DEG trifft viermal in Überzahl

Aufholjagd mit Happy-EndAufholjagd mit Happy-End
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Endlich wieder Eishockey im Rather Dome. Nach zwei

Grusel-Auftritten konnte die Düsseldorfer EG mit einem 5:2 (1:1/2:1/2:0)

gegen die Frankfurt Lions wieder überzeugen, wenngleich sie vor 5205

Zuschauern davon profitierte, dass sich die Gäste aus Mainhattan gleich

satte 22 Minuten auf der Strafbank aufhielten. Besonders unrühmlich dabei

einmal mehr der Auftritt von Pat Kavanagh, der an gleicher Stelle bereits im

Trikot der Iserlohn Roosters aus der Rolle gefallen war. Mit diesem Sieg

haben die Düsseldorfer im Kampf um die direkte Play-off-Teilnahme nun vier

Punkte Vorsprung auf Frankfurt herausgearbeitet und können ein wenig

beruhigter in die bis zum 13. Februar dauernde Länderspielpause gehen.

"Ein

Lob an meine Mannschaft, die über 60 Minuten gut gearbeitet hat und in den

Überzahlsituationen ein Spiel zweier Teams auf gleichem Niveau für sich

entscheiden konnte", sagte DEG-Trainer Harold Kreis, während sein Kollege

Rich Chernomaz ergänzte: "Wir müssen in dieser engen Liga mehr Zweikämpfe

gewinnen, um unser Ziel zu erreichen."



Die Ausgangslage vor dem Spiel versprach Spannung pur. Nur ein Punkt trennte

die DEG von den Frankfurt Lions, die beide den Atem von Verfolger Nürnberg

im Nacken spürten, der als Tabellen-Siebter derzeit die direkte Teilnahme an

den Play-offs verpasst hätte. Hinzu kam, dass Begegnungen zwischen

Düsseldorf und Frankfurt in der Vergangenheit immer von hoher physischer

Intensität, spannend und knapp waren. Und auch das vierte Aufeinandertreffen

in dieser Saison brauchte nicht sehr lange, um auf Touren zu kommen. In der

7. Minute unterstrich Frankfurts Linksaußen Josh Langfeld die Richtigkeit

der alten Trainer-Weisheit, dass jeder Puck Richtung Tor ein guter Puck ist.

Sein Schuss hätte das Gehäuse von Jamie Storr wohl knapp verfehlt, wenn

nicht DEG-Verteidiger Peter Ratchuk bei seinem Rettungsversuch die Scheibe

ins eigene Tor gelenkt hätte. Die Gäste vom Main führten also mit 1:0, waren

in der Folge auch das läuferisch etwas bessere Team und besaßen in der 15.

Minute die Möglichkeit zum zweiten Treffer. Simon Danner traf allerdings nur

den Pfosten. Und da Andy Hedlund eine Minute zuvor, als Jason Young auf der

Strafbank saß, in Überzahl mit einem fulminanten Schlagschuss ausgeglichen

hatte, ging es mit einem 1:1 in die erste Pause.



Aus dieser kamen die Hausherren einen Tick wacher zurück. Erneut mussten die

Lions in Person von Daniel Kunce eine Strafe nehmen und was dann folgte war

zum mit der Zunge schnalzen. Einen langen Diagonal-Flachpass von Chris

Harrington lenkte Brandon Reid in der 24. Minute aus kurzer Distanz per

Direktabnahme zum 2:1 für die DEG in den Winkel des von Ian Gordon gehüteten

Frankfurter Tores. Die Eisfläche blieb auch danach nur minimal bevölkert,

denn die Partie nahm nun ihren ihr eigenen Charakter auf. Pat Kavanagh

lieferte sich eine Rangelei mit Evan Kaufmann und John Slaney brachte die

Hessen wieder in Unterzahl. Was die DEG mit einer zuletzt nicht erlebten

Effizienz nutzte und das Ergebnis in der 32. Minute durch Daniel Kreutzer

auf 3:1 stellte. Dass aber auch der Deutsche Meister von 2004 das Powerplay

beherrscht, bewies John Slaney sechs Minuten später. Als Peter Ratchuk zwei

Minuten abbrummen musste, konnte der ehemalige Kölner, der sicherlich froh

sein dürfte, die Domstadt im vergangenen Sommer verlassen zu haben, auf 2:3

verkürzen. Das Spiel hielt also, was sich die 5205 Zuschauer von ihm

versprochen hatten.



Courchaine an die Latte, Patrick Reimer, Kreutzer - in den ersten Sekunden

des Schlussabschnitts wollte die DEG in doppelter Überzahl den alten Abstand

schnell wieder herstellen. Doch diesmal konnte die "Löwen"-Abwehr dicht

halten. Was Daniel Kreutzer offensichtlich mächtig wurmte. Der Kapitän der

Düsseldorfer zog in der 44. Minute nach einem Zuspiel von Rob Collins mit

seinem unnachahmlichen Antritt los und überwand den guten Ian Gordon mit

einem fantastischen Rückhand-Schlenzer in den Winkel zum 4.2. Danach das

alte Bild. Zwei Strafminuten für Frankfurt, diesmal gegen Simon Danner - Tor für Düsseldorf, diesmal traf Brandon Reid. Für das "Wir haben zu viele

Strafen genommen"-Statement von Rich Chernomaz musste die Pressekonferenz

nicht abgewartet werden.



DEG - Frankfurt 5:2 (1:1/2:1/2:0)


Tore: 0:1 (6.43) Langfeld (Slaney), 1:1 (13.44) Hedlund (Ratchuk,

Kreutzer/5-4); 2:1 (23.35) Reid (Joseph, Harrington/5-4), 3:1 (31.52)

Kreutzer (P. Reimer/4-3), 3:2 (37.59) Slaney (Hahn, Langfeld/5-4); 4:2

(43.10) Kreutzer (Holzer, Collins), 5:2 (49.59) Reid (5-4)



Schiedsrichter: Roland Aumüller (Planegg-Würmtal)


Zuschauer: 5205


Strafzeiten: DEG 12 + 10 (Collins) - Frankfurt 22 + 10 (Kavanagh)

(von Thomas Schulz)

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