Der goldene Herbst in Hannover

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Diese Konstellation dürfte im deutschen

Eishockey so ziemlich einmalig sein. In der Deutschen Eishockey Liga stehen die

Hannover Scorpions auf dem zweiten Tabellenplatz, in der Oberliga Nord nimmt der

Stadtrivale Hannover Indians erwartungsgemäß die Spitzenposition

ein. 

„Viel geholfen haben uns Oscar Ackeström

und Tore Vikingstad. Sie haben uns die Qualität gebracht und das Niveau

gehoben“, versuchte Scorpions-Trainer Hans Zach, nach dem gestrigen 5:4 Erfolg

über Frankfurt, das Erfolgsgeheimnis seines Teams zu erklären. Von den letzten

neun Spielen verloren die Mannen von der Expo-Plaza nur ein Spiel, und

erreichten nach dem 2:1 gegen Mannheim überdies auch das Pokal-Halbfinale. Dass

die beiden angesprochenen Akteure großen Anteil an der Erfolgsserie haben, ist

unbestritten. Wurde vor vier Wochen die Verpflichtung des schwedischen

Verteidigers in der Szene belächelt, so muss man den Verantwortlichen zu dieser

Verpflichtung gratulieren. Auch wurde die Verpflichtung Vikingstad´s anfangs bei

nicht wenigen Experten skeptisch zur Kenntnis genommen, so gibt auch diese

Personalie den Scorpions recht. Drei Tore und neun Torvorlagen in den letzten

zehn Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Auch scheint der Zusammenhalt in

der Mannschaft zu stimmen. Nach dem kurzfristigen Ausfall von Sascha Goc

(Magen-Darm Virus) stellte sich gestern sofort der eigentlich verletzte Kapitän

Dan Lambert zur Verfügung, und gab prompt die Vorlage zum

Siegtreffer. 

Nur wenige Kilometer den Messeschnellweg

hinauf sorgen die Hannover Indians nicht nur auf dem Eis, sondern auch abseits

des Eises für Schlagzeilen. Beim 8:2 Triumph am Freitag im Spitzenspiel gegen

die Blue Lions Leipzig meldeten die Indianer nicht nur einen ausverkauften

Pferdeturm, auch sickerte auch die Verpflichtung von Rob Hisey durch. Der

ehemalige Scorpions-Stürmer wird Jordan Cameron ersetzten, der aus familiären

Gründen zurück nach Nordamerika fliegt. So zeigte sich Indians-Coach Joe West

nach der Gala gegen die Partnerstadt fast vollends zufrieden. „Das kommt meinen

Vorstellungen schon sehr nahe“, ließ sich der ehemalige DEL-Torschützenkönig das

wohlverdiente Siegerbier schmecken.  

Für Gesprächsstoff sorgt in und um

Hannover auch die Zuschauerentwicklung bei den beiden Vereinen. Während die

Hannover Indians sich über einen Schnitt von 3300 Zuschauern pro Spiel freuen,

werden bei den Scorpions die Gesichter immer länger. Gerade einmal 3700

Zuschauer wollten die Partie gegen die Hessen gestern Nachmittag sehen. Auch im

Schnitt liegt der DEL-Ligist, mit 500 Zuschauern weniger, unter der

Vorjahreszahl. Eine logische Erklärung für dieses Phänomen hat in der

niedersächsischen Landeshauptstadt niemand. 

Jens Wilke - Foto by City-Press


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