Der alljährliche Ausverkauf

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Spätestens ab November tauchen die ersten Gerüchte auf, welcher Spieler angeblich schon wo für die kommende Saison im Gespräch ist oder gar bereits unterschrieben hat. Das ist der bekannte Fluch des kleinen Etats, der es unmöglich macht, die Angebote der zahlungskräftigeren DEL-Konkurrenz entsprechend zu kontern.

Dass das einem ehrgeizigen Trainer auf Dauer kaum gefallen kann, liegt auf der Hand. Insofern kann man es Larry Mitchell nicht übel nehmen, dass er seinen Spielern nacheifert. Man zeigt beim Außenseiter Augsburg, was man drauf hat, und empfiehlt sich damit für höhere – zumindest aber höher bezahlte – Aufgaben. Die Erfolge sind unbestritten und durchaus eindrucksvoll, denn eine Vizemeisterschaft mit den Panthern muss ihm erst einmal jemand nachmachen. Egal ob es am Ende, aller (künstlichen?) Aufregung der letzten Tage zum Trotz, die Eisbären werden, das Nationalteam – warum eigentlich nicht beides? – oder doch ein außerhalb der DEL, in der Fuggerstadt sollte ihm das niemand übel nehmen. Panther-Hauptgesellschafter Lothar Sigl jedenfalls blieb zuletzt gelassen und äußerte Verständnis. Man hat Mitchell ein Angebot im Rahmen der Möglichkeiten gemacht, über das man bis Ende Januar eine Entscheidung erwartet. Es besteht durchaus noch eine gewisse Restchance, dass er in Augsburg bleibt.

Keine Hoffnungen macht man sich dagegen bei Topscorer Darin Olver, der sich dem Vernehmen nach unter mehren guten Möglichkeiten bereits für die Eisbären entschieden hat. Der Deutschkanadier, der bei den Panthern in den letzten beiden Jahren eine atemberaubende Entwicklung durchlaufen hat und derzeit die DEL-Scorer-Tabelle trotz immer noch einiger Spiele seiner Mannschaft weniger souverän anführt, hätte dort gegen seinen bisherigen Trainer vermutlich wenig einzuwenden. Ebenso willkommen wären ihm wohl auch seine Augsburger Nebenleute Barry Tallackson und Noah Clarke, mit denen er hervorragend harmoniert.

Als ebenso sicher gilt, dass Florian Kettemer nach Mannheim wechselt und es Benedikt Kohl nach Wolfsburg zieht. Beide jungen Verteidiger haben sich bei den Panthern in den engeren Kreis der Nationalmannschaftskandidaten gespielt und wollen nun den nächsten Karriereschritt wagen. Bei Torhüter Dennis Endras steht bekanntlich der Wechsel nach Nordamerika an. Selbst wenn sich dieser zerschlagen sollte, dürfte es genügend gut dotierte Alternativen für ihn geben.
Sie werden vermutlich nicht die letzten sein, bei denen sich die Gerüchte irgendwann verfestigen und dann zur Gewissheit werden, denn die Liste derer, die in Frage kommen, beinhaltet noch weitere Namen. Aber auch wenn der jährliche Ausverkauf in Augsburg immer wieder einen Neuaufbau notwendig macht, ist er anderseits auch als Kompliment zu werten. Denn alles falsch gemacht haben die Verantwortlichen in Augsburg bei der Auswahl ihrer Spieler in den letzten Jahren wohl kaum.

Doch zunächst gilt es für die Panther in dieser Saison ihre Aufholjagd fortzusetzen und die Playoffs zu erreichen. Die Verletztenliste wurde nicht kürzer, sondern hat sich nur verändert. Zwar wird Steffen Tölzer wohl morgen in Straubing wieder mit von der Partie sein, dafür fehlt Verteidiger-Kollege Justin Fletcher wegen einer Schulterverletzung. Chris Heid und Thomas Jörg fallen weiterhin aus. (mor)  

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