DEL Winter Game? Gerne wieder! Das sagen die Fans

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Haie-Fan Stefan Kuhlmann aus Oelde erzählt, dass ihm bei einer Pause Hockeyfans sogar aus Bremerhaven begegneten: „Die Idee dieses Events ist einfach genial. Wir waren schon bei der WM-Eröffnung auf Schalke, das hat uns gefallen. Und als klar war, dass dieses Spiel unter freiem Himmel hier in Nürnberg über die Bühne geht, wollten wir wieder dabei sein. Wir sind zu fünft hier. Es ist zwar nicht alles perfekt, ein paar Verpflegungsbuden mehr hätten unbedingt aufgemacht werden müssen, aber daraus können andere nur lernen. Ich finde schon jetzt, das Winter Game hat eine weitere Auflage verdient, egal wo.“  Adler-Mannheim-Fan Ralf aus Plankstadt weiß den Grund für die gute Stimmung auch unter den neutralen Fans: „Eigentlich war ich mir von Anfang an sicher, dass die Bude hier in Nürnberg voll wird. Wir Eishockeyfans sind doch irgendwie eine große Familie und feiern gern miteinander. Das Spiel stand für mich daher gar nicht so im Vordergrund, sondern die Stimmung und das ganze Drumherum.“ Ob Silvia aus Crimmitschau, die erst durch ihren Freund in die Eishockeysache hineingeschlittert ist, oder Christian Seeling aus Erding, der sich vor allem über einen neuen Groundhopperpunkt freute oder auch Raik aus Dresden, man konnte fragen, wen  man wollte, die Begeisterung für das Winter Game war von Beginn an groß. Die Liste ließe sich beliebig verlängern angesichts all der Fantrikots aus zum Beispiel München, Krefeld, Rosenheim, Düsseldorf, Weiden, Herne, Straubing, Rostock, Halle/S. usw. usf.

Veranstaltern zukünftiger Winter Games in Fußballstadien sei ein Fakt jedoch zur Kenntnis gegeben: Der Anteil weiblicher Fans gestaltet sich im Eishockey offenkundig völlig anders als im Fußball. Das Missverhältnis von vier Herren-Toiletten zu einer Damen-Toilette führte in Nürnberg jedenfalls für die Mädels zu höchst unerfreulichen Engpässen. Die Herrenwelt nutzt in solchen Fällen ja ihren kleinen anatomischen Unterschied als Vorteil und belastet rücksichtslos die Botanik. Die Mädels hingegen widmeten kurzerhand in Eigenregie eines der mehr oder weniger überflüssigen Herren-WCs  um und verbesserten so die ungenügenden Gegebenheiten zugunsten der eigenen Bedürfnisse. Zwar irgendwie witzig, grundsätzlich aber kein akzeptabler Zustand.

Dass das Drumherum optisch und akustisch von Anfang an zu einem Highlight wird, dafür legten sich auch die Fanlager beider beteiligten DEL-Mannschaften ordentlich ins Zeug. Die Berliner reisten mit zwei pickepackevollen Sonderzügen an, bliesen nach deren Ankunft in Nürnberg quasi zum Sammeln und marschierten vom Bahnhof geschlossen zur Arena, um dort ihren Block zu „fluten“. In die aufwendige  Choreografie, die sie kurz vor Spielbeginn präsentierten, wurden in den letzten Wochen einige hunderte Stunden Bastelarbeit investiert. Die ihnen gegenüberliegende Seite des Stadions erstrahlte in den Vereinsfarben der Nürnberger blau und rot. Ein Vorgriff auf das Feuerwerk, das später das Ereignis im Nürnberger Fußballstadion beschloss.

Das Wort hat die Siegerfraktion des Winter Games 2012: „ Der Sieg unserer Ice Tigers“, so Fan Robert Raschka noch unter dem Eindruck des gerade Erlebten, „hat die Sache für rund gemacht. Es war ein unglaubliches Erlebnis, das nicht einmalig bleiben, sondern gerne auch anderswo wieder stattfinden sollte.“ Georg aus Linz in Österreich war nach dem Schlussakkord nicht weniger  beeindruckt und stellt zugleich eine interessante Frage: „Das war schon gigantisch, 50.000 Eishockeyfans versammelt zu sehen. Für mich stand ebenso wenig außer Frage hier unbedingt dabei sein zu wollen, als auch, dass das Stadion wirklich gefüllt werden könnte. Spannend ist jetzt natürlich, versucht sich jemand anderes an der Organisation einer Zweitauflage des Winter Games, ob der Zuspruch dann wieder so groß sein wird. Heute das war rundherum doch ziemlich genial und verlangt eigentlich eine Fortsetzung.“ Nun denn! 


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