Dennis Seidenberg: Wir würden gerne sofort wieder spielenDer Stanley-Cup-Champion im Interview

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Herr Seidenberg, wie bewerten Sie als NHL-Spieler und Stanley-Cup-Champion den Lockout?

Nicht gut. Wenn wir genau hinschauen, sind wir ja nur etwa 1,2 Millionen Dollar pro Team für die nächsten fünf Jahre auseinander. Das ist bei einem Milliardengeschäft vielleicht nicht so viel. Von daher muss einer vielleicht einmal seine Sturheit ablegen und einfach nur nachgeben. Dann spielen wir eins-zwei Wochen später wieder Eishockey. Aber so lange so etwas nicht passiert, wird es noch eine Weile dauern.

Könnte vielleicht auch die Spielergewerkschaft ihre Sturheit ablegen?

Nein, ich denke nicht. Wir haben doch recht viel abgegeben beim letzten Angebot. Und von daher weiß jeder, dass die NHL jetzt uns entgegen kommen und mit uns verhandeln muss, damit wir eine Einigung hinbekommen.

Hatten Sie bei Ihrer Zusage, nach Deutschland zu kommen, vielleicht etwas unterschätzt, dass der Lockout so lange dauern würde?

Ich wusste natürlich das es lange genug dauern könnte. Jeder ist frustriert und würde gerne spielen. Aber wie gesagt, so lange wir keinen fairen Deal hinbekommen, wollen wir auch nicht spielen.

Sie sind ja in Amerika verwurzelt, ihre Familie lebt dort. Sind sie nicht schon etwas genervt über den Lockout, zumal ihr Deutschland-Aufenthalt sicher schon länger dauert als geplant?

Genervt bin ich nicht. Ich habe hier in Deutschland Spass, ich spiele Eishockey. Es ist das was ich in meinem Leben mache und was mir Spass macht. Aber wie gesagt, wenn ich könnte würde ich natürlich lieber in Nordamerika spielen. Aber die Erfahrung nehme ich jetzt einfach mit, wieder in Deutschland spielen zu dürfen. Aber wie gesagt, jeder der in der NHL spielt ist frustriert und würde lieber drüben spielen. Aber man kann es momentan nicht ändern.

Haben Sie denn zu ihren Mitspielern in Boston Kontakt?

Ja, die Leute die momentan drüben spielen, mit denen rede ich schon ab und zu. Wir schreiben uns Nachrichten oder telefonieren. Der Tenor ist eigentlich überall gleich. Wir würden gerne sofort wieder spielen. Aber nur wenn der Deal auch Sinn macht.

Wie ist denn die Weihnachtsplanung im Hause Seidenberg?

Der Plan ist, dass die Familie Mitte-Ende Dezember nach Deutschland kommen soll. Dann verbringen wir Weihnachten miteinander, fahren gemeinsam zum Spengler-Cup nach Davos, danach begeben sie sich wieder heimwärts. Wenn der Lockout so lange andauern sollte, dann freue ich mich schon auf den Besuch, zähle schon die Tage.

Letzte Frage: Wo befindet sich gerade der Stanley-Cup-Ring?

Der ist im Museum in Mannheim. Dort ist eine Ausstellung zu 75 Jahre MERC, dafür habe ich ihn mitgebracht.

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