Preussen sein. Im November 1994 war ich Sportdirektor bei den Eisbären. Dann habe ich gesagt, Felle natürlich musst du hier bleiben, dein Club sind die Eisbären. Ich bin sehr sehr froh, dass er nur beim zweiten Mal zugehört hat. Felle war immer ein Vorbild als Spieler und als Mensch. Er hat immer den jungen Spielern gezeigt, wie man gewinnt und kämpft. Ich glaube, kein Spieler hat mehr für seinen Club und seine Stadt getan. Wir bedanken uns bei Felle für 1000 Spiele, sechs Meisterschaften und zwanzig Jahre Loyalität gegenüber den Eisbären.“

Felskis bisherigen Kollegen standen zum selben Zeitpunkt noch mit Chefcoach Don Jackson bei einer Trainingseinheit auf dem Eis. „Mit ein paar von den Jungs habe ich schon darüber gesprochen. Wenn wir hier fertig sind, fahre ich zum Welli und werde es in der Kabine der versammelten Truppe mitteilen“, erzählte der Ur-Berliner. Als Frank Hördler, Felskis Zimmergenosse in den letzten Jahren auf Auswärtstour, vom Eis kam, sagte er: „Es ist nicht so einfach und vor allem bitter, dass seine Karriere durch so eine Verletzung enden muss. Ich wünsche íhm alles Gute für alles, was jetzt kommt!“ Torsteher Sebastian Elwing, wie Sven Felski Ur-Berliner meinte: „Wirklich schade! Ich hätte mir nach meiner Rückkehr nach Berlin gewünscht, wenigstens noch ein Jahr mit Svenne zusammen zu spielen. Wenn das mit der Verletzung nicht gewesen wäre, hätte er das locker hinbekommen. Aber es ist wie es ist. Zum Glück bleibt er dem Verein ja in anderer Funktion erhalten. Und das ist auch gut so“.

Eisbären-Manager Peter John Lee deutete an, dass es auch eine standesgemäße Verabschiedung Sven Felskis geben wird: „Die Nummer 11 wird es, da bin ich mir sicher, so nicht mehr geben bei den Eisbären.“ Ein Abschiedsspiel und Felskis Trikot unterm Dach der o2 World gehören zu den Themen, über welche in nächster Zeit gesprochen werden wird. „Ein Abschiedsspiel mit alten Kumpels und allem drum und dran ist etwas, was ich mir unbedingt wünsche. Vor allem um mich bei unseren Fans zu bedanken, die mich auch all die Jahre unterstützt haben. Die haben sich das genauso verdient“.

Und wie geht es weiter, abgesehen von Praktikum und Umschulung? Sven Felski sagt: „Komisch werden die Wochenenden erstmal werden, wenn man plötzlich Zeit hat und nicht unterwegs ist wie die gesamten letzten 20 Jahre. Andererseits kann ich meiner Familie jetzt ein bisschen zurückgeben, worauf sie während meiner aktiven Zeit verzichten mussten.“ Und nein, das betonte Sven Felski noch ausdrücklich, eine politische Karriere in der Hohenschönhauser Kommunalpolitik strebe er nicht an. „Bürgermeister von Hohenschönhausen“ bleibt Sven Felski weiter ehrenhalber.

Karriereende für Sven Felski - Das Fan-Abschiedsvideo


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