DEG zwingt Eisbären in die Knie

Lesedauer: ca. 3 Minuten

­Was für eine Spannung! Was für eine Dramatik! Die Düsseldorfer EG und die Eisbären Berlin lieferten sich im zweiten Play-Off-Finalspiel um die Deutsche Eishockey-Meisterschaft 2009 am Ostersamstag vor der

stattlichen Kulisse von 11 254 Zuschauern im Rather Dome einen offenen und packenden Schlagabtausch, den die DEG nach 60 hochinteressanten Minuten mit 3:1 (1:0/1:1/1:0) für sich entscheiden und damit in der Serie nach dem Modus "Best Of Five" (drei Siege sind zum Titelgewinn nötig) zum 1:1 ausgleichen

konnte. Rob Collins erlöste exakt 120 Sekunden vor der Schlusssirene die Düsseldorfer Anhänger mit dem entscheidenden Treffer, der der DEG nach dem nächsten Gastspiel an der Spree am Ostermontag um 14.30 Uhr ein weiteres Heimspiel am kommenden Mittwoch um 19.30 Uhr beschert.


"Dieses Spiel war an Spannung kaum zu überbieten. Wir sind trotz des massiven Berliner Drucks gesamtmannschaftlich konzentriert geblieben und haben uns keine unnötigen Puckverluste geleistet. Die Tore für uns sind natürlich zum richtigen Zeitpunkt gefallen und haben uns zudem noch einmal beflügelt", sagte DEG-Trainer Harold Kreis. Damit meinte der 50-Jährige in erster Linie das 2:1 durch Evan Kaufmann in der 33. Minute, welches dem kleinen Deutsch-Kanadier mit einem herrlichen Schlenzer aus dem linken

Bullykreis heraus in den Winkel des von Rob Zepp gehüteten Eisbären-Gehäuses gelang. Und zwar nur 45 Sekunden, nachdem der drückend überlegene Titelverteidiger durch Denis Pederson zum Ausgleich gekommen war. Allein in diesem Mittelabschnitt nahmen die Berliner mit 23:4 Torschüssen DEG-Keeper

Jamie Storr unter Sperrfeuer, doch der 33-Jährige präsentierte sich endlich in Play-Off-Form.­



"Jamie Storr hat viele erste Schüsse gehalten und die Düsseldorfer Verteidiger im Anschluss kaum Nachschüsse zugelassen. Dadurch war es für uns trotz der zahlreichen Möglichkeiten unheimlich schwer, zu treffen. Wir müssen nun für Montag unser Selbstvertrauen bewahren", sagte Eisbären-Dompteur Don Jackson. "Der Torwart ist besonders in einem Finale ganz wichtig. Mit diesem Sieg können wir jetzt in Berlin freier aufspielen, als wenn wir verloren hätten. Und mit unserer Moral ist alles drin", sagte DEG-Kapitän Daniel Kreutzer, der 26 Sekunden vor Ende des ersten Drittels das 1:0 erzielte, als Steve Walker bei den Gästen auf der Strafbank saß.


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Die Moral des Vorrunden-Dritten, mit der im Halbfinale bereits die besser platzierten Hannover Scorpions eliminiert wurden, ist in der Tat bemerkenswert. Mit Einsatz, Leidenschaft und unbändigem Willen warfen sich die Spieler dem optisch überlegenen und eigentlich besser besetzten Gegner entgegen, der wiederum eindrucksvoll demonstrierte, warum er die Vorrunde souverän gewonnen hat. "Das haben sich die Berliner wohl leichter vorgestellt", sagte Patrick Reimer und ergänzte: "Dieser Sieg setzt auf jeden Fall neue Kräfte frei und nun heißt es am Montag einfach "Augen zu und durch"." Eine Ankündigung, die Alexander Weiss auf der Gegenseite völlig kalt lässt. "Wir sind besser und wir werden gewinnen." Trotz klingt aus seiner

Stimme. Aber vorsichtig sollten die Berliner sein - dieser DEG ist nämlich mittlerweile alles zuzutrauen.

Thomas Schulz - Fotos by City-Press


DEG - Berlin 3:1 (1:0/1:1/1:0)



Aufstellung DEG


Tor: Storr (Jochen Reimer)


Abwehr: Harrington, Caldwell - Hedlund, Ratchuk - Bazany, Holzer - Nowak


Angriff: Joseph, Reid, Courchaine - Patrick Reimer, Collins, Kreutzer - Carciola, Ramsay, Kaufmann - Hinterstocker, Tutschek, Boon


Aufstellung Berlin


Tor: Zepp (Ziffzer)


Abwehr: Roach, Baxmann - Quint, Hördler - Regehr, Smith - Kramer


Angriff: Robinson, Beaufait, Rankel - Busch, Pederson, Ustorf - Walker, Felski, Mulock - Alexander Weiß, Braun, Daniel Weiß


Schiedsrichter: Willi Schimm (Waldkraiburg) und Roland Aumüller (Planegg-Würmtal)



Zuschauer: 11 254





Tore: 1:0 (19.34) Kreutzer (Collins, Hedlund/5-4); 1:1 (31.37) Pederson (Smith, Busch), 2:1 (32.22) Kaufmann (Carciola, Ramsay); 3:1 (58.00) Collins (Kreutzer)


Strafzeiten: DEG 8 - Berlin 4

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