Der 40-Tonnen-TigerWenn Männerträume wahr werden

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„Da schau´n sogar die Schwaben und Franken“ erzählt der 37-jährige Lenker des Renault Magnum mit einem schelmischem Grinsen. „Man kann wirklich hinkommen wo man will, überall sieht man den Leuten an, dass sie mit so etwas nicht gerechnet haben. Sogar in Regensburg sind die Leute offenbar davon angetan.“ Dazu muss man wissen das Straubing und Regensburg, obwohl beide Kooperationspartner in Sachen Förderlizenzen sind, eine tiefe Hassliebe, ähnlich derer zwischen Köln und Düsseldorf, verbindet.

Markus Seidel ist seit er denken kann eishockeybegeistert und sozusagen Tigers-Fan der ersten Stunde „Ich war auch früher beim EHC im Stadion, aber seit dem es die Tigers gibt, gehe ich so oft ich kann.“ Was für einen Fernfahrer nicht immer einfach ist. Er und sein 16-jähriger Stiefsohn Felix sind, obwohl sie schon mal ein Spiel auslassen müssen, Besitzer der sogenannten Superdauerkarte, die auch eine eventuelle Play-off-Teilnahme der Niederbayern mit einschließt. „Felix musste ich aber erst bekehren.“ berichtete Seidel lachend „Er wäre fast Fan der Landshut Cannibals geworden. Aber die DEL ist einfach was anderes.“ Inzwischen sind sie auch im Straubinger Fanclub „Blue Front“ organisiert, der natürlich auch mit einem Banner auf den Truck vertreten ist.

Für viele Trucker ist ihr „Bock“ wie ein zweites Wohnzimmer. Markus Seidel verbringt in seinem rollenden Wohnzimmer jede Woche rund 3.200 Kilometer, was sich auf eine jährliche Fahrleistung von gut und gerne 150.000 Kilometer aufsummiert und ihn durch ganz Europa bringt. Im inneren sind noch einige kleine Details am neuen Arbeitsgerät zu erledigen, doch außen hat Walter Rosner, der in der Airbrush-Szene einen ausgezeichneten Ruf genießt und schon einige Werbe- und Show-Trucks designt hat, mit seinem Team im 42 Tagen und mit viel Liebe zum Detail ein wahres Meisterwerk vollbracht.

Die Vorlagen der Motive stellten die Tigers, beziehungsweise Fotograf und Assistent der Geschäftsleitung Harry Schindler. Doch zwischen drin kann man immer wieder künstlerische Freiheiten und Feinheiten entdecken. So sind zu Beispiel die Fans auf der Beifahrerseite Fahrer Markus Seidel, sein Chef und Besitzer der Zugmaschine Spediteur Robert Schmalhofer, sowie der Künstler Walter Rosner und seine Mitarbeiter.

Bei der Bildauswahl kam es weniger darauf an bestimmte Spieler zu verewigen, sondern es wurde eher darauf geachtet, dass das Motiv ins Gesamtbild passt. „Ich weiß gar nicht wie viele Mails hin und her gewandert sind, aber es waren etliche. Bei den ersten Entwürfen hatten wir zum Beispiel noch Barry Brust auf der Rückseite. Aber Barry ist ja nicht mehr hier und für Jan soll es auch ein kleines Dankeschön sein. Als Backup hat er nicht so viele Spiele, aber wenn man ihn braucht, ist er einfach bereit.“

Bisher hat noch kein Spieler das Original gesehen, auch Jan Guryca noch nicht. Nachdem er sich die Bilder angesehen hat, sagt er staunend „Stark - saustark“ später meint er „Ich bin jetzt aber auch etwas traurig, denn sobald ein Anhänger dran hängt, sieht man mich nicht mehr.“ Torhüter haben es auch neben dem Eis nicht leicht. Allerdings meint Guryca auch „Ich hoffe dass ich den bald live sehen kann, aber ohne Anhänger.“

Nur ein Spieler musste unbedingt drauf. „Calvin war ein Muss. Was er für den Club geleistet hat und immer noch leistet ist sensationell.“ Calvin Elfring ist seit der Saison 2004/05 bei den Tigers, schaffte mit dem Team den Aufstieg in die DEL und war auch der Schütze des ersten DEL Play-off Tores. Elfring war einer der wenigen, der von dem rollenden Kunstwerk schon wusste „Das ist super. Ich habe mit Markus schon über Facebook gemailt. Das ist überragend – Respekt.“

Auch Alex Dotzler wurde verewigt. „Ja, ich habe über Facebook mitbekommen das es einen Tigers Truck gibt, aber dass ich drauf bin wusste ich nicht.“ Dotzlers Augen beginnen zu leuchten wie die eines Kindes fünf Minuten vor der Weihnachtsbescherung. „Ja Wahnsinn“ ist die erste verblüffte Reaktion als er sein Bild sieht. Beeindruckt meint er „Ich schaue zwar aus als hätte ich etwas Übergewicht, aber das ist ja der Wahnsinn.“ Genau untersucht er alle Details die man auf den Bildern erkennen kann „Das ist ja gigantisch.“ Dann überlegt er kurz „Und die Werbung die der für uns macht – das ist irre. Ich hoffe der kommt bald vorbei.“

Die Idee zu dem aufsehenerregenden Projekt entstand im Laufe des vierten Playoff-Spieles der Straubing Tigers gegen die Wolfsburg Grizzly Adams. „Eigentlich war es eine völlig spontane Idee“ Es muss wohl eine der Unterhaltungen gewesen sein die nach dem Motto „was machst Du wenn wir Meister werden“ abgelaufen ist. „Die Idee ist aber auch nach dem Aus gegen die Eisbären nie ganz gestorben ist.“ erzählt Seidel weiter „Als ich im Juni dann erfahren habe dass ich einen neuen Wagen bekomme, ist es dann Schlag auf Schlag gegangen. Außerdem war mein Chef von der Idee auch nicht abgeneigt.“ Und nun ist das Projekt Europaweit zu bewundern.

Wer so einen Chef hat, der muss wohl rundum glücklich sein. „Einen Traum habe ich schon noch. Ein Bild mit der ganzen Mannschaft vor und um den Truck wäre der Wahnsinn.“


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