Der ERC Ingolstadt und die Suche nach der Leichtigkeit3:4-Heimniederlage gegen Iserlohn

Luigi Caporusso sicherte mit seinem Treffer in der Verlängerung seinen Roosters den ersten Auswärtssieg. (picture alliance/nordphoto)Luigi Caporusso sicherte mit seinem Treffer in der Verlängerung seinen Roosters den ersten Auswärtssieg. (picture alliance/nordphoto)
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In ihrer Analyse nach dem Spiel waren sich ERC-Coach Doug Shedden und Verteidiger Benedikt Kohl einig: „Ein Spiel wie heute Abend hätten wir vor ein paar Wochen gewonnen, im Moment verlieren wir solche Partien.“ Doug Shedden, nach der dritten Niederlage in Folge etwas angefressen, schob nach: „Die vielen Turnovers haben uns heute das Spiel gekostet. Wir hatten heute zu viele Jungs in unseren Reihen, die meinen, sie können das ganze Team auf ihren Schultern tragen, indem die fünf Gegner auszocken. Aber wenn Du das kannst, bist Du zu gut für diese Liga, dann solltest Du woanders hingehen.“ Das dürften für einige Panther-Spieler unangenehme Trainingseinheiten werden vor dem nächsten Heimspiel am Freitag gegen Bremerhaven. Wirbelwind Tyler Kelleher, der als Neuzugang bislang sehr gute Leistungen zeigte, wird sich als einer dieser Solo-Künstler sicher deutliche Worte von Doug Shedden anhören müssen.

Die derzeitige Mini-Krise zeigt sich sehr anschaulich an Routinier Thomas Greilinger, der seine elfte Saison für die Schanzer spielt und in Kürze ERC-Legende „Jake“ Ficenec in absolvierten Spielen und erzielten Assists im Panther-Dress überholen dürfte: „Greile hatte drei Assists, aber am Ende hat uns seine Strafe in der Overtime nach einem weiteren Puckverlust an der blauen Linie der Roosters das Spiel gekostet“, sagte Shedden nach dem Spiel über den gebürtigen Deggendorfer, der den Schanzern schon einige Male den Zusatzpunkt in der Verlängerung gesichert hat. Läuft also bei ihm – im Moment aber eben nicht rund.

The trend is your friend

Es gibt jedoch gute Nachrichten: Nach einer deutlichen Pleite in Straubing, gab es eine knappe Niederlage gegen die Eisbären Berlin und nun einen Punktgewinn gegen die Roosters. Nach dem Gesetz der Serie müsste es also mindestens zwei Punkte gegen die Pinguins geben – the trend is your friend? Zudem hat die Mannschaft das Spiel über 40 Minuten dominiert und nach den beiden schnellen Treffern der Roosters im Schlussabschnitt zum Ausgleich und zur Führung innerhalb von vier Minuten ordentlich aufgedreht – in dieser kritischen Phase zeigte auch Jochen Reimer einige sehr wichtige Paraden – und dreieinhalb Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit den neuerlichen Ausgleich zum 3:3 geschafft. Auch nach diesem wichtigen Tor von Benedikt Kohl hatte das Team noch einige gute Chancen, sich den Dreier zu schnappen – ließ diese aber ebenso aus wie zu Beginn des Spiels, als die Oberbayern dominant spielten und locker drei Tore hätten schießen können.

Haben sie aber nicht, und so ging dieses Spiel nach Führung für die Roosters, Comeback der Schanzer und erneuter Gäste-Führung im Schlussabschnitt verloren. Insofern mag es den Panthern gelegen kommen, dass es bereits am Freitag weiter geht und das Lamentieren aus Zeitgründen gestrichen werden muss. Allerdings ist es auch ein schlechter Zeitpunkt, um sich ein kleines Tief zu gönnen, denn durch die vielen Spiele nach der Pause bis zum Jahreswechsel kann man ordentlich an Boden verlieren – oder eben gewinnen, wie Benedikt Kohl nach dem Spiel betonte: „Ich habe es schon vor dem Spiel gesagt, dass es in dieser Phase mit den vielen Spielen gerade für die Mannschaften, die nicht gut in die Saison gestartet sind, fast schon die letzte Chance ist, um noch etwas zu reißen.“ Wie eben die Iserlohn Roosters, deren Trainer Jamie Bartman einfach nur glücklich war: „Ich freue mich ohne Ende für die Jungs über unseren ersten Auswärtssieg.“ 

Durch die Niederlage rutscht Ingolstadt auf Platz sechs, direkt vor den Fischtown Pinguins Bremerhaven, die der ERC mit einem Sieg im direkten Duell am Freitag auf Distanz halten kann.


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