DEG: Meister - jetzt oder nie

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Die

Fans der Hannover Scorpions sangen „Wir gewinnen sowieso“ und aus den

Lautsprechern schmetterte der Ur-Düsseldorfer Schlagerbarde Heino „Wir

sind die Niedersachsen“. Doch was sich wie ein Überschwang an

Glücksgefühlen anhört, war nichts anderes als purer Galgenhumor. Denn

den Scorpions war gerade nicht nur der Stachel gezogen worden, sie

wurden von der Düsseldorfer EG am Dienstag Abend beim 1:7 auch nach

allen Regeln der Eishockey-Kunst zerlegt.

„Wir

waren chancenlos“, sagte Trainer Hans Zach nach der Demütigung, obwohl

sein Team im ersten Drittel noch ordentlich dagegen gehalten hatte.

Immerhin war Hannover vor der Begegnung mit nur einem Punkt Rückstand

auf die DEG Tabellen-Dritter gewesen. Doch dass Zahlen mitunter auch

lügen können, belegten die 60 Minuten in aller Deutlichkeit. Zwischen

den beiden Mannschaften lagen Welten. Wenn die DEG in dieser Saison

kein Meister wird, dann wird sie es wohl nie mehr.

„Es

war ein gutes Spiel, aber kein perfektes“, sagte Manager Lance Nethery

und versuchte, die aufkommende Euphorie sogleich im Keim zu ersticken.

Vergeblich, die Darbietung war ein Genuss wie Himbeereis zum Frühstück

und die Zahlen sind beeindruckend. Im Tor steht mit Jean-Sebastien

Aubin eine fast unüberwindbare Wand, an der 93 von 100 Schüssen

abprallen und dass die sieben Tore in Hannover von sieben verschiedenen

Stürmern erzielt wurden, beweist die Ausgeglichenheit und damit

Unberechenbarkeit im Angriff. „Ich hoffe, dass am Freitag nun endlich

einmal viele Zuschauer in den Rather Dome kommen, denn die Mannschaft

hat es wirklich verdient“, sagte Nethery.

Doch

es geht nicht nur um den kommenden Freitag. Es geht um jedes Spiel und

in jedem Spiel geht es um die Zukunft der DEG. „Die Zuschauer haben es

selber in der Hand, ob ihre Mannschaft in den nächsten Jahren weiter an

der Spitze mitmischen kann“, so Nethery. Was der 52-Jährige meint, ist

klar. Daniel Kreutzer gehört trotz finanzieller Abstriche bis 2013 zu

den Top-Verdienern und um Jean-Sebastien Aubin zum Bleiben zu bewegen,

musste Nethery schon etwas draufpacken.

Auch

mit Craig MacDonald möchte Nethery verlängern und sagt: „Am liebsten

würde ich alle behalten.“ Kein Wunder, hat er doch vielleicht den

besten DEG-Kader seit über zehn Jahren zusammen. Aber beim derzeitigen

Zuschauerschnitt muss der Etat gesenkt werden und dafür müssen Spieler

gehen. Dieses Jahr könnte also die letzte Chance auf den Titel

bestehen. Deutscher Meister. Jetzt - oder vielleicht nie mehr.

Von Thomas Schulz - Foto by City-Press

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Iserlohn Roosters Iserlohn
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Iserlohn Roosters Iserlohn
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Augsburger Panther Augsburg
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Augsburger Panther Augsburg
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Freitag 18.02.2022
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