Dem Aufwind der Panther geht die Luft aus - 2:6 gegen Frankfurt

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Drei Punkte – das war alles,

was sich die Augsburger Panther am Dienstag vom Nikolaus wünschten... Am Sonntag in

Frankfurt war es schon ziemlich knapp gewesen, also musste wenigstens daheim ein

Sieg gegen die Hessen gelingen, soll das Ziel, nicht in die Play-Downs zu müssen,

nicht schon frühzeitig kaum mehr erreichbar sein. Doch die Stiefel blieben

leer, denn von den zuletzt besseren Leistungen war nichts mehr zu sehen und so

gab es am Ende verdient eins auf die Mütze.

Die Gäste kamen mit relativ

kleinem Kader in die Fuggerstadt, aber auch die Panther waren in der Defensive

ausgedünnt. Martin Lindman hat sich den Ellbogen gebrochen, Jayme Filipowicz

musste kurzzeitig in die Heimat zurück und die schwere Knie-Verletzung von Pat

Aufiero ist in den Folgen noch gar nicht absehbar. Dazu fehlte noch Angreifer

Josef Menauer. Bereits nach 28 Sekunden schickte Schiedsrichter Awizus einen

Augsburger auf die Strafbank, außer ihm hatte da wohl niemand ein Foul gesehen.

Die Lions nahmen das Geschenk gerne an und gingen durch den Ex-Panther Andrej

Strakhov nach einer schönen Einzelleistung in Führung. Für das Nervenkostüm

der Hausherren nicht gerade ein Auftakt nach Maß... Das merkte man deutlich,

als sie kurz darauf selbst in Überzahl waren, jedoch nichts Nennenswertes

zustande brachten. In der Folge boten beide Mannschaften spielerisch bestenfalls

Magerkost, was durch die teilweise krassen Fehlentscheidungen der beiden

Schiri-Assistenten auch nicht besser wurde. Schlechter war eigentlich nur noch

das Powerplay der Panther, für das man als Zuschauer eigentlich Schmerzensgeld

verlangen müsste. Mehr Worte sollte man über dieses Drittel nicht verlieren.

Auch nach der Pause fand das

Trauerspiel seine Fortsetzung. Was allerdings Schiri Awizus ablieferte, war

bodenlos. Dummerweise fielen seine Entscheidungen in dieser Phase nur gegen

Augsburg und so hatten die Gäste wenig Mühe, aus ihren Überzahlmöglichkeiten

auch Kapital zu schlagen. Erst traf David Gosselin, dann Simon Danner. Als dann

Konstantin Firsanov nach einem üblen Foul, das der Unparteiische nicht einmal

zu ahnden gedachte, liegen blieb, eskalierte die Situation in einer Schlägerei.

Kofler und Tölzer bei den Panthern, Boileau und Kohmann auf Frankfurter Seite

durften für jeweils vier Minuten ausruhen. Den Panthern war der Frust über

diese Entwicklung deutlich anzumerken, denn nun ging in der Offensive – obwohl

Awizus nun die Lions mehrfach dezimierte -  überhaupt

nichts mehr zusammen. Die Gäste verlegten sich aufs Kontern und aus einer

dieser Situationen resultierte dann auch das 0:4. Nach der Vorbereitung von

Dwayne Norris und Steve Kelly hatte Chris Bright keine Mühe, die Scheibe am

bemitleidenswerten Rolf Wanhainen vorbei ins Tor zu bugsieren.

In der zweiten Pause wurde der

Augsburger Schlussmann dann auch kurzzeitig erlöst und Dennis Endras rückte an

seine Stelle. Und nun folgte endlich auch ein Erfolgserlebnis für die

Hausherren. Roland Mayr leitete einen Konter ein und seinen Pass vollstreckte

Manuel Kofler durch die Hosenträger von Ian Gordon. Kurz darauf bekam Endras

einen Puck ins Gesicht und so musste Wanhainen doch wieder zwischen die Pfosten.

Von einer Aufholjagd der Panther konnte man nun wirklich nicht sprechen, aber

sie versuchten zumindest jetzt ihr Möglichstes. Weil die Lions selbst nicht

mehr viel taten, erspielten sich die Gastgeber immerhin einige Chancen und so

gelang Rick Girard schließlich noch das 2:4. Als die Panther in den

Schlussminuten dann am Ende ihrer Kräfte waren – nicht zuletzt weil Trainer

Bordeleau mit Brendan Yarema, Steve Potvin und Christian Eklund quasi eine

komplette Angriffsreihe im Schlussabschnitt auf der Bank hatte sitzen lassen -

spielte Jonas Stöpfgeshoff noch einmal richtig auf und erzielte zwei Tore. Mehr

als ein Fall für die Statistik war das natürlich nicht mehr.

Zufrieden war Lions-Coach Rich

Chernomaz zumindest mit den letzten beiden Dritteln und hob vorallem die

Leistung seines Torhüters in den beiden Begegnungen gegen Augsburg heraus. Viel

zu loben hatte sein Gegenüber natürlich nicht. „Zeitweilig war es wie ein

Spiel einer NHL-Mannschaft gegen ein Juniorenteam. Wir wollten nicht laufen,

nicht kämpfen, nicht arbeiten – die ersten beiden Drittel sind so nicht zu

akzeptieren. Einige der Spieler müssten den Fans das Geld für den Eintritt zurückgeben,

so wie sie spielen. In den nächsten Tagen werden wir über Konsequenzen

nachdenken.“ Auf die Frage nach den drei „ausgesperrten“ Spielern

antwortete er lakonisch: „Wer nicht spielen will, bekommt auch keine

Eiszeit.“ Angesichts des schwachen Besuchs in den letzten Heimspielen sollte

man sich das mit der Rückerstattung, aus buchhalterischer Sicht zumindest,

nochmals gut überlegen. (mor)

Tore: (0:1 / 0:3 / 2:2)

0:1   

(01:24)  Strakhov ( Reichel ;

Boileau )  5:4

0:2   

(24:11)  Gosselin ( Reichel ;

Boileau )  5:4

0:3   

(25:51)  Danner ( Norris ; X ) 

5:4

0:4   

(38:47)  Bright ( Norris ;

Kelly )

1:4   

(40:47)  Kofler ( Mayr ;

Suchan )

2:4   

(52:22)  Girard ( Henderson ;

King )

2:5   

(58:34)  Stöpfgeshoff ( Kelly

; Boileau )

2:6   

(59:11)  Stöpfgeshoff 

(Bassen ; Rautert )

Zuschauer: 2377

Strafzeiten: Augsburger Panther 18 + 10 Girard, Frankfurt Lions 22 + 10 Bright

Schiedsrichter: Frank Awizus,

Berlin