Der schmale GratMannheim - Nürnberg 6:3

Frank Mauer erzielte das zwischenzeitliche 5:1 für die Adler Mannheim. (Foto: Armin Rohnen - www.stock4press.de)Frank Mauer erzielte das zwischenzeitliche 5:1 für die Adler Mannheim. (Foto: Armin Rohnen - www.stock4press.de)
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Kleinigkeiten entscheiden im Moment bei den Adlern, wohin das Spielpendel ausschlägt, ob breite Brust oder Verunsicherung in allen Belangen,  Sturmlauf oder „Duck-Stellung“, beherrschende Spielgestaltung oder sich an die Wand spielen lassen. Solides Mittendrin, der Weg zwischen den Extremen wird schnell verloren, wenn eine Aktion nicht gelingt, sei es aus Frust darüber oder Ungeduld. Mangels eines Leaders der Jeff-Shantz-Klasse, der das auf dem Eis oder auf der Spielerbank händeln kann, brauchen die Adler eine Aktion, die als Initialzündung taugt, um zu zeigen, was sie können. Diesen Part übernahm diesmal Craig MacDonald, der vom Eröffnungsbully des zweiten Drittels weg alleine auf Nürnbergs Torhüter Tyler Weiman zulief und nur durch ein Foul gestoppt werden konnte. Den fälligen Penalty verschoss er zwar, für die Adler war es aber der Startpunkt, um das Spiel auszugleichen, zu drehen und innerhalb von 16 Minuten einen Vier-Tore-Vorsprung heraus zu schießen. Eigentlich nicht vorstellbar, hatte man das erste Drittel gesehen.

Die Nürnberger Ice Tigers (ohne Buzas, Kaufman, Reinprecht und Aab) traten in Mannheim gegen ebenfalls dezimierte Adler (ohne Belle, Magowan, Ullmann, M.Goc, Glumac) an und von der bisherigen Auswärtsschwäche der Nürnberger (zwei Siege aus neun Spielen) war erst mal nichts zu sehen. Die erste Chance des Spiels hatten zwar die Adler durch Yanick Lehoux, danach war Nürnberg am Drücker, Felix Brückmann in seinem zweiten Spiel in Folge im Adler Tor hatte alle Hände und Schoner voll zu tun, um einen durchaus möglichen, höheren Rückstand als das 0:1 (6.) durch Tim Schüle, assistiert durch Leih-Eisbär Daniel Weiß und Dusan Frosch zu verhindern. Die zehn für Nürnberg im ersten Drittel gezählten Schüsse hatten eine deutlich höhere Qualität als die der Adler, Nürnberg hatte die Chance hier eine Vorentscheidung herbei zu führen. Ganz anders das zweiten Drittel, nach der oben beschriebenen Spielsituation durch Craig MacDonald druckvoll auftretende Adler „überrannten“ verblüfft wirkende Ice Tigers, die sich dazu auch noch sinnfreie Strafzeiten einhandelten, Folge war, dass die Tore zum 1:1 und 2:1 durch Adam Mitchell und Florian Kettemer bei angezeigter Strafzeit gegen Nürnberg fielen. Die Adler, jetzt nicht mehr zu stoppen, legten nach, Yannick Lehoux (10.), Matthias Plachta (15.) sorgten für den Zwischenstand von 4:1 im Mittelabschnitt. Nach dem 4:1 verließ Tyler Weiman, bedient von der Abwehrarbeit seiner Vorderleute, das Tor, ersetzt von Andreas Jenike, der eine Minute später das 5:1 von Frank Mauer passieren lassen musste. Die Ice Tigers,  in diesem Zeitabschnitt völlig von der Rolle, beschlossen nun, wieder mit zu spielen und belohnten sich durch das 5:2 (19.) durch Connor James,  bei angezeigter Strafzeit gegen die Adler, ein psychologisch wichtiger Treffer kurz vor Ende des zweiten Drittels. Mit dem Willen, vielleicht hier in Mannheim doch noch etwas auszurichten, begannen die Ice Tigers den Schlussabschnitt engagiert und erarbeiteten sich einige Chancen gegen nachlassende Adler, die entweder anfingen das Ergebnis zu verwalten oder dem Kräfte Verlust durch vier Spiele innerhalb einer Woche, Tribut zollen mussten. Spätestens aber nach dem Treffer von Yan Stastny (13.) im Powerplay mobilisierten die Adler letzte Kräfte, um hier nichts mehr anbrennen zu lassen. Den Schlusspunkt setzte Marcus Kink mit dem 6:3 ins verwaiste Nürnberger Tor, die zu Gunsten eines sechsten Feldspielers Andreas Jenike aus dem Tor genommen hatten. Wichtige drei Punkte blieben damit in Mannheim, die Adler stehen damit weiterhin an der Spitze.

Genauso wichtig ist für die Adler die Erkenntnis, dass ihre durch Verletzungen dezimierte Reihen, aufgefüllt mit Nachwuchs- spielern wie Höfflin, Plachta, El Sayed (1 A), Bittner und Kettemer, funktionieren und die Vorgenannten mehr als nur Ersatz sind, egal ob als verteidigende Stürmer wie Bittner oder Kettemer (1 T) in der vierten Reihe oder Höfflin (1 A) und Plachta (1 T, 1 A) in Reihe eins.

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