DEG gewinnt hervorragend organisiertes DEL Winter Game in KölnLob für Kölns Organisatoren und Fans, Düsseldorf spielerisch besser

47.011 Zuschauer sahen das 4. DEL Winter Game im Rheinenergiestadion in Köln. (Foto: Roland Christ)47.011 Zuschauer sahen das 4. DEL Winter Game im Rheinenergiestadion in Köln. (Foto: Roland Christ)
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47.011 Zuschauer sahen dieses Freiluftspiel an dem Ort, an dem sonst der 1. FC Köln Fußball spielt. Die Zahl mag ein wenig „choreographiert“ gewesen sein – wegen des berühmten Duftes, der aus Köln stammt, aber es fehlte wirklich nicht viel und das Stadion wäre ausverkauft gewesen. „Ich kann unsere Fans nur loben. Es war unglaublich, wie sie uns unterstützt haben. Und eine solche Choreo habe ich selbst beim Fußball noch nicht gesehen. Das war großartig“, sagte Haie-Stürmer Fabio Pfohl. Sein Gesicht wirkte dabei ernst, nachdenklich. „Das war 40 Minuten lang zu wenig Kampf, zu wenig Engagement, zu wenige gewonnene 1:1-Situationen“, ärgerte sich der junge Angreifer. „Jeder von uns weiß, was dieses Derby und gerade dieses Spiel bedeutet. Wir wollten es für unsere Fans, für unsere Stadt und für uns gewinnen. Das ist uns leider nicht gelungen.“ Immerhin sprang noch ein Punkt heraus, weil Felix Schütz das 2:2 gelang, als der KEC bereits ohne Torhüter und mit einem sechsten Feldspieler agierte. „Wir hatten die Chance, das Spiel zu gewinnen“, sagte Pfohl. Denn Sekunden bevor John Henrion für die DEG den Siegtreffer erzielte, hatte Sebastian Uvira das 3:2 auf der anderen Seite auf dem Schläger. Er versuchte es selbst, statt die 2:0-Situation sauber auszuspielen.

Auf der anderen Seite war DEG-Kapitän Alexander Barta ebenfalls nicht zufrieden. „Wir ärgern uns darüber, dass es nur zwei Punkte geworden sind“, sagte er. „In den ersten 40 Minuten ist von Köln gar nichts gekommen. Wir waren die bessere Mannschaft.“ Zudem freute er sich, dass Ex-Hai Philip Gogulla die Tore zum 1:0 und 2:0 für Düsseldorf erzielt hatte. „Philip Gogulla war in Köln ein großer Spieler und er ist bei uns in Düsseldorf ein großer Spieler. Da sieht man, dass der Misserfolg, oder wie man es nennen will, in Köln nicht an Philip Gogulla hängt.“ Derbys gehen halt auch bei den Interviews weiter.

Das Spiel selbst war bemerkenswert gut und schnell – und das obwohl es im ersten und lange im zweiten Drittel geregnet hatte. „Das Eis war besser als in manchen DEL-Stadien“, sagte Pfohl. Und tatsächlich handelten sich die Kölner Haie viel Lob ein. Das Freiluft-Spiel im Fußballstadion war perfekt organisiert, alles klappte hervorragend. Und die Art und Weise wie die KEC-Fans (das gleiche gilt für die Düsseldorfer Anhänger) ihr Team unterstützt haben, war außergewöhnlich. Ein Lob also für den Club, für die Fans – nur die Spieler waren zwei Drittel lang nur körperlich anwesend, fanden offensiv so gut wie nicht statt. „Zum Glück hat unser Trainer in der Kabine die richtigen Worte gefunden“, so Pfohl.

„Wir mussten ja etwas ändern, denn es war klar, dass wir dieses Spiel nie und nimmer gewinnen würden, wenn wir so weitermachen“, sagte Haie-Coach Peter Draisaitl. So galt auch sein erstes Lob den Organisatoren. „Ich kann mir nicht einmal vorstellen, wieviel Arbeit es ist, ein solches Spiel derart perfekt auf die Beine zu stellen.“ Dann sagte er: „Sehen wir das Positive: Wir sind nach einem 0:2 zurückgekommen und haben uns noch einen wichtigen Punkt geholt.“

Auch DEG-Trainer Harold Kreis sagte: „Das war ein tolles Ereignis. So etwas erlebt man nur selten. Sportlich freuen wir uns über die zwei Punkte und ärgern uns über den einen, den wir verloren haben. Wir hatten in den ersten beiden Dritteln genügend Chancen, im Schlussabschnitt waren wir zu passiv.“

Bereits nach 46 Sekunden brachte Philip Gogulla die DEG in Führung – was wohl auch aufs Gemüt der Haie gedrückt hat. Der zweite Abschnitt begann verzögert, weil Konfetti-Glitter aufs Eis segelte, sodass die Fläche neu bereitet werden musste. Alexander Barta hatte in der 33. Minute das 2:0 für die Gäste auf dem Schläger, traf aber nur die Latte. Doch in Überzahl erhöhte Gogulla schließlich doch (34.). Im Schlussabschnitt meldete sich der KEC im Spiel an, verkürzte durch Colby Genoway auf 1:2, der einen Schuss von Ryan Jones abfälschte (45.), ehe auch Jaedon Descheneau auf Düsseldorfer Seite nur das Torgestänge traf (50.). Ein vermeintlicher DEG-Treffer wurde nach Videobeweis nicht gegeben, da das Tor verschoben war (52.). In der 59. Minute hatte KEC-Keeper Gustaf Wesslau gerade sein Tor verlassen, als Felix Schütz zum 2:2 erfolgreich war. Auch hier gab es den Videobeweis. Weil Schütz zwar im Torraum stand, DEG-Goalie Mathias Niederberger aber nicht behinderte, zählte der Treffer zurecht. In der Overtime entschied schließlich John Henrion das 100. Derby dieser beiden Teams in der DEL und das 222. Köln-Düsseldorfer Lokalduell insgesamt (63.).

Schiedsrichter Daniel Piechaczek hatte sichtlich Spaß, als er nach dem Spiel in die Kabinen ging. „Das ist auch für uns ein riesiges Erlebnis. So etwas könnte ich jede Woche haben“, sagte der Unparteiische.

Tore: 0:1 (0:46) Gogulla (Descheneau), 0:2 (33:50) Gogulla (Pimm, McKiernan/5-4), 1:2 (44:14) Genoway (Jones), 2:2 (58:42) Schütz (Ellis, Sulzer/6-5), 2:3 (62:14) Henrion (Descheneau/3-3). Strafen: Köln 10, Düsseldorf 6. Schiedsrichter: Piechaczek/Rantala. Zuschauer: 47.011.


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