DEG geht auf Großkatzenjagd

Aufholjagd mit Happy-EndAufholjagd mit Happy-End
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die Düsseldorfer EG biegt in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf

die Zielgerade ein. Noch 15 Spiele sind zu absolvieren und das Team von

Harold Kreis hat gute Karten, sich ohne den 2008 nötigen Umweg der

Vor-Qualifikation die Teilnahme an den Play-offs zu sichern. Mehr noch -

nach dem 1:3 der Krefeld Pinguine gegen die Eisbären Berlin am Dienstag

winkt nun sogar Platz Vier, der in einem eventuellen Entscheidungsspiel zum

Erreichen des Halbfinales das Heimrecht bedeutet. "Das haben wir jetzt in

der eigenen Hand, denn die härteste Phase der Saison liegt sicherlich hinter

uns. Immerhin bestreiten wir von den 15 Spielen neun zuhause", sagt Manager

Lance Nethery. Eines davon ist am Freitag (19.30 Uhr, Rather Dome) die

Begegnung mit den Augsburger Panthern. "Das ist ein Sechs-Punkte-Spiel, denn

der AEV liegt dicht hinter uns und mit einem Sieg würden wir einen großen

Schritt Richtung Play-offs machen", sagt Trainer Harold Kreis. Der kann

dabei erstmals seit dem 25. November wieder auf Stürmer Adam Courchaine

zurückgreifen, dessen Bänderdehnung im Fußgelenk endlich auskuriert ist.

Dafür fehlt Angriffskollege Ryan Ramsay, der seine (diesmal) nicht

gerechtfertigte Sperre aus dem Wolfsburg-Spiel abbrummen muss.

Das gesamte Wochenende steht für die Düsseldorfer EG unter dem Motto

der Großkatzenjagd. Sowohl gegen Augsburg als auch am Sonntag in Ingolstadt

(18.30 Uhr, Arena an der südlichen Ringstraße) stellen sich dem Team von

Trainer Harold Kreis jeweils Panther in den Weg.

Besonders gefährlich sind in dieser Saison die Augsburger. Die

Schwaben greifen ernsthaft in den Kampf um die direkte Teilnahme an den

Play-offs ein, was so selten der Fall ist, wie ein schwarzer Panther. Der

ist nämlich entgegen irrtümlicher Meinungen keine eigene Art, sondern

lediglich ein durch eine Laune der Natur schwarzgefärbter Leopard oder

Jaguar. Auf dem Vereinswappen der Augsburger sieht er recht gefährlich aus,

doch übertrug sich dies in den vergangenen Jahren nur selten auf die

Mannschaft. Das ist in dieser Spielzeit anders. Mit einem Sieg heute in

Düsseldorf können die Fuggerstädter nach Punkten mit der DEG gleichziehen.

"Wir haben eine geschlossene Mannschaft. Unsere Spieler sind jung und

ehrgeizig. Sie haben einfach Spaß am Spiel", sagt Manager Duanne Moeser. Der

45-jährige kann dieses Erfolgsrezept hervorragend beurteilen, denn

schließlich schnürte er selber von 1994 bis 2005 in 553 DEL-Partien die

Schlittschuhe für die Augsburger.

Das Team vom Lech ist bereits am Donnerstag nach Düsseldorf gereist.

Dabei saßen zwei alte Bekannte mit im Bus. Stürmer Thomas Jörg hat seinen

Muskelfaserriss auskuriert und steht Trainer Larry Mitchell wieder zur

Verfügung. Der 27-Jährige Jörg fühlt sich in Augsburg so wohl, dass er

seinen Vertrag am Mittwoch um ein weiteres Jahr verlängert hat. Worum sich

seit Montag auch Verteidiger Eric Werner bemüht. Die Panther vergaben ihre

letzte Lizenz an den 25-Jährigen deutschstämmigen US-Amerikaner, der in der

Vorsaison in Düsseldorf nicht überzeugen konnte.

Dass DEG-Trainer Harold Kreis den Gegner sehr ernst nimmt, belegt die

Tatsache, dass er sich mit dem Sonntag-Spiel in Ingolstadt erst ab Samstag

beschäftigen will. Dabei haben seine Spieler besonders an der Donau etwas

gut zu machen, denn dort setzte es am 7. Dezember ein in seiner Art

peinliches 3:6. "Die Jungs erinnern sich besonders an den Tag danach nicht

gerne", sagt Kreis. Es setzte eine Moralpredigt sowie ein Straftraining und

siehe da - seitdem befindet sich das Team in einem beständigen

Aufwärtstrend. "Wir sind nun viel konzentrierter und stets darauf

fokussiert, aus jedem Spiel die maximale Ausbeute zu holen", so Kreis

weiter. Und diese Ausbeute soll am Wochenende erneut sechs Punkte betragen,

auch wenn die Gegner Panther sind. Die DEG ist nämlich auf Großkatzenjagd.

Von Thomas Schulz