Den Haien fehlt zuhause noch die Konstanz

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Was die Haie aber seit Jahren in Köln behalten, ist die Torwartdiskussion. Dieses Jahr hat es Adam Dennis erwischt, hinter dem auch Stewart schon vor der Saison ein Fragezeichen sah, aber diesen "Risikospieler" gerne ins eigene Team einbaute. Die Gegentore entwickelten sich jedoch allesamt aus einer Aufreihung von Fehlern, die schon in der Offensive begannen. Stürmer, die ihre Positionen nicht hielten und Abwehrspieler, die ihre Checks nicht zu Ende fuhren und somit den Überblick verloren. Augsburg verstand es im ersten Drittel nicht, diese Fehler effektiv zu nutzen, so dass es nach 20 Minuten „nur“ 0:1 stand. Haie-Schlussmann Dennis kassierte den Gegentreffer durch die Beine und sah dabei unglücklich aus (15.). Auf Kölner Seite fanden Ullmann (14.), Pettinger (20.) und Jaspers (20.) keinen Weg, um am Augsburger Schlussmann vorbei zu kommen.

Im Mittelabschnitt wandte sich das Blatt: Die Haie kamen – wie von Stewart gewünscht – mit viel Leidenschaft und Elan aus der Kabine, gingen öfter als Zweikampfsieger hervor und arbeiteten sich die Chancen zum Ausgleich im Minutentakt. Verdient war dieser, als Pettinger an der eigenen blauen Linie die Scheibe eroberte und mit Ramsay einen 2-gegen-1-Konter zum viel umjubelten 1:1 nutzte (31.). Die Hälfte der Spielzeit war abgelaufen und auch danach der KEC der Führung näher als die Gäste. Doch weitere Schlagschüsse von der blauen Linie vereitelte Endraß genauso wie die sicher geglaubte Führung von Ciernik, als er auf dem Boden liegend den Schuss des punktbesten Haie-Stürmers aus der letzten Saison parieren konnte.

Knapp 10.000 Zuschauer sahen im Schlussdrittel eine effektive und kaltschnäuzige Offensive der Augsburger Panther, die per Doppelschlag das Spiel entscheiden konnten. Fast identisch konnten Olver (46.) und Flache (47.) Zweikämpfe an der Bande für sich entscheiden und nutzten eine ungeordnete Haie-Defensive zum 1:2 und 1:3. Dabei zogen sie von der rechten Angreifsseite nach innen, um den Schuss aus kurzer Entfernung platziert in die kurze Ecke zu setzen. Die Haie versuchten in den verbleibenden 13 Minuten mit einem Kraftakt zurück ins Spiel zu kommen, scheiterten aber an einer soliden Defensivleistung der Gäste, die ab da an nur noch auf Konter lauerten. Als die Haie mit sechs Feldspielern auf dem Eis waren, nutzte Clarke einen Fehlpass des KEC und stürmte allein auf das leere Tor der Haie zu – Verteidiger Akerman riss den Augsburger Stürmer um, so dass dem Unparteiischen Brüggemann nur noch die Entscheidung auf ein „technisches Tor“ zum 1:4-Endstand übrig blieb.

Insgesamt zeigte vor allem im Mitteldrittel das Team rund um Kapitän Ullmann ein sehr hohes Potenzial, versäumte es aber auch im zweiten Heimspiel dieser Saison dies über ein Drittel hinaus zu halten. Sobald mehr Konstanz ins Spiel der Haie einkehrt wird es für die Gäste schwer werden, Punkte aus Köln mitzunehmen. Bill Stewart nahm hierfür seine Stars in den ersten beiden Sturm- und Verteidigungsformationen in die Pflicht und erwartet von diesen in den folgenden drei Auswärtsspielen mehr als bisher gezeigt.

Dennis Wegner – http://www.haimspiel.de

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