DEL-Finale 2015: Mannheim gleicht aus gegen Ingolstadt6:2-Erfolg der Adler beim ERC Ingolstadt

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Und manchmal verlassen die Trainer doch das Korsett ihrer tausendfach wiederholter Phrasen: „Manchmal ist es schon sehr erstaunlich, was in wenigen Tagen passieren kann“ sagte Mannheims Coach Geoff Ward nach dem Spiel über die Leitung seiner Mannschaft beim 6:2-Auswärtssieg in Ingolstadt – nur drei Tage nach dem historischen 1:6-Heimdebakel. Ansonsten gab es eher Allgemeinplätze zu hören. Dabei war die Leistungssteigerung der Adler durchaus bemerkenswert. Es schien, als seien sie in Spiel 4 in der Finalserie angekommen, denn sie spielten, vielleicht das erste Mal im DEL-Finale 2015, echtes Play Off-Hockey.

Die Adler Mannheim hatten sich viel vorgenommen und ging von Beginn an sehr couragiert zu Werke: laufstark und mit viel Körpereinsatz – und kam so nach wenigen Minuten zum ersten Treffer. Jochen Hecht erarbeitete sich am Rande der Legalität im eigenen Drittel Scheibe, spielte sie schnell nach vorne auf Martin Buchwieser, der Pielmeier aus halbrechter Position keine Chance ließ und zur Führung der Adler einschoss. Danach zeigten die Mannheimer aber wieder, woran es ihnen in dieser Serie bislang mangelte. Sie geben die Tore zu leicht her: Bereits nach sechseinhalb Minuten leisteten sie sich den dritten oder vierten ungenauen Aufbau aus dem eigenen Drittel – auch bedingt durch das aggressive Forechecking der Ingolstädter – und brachten so die Panther im Scheibenbesitz. An der blauen Linie kam der frischgebackene Vater Alexandre Picard frei zum Schuss und versenkte die Scheibe durch den Verkehr vor Adler-Keeper Endras im Netz zum Ausgleich. Und dann kam Adler-Verteidiger Kurtis Foster.

Nur drei Minuten nach dem Ausgleich kam er wie aus dem Nichts an der blauen Linie auf Rechtsaußen frei zum Schuss und nagelte die Scheibe hoch über die Stockhandseite Pielmeiers in den Winkel zur Führung der Mannheimer. Als sechs Minuten vor Ende des ersten Drittels Richmond auf Mannheimer Seite in die Kühlbox musste, zeigte Mannheim, dass der gute Beginn kein Strohfeuer war und in diesem Spiel bei allen Spielern die Einstellung stimmte. Das Team verteidigte wie zuletzt die Panther, brachte immer wieder Schläger, Schlittschuhe oder Körper in die Pass- und Schusswege der Ingolstädter und ließ lediglich einen Schuss durch Brooks zu. Am Ende der Strafzeit hatten die Adler sogar noch durch Jochen Hecht, der für drei arbeitete und als Vorbild voranging, noch eine gute Torchance nach einem Konter. Insgesamt spielte Mannheim konzentriert, engagiert, physisch – Mannheim war bereit und hatte vier Sekunden vor Ende noch Pech, als Frank Mauer in Überzahl nach einem beherzten Alleingang aus zentraler Position nur den Pfosten des Panther-Tores traf. Aber es gab ja noch 81 Sekunden Powerplay für die Adler zu Beginn des Mitteldrittels.

Ingolstadt kommt, aber Mannheim lässt sich nicht beeindrucken

Doch aus dieses Überzahlspiel verpuffte. Mannheim ließ sich davon nicht beeindrucken und machte weiter Druck, schnürte die Panther teilweise im eigenen Drittel und ließ ihnen kaum Luft zum Atmen. Bereits nach fünf Minuten im zweiten Drittel nahm Ingolstadts Coach eine Auszeit, um nach dem dritten Treffer der Adler durch Raymond wieder etwas Ordnung in das Spiel seiner Mannschaft zu bringen. Das schien durchaus zu fruchten. Kurz danach erzielten die Panther durch Periard den Anschlusstreffer, postwendend kamen aber die Adler zu einer sehr guten Gelegenheit, als sie wieder den Pfosten trafen. Wieder war Frank Mauer der Schütze. Besser machte es kurz darauf Christoph Ullmann, der eine kurze Überzahlsituation – ein Ingolstädter hatte seinen Schläger verloren – geschickt ausnutzte und mit einem Solo entlang der Grundlinie Pielmeier überlistete. Zehn Sekunden vor Ende des zweiten Drittels wurde es dann ein wenig kurios, als Larry Huras Pielmeier vom Eis nahm und mit sechs gegen vier versuchte, noch kurz vor Ende den Anschluss zu erzwingen.

Nach fünf Minuten im Schlussabschnitt war es dann – aus Mannheimer Sicht endlich – soweit für Frank Mauer. Nach zwei Pfostenschüssen traf er zum fünften Mal für die Adler an diesem Abend. Kurz wurde er aber zum tragischen Helden, weil er sich schwer am Knie verletzte und vom Eis geführt werden musste. Trainer Ward konnte direkt nach dem Spiel keine neuen Informationen zum Gesundheitszustand eines seiner besten Stürmer an diesem Abend liefern. Nach dem fünften Tor der der Adler erhöhte Ingolstadt den Druck, aber wieder hielten die Mannheimer mit aller Macht dagegen: Sie blockten Schüsse, stellen Passwege zu und brachten sogar Scoring-Maschine Brendan Buck dazu, einen Moment zu lange zu zögern, als er die Chance zum Abschluss hatte. Am Ende sorgte dann Niki Goc mit einem Schuss fast von der eigenen Grundlinie ins leere Tor der Ingolstädter für den Endstand.

Tore

0:1 Buchwieser (Mauer) 3:37
1:1 Picard (Buck, Taticek) 6:16
1:2 Foster (Richmond, Hecht) 9:17
1:3 Raymond (Ullmann, Arendt) 24:34
2:3 Periard (Buck / 5-4) 27:12
2:4 Ullmann (Arendt, Yip) 37:08
2:5 Mauer (Buchwieser, Raymond) 44:59
2:6 Goc (5-6) 58:23

Strafen: Ingolstadt 6, Mannheim 10
Zuschauer: 4.815


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