DEB – Quo Vadis oder Chapeau?Die Hockeyweb-Kolumne von Boris Capla

DEB – Quo Vadis oder Chapeau?DEB – Quo Vadis oder Chapeau?
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Der Deutsche Eishockey Bund hat es geschafft. Die WM 2017 findet in Deutschland und Frankreich statt und die Nationalmannschaft ist nicht abgestiegen.

Bei der WM Bewerbung hat sich das Präsidium und Franz Reindl als eine Einheit präsentiert und gemeinsam für den Erfolg gearbeitet. DER DEB hat es zum wiederholten Mal geschafft, eine WM nach Deutschland zu holen. Das Konzept hat überzeugt. Paris als Standort bringt neues Flair – Köln hat als WM Standort bereits Kultstatus – Chapeau!

Doch was passiert bis dahin? Seit Jahren ist der DEB ohne sportliche Führung. Nach der Trennung von Uwe Krupp und dem Absetzen von Franz Reindl als Sportdirektor ist ein Vakuum entstanden. Ausgefüllt wird dieses von Franz Reindl, der im Hintergrund weiter alle Fäden in der Hand hält. Ob bei Spielern, Trainern, der IIHF oder dem DOSB, seine Kompetenz wird anerkannt und sein Wort zählt.  

Pat Cortina wurde als Bundestrainer verpflichtet und gleichzeitig zum Sportdirektor befördert, weil das Präsidium glaubt, dass ein Sportdirektor beim DEB nur 4 Monate in der Saison tatsächlich etwas zu tun hat. Bezogen auf die A-Nationalmannschaft mag das vielleicht stimmen, aber die Nationalmannschaft steht am Ende der Entwicklungskette. Was ist mit der Weiterentwicklung des Deutschen Eishockeys - der konzeptionellen Nachwuchsausbildung und Förderung, der Traineraus- und Fortbildung, dem Club-Mentoring und einem Aufbau von neuen Programmen? Wer ist dafür verantwortlich? Der Präsident, der Generalsekretär, der Bundestrainer, die DEL? Oder wer?

Wo liegt eigentlich die Kompetenz des DEB. Welche Aufgaben sollte oder kann er im Deutschen Eishockey zukünftig erfüllen? Die DEL braucht den DEB nicht wirklich, die ESBG will der DEB nicht. Der DEB will eine neue 2. Liga, aber keine DEL 2. Das „Nachwuchskonzept“ des DEB führt seit Jahrzehnten dazu, dass die Nachwuchs-Nationalteams überwiegend um den Abstieg spielen. Immer mehr junge Spieler sehen wenig Perspektive im Berufsbild Eishockeyspieler oder suchen nach Ausbildungsmöglichkeiten in ausländischen Ligen. Erfolgreiche Verbände setzen Konzepte um, die ihrem Nachwuchs die entsprechenden Perspektiven geben. Der DEB, aber auch die DEL, haben da trotz aller Anstrengungen noch Nachholbedarf, gemeinsam ein nachhaltiges und durchgängiges Konzept umzusetzen, dass das Berufsbild Eishockeyspieler oder -Trainer erstrebenswerter erscheinen lässt als dies bislang der Fall ist.

Wenn der Verband als oberstes Führungsorgan perspektivisch bestehen will und soll, muss er sich den nationalen und internationalen Anforderungen stellen. Hierzu sollte er sich personell und konzeptionell optimieren. Die WM 2017 sollte als Etappenziel und große Chance genutzt werden um näher an die erfolgreichen Nationen heranzukommen. Dazu muss mit dem Nachwuchs anfangen werden. Es ist an der Zeit, die Nachwuchsarbeit an Siegen und Titeln zu messen – Hoffentlich Chapeau!

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Boris Capla war von 1994 bis 2010 in der Deutschen Eishockey Liga als Geschäftsführer und Sportdirektor tätig. Die größten sportlichen Erfolge des 50-Jährigen in seiner Funktionärslaufbahn sind der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2000 mit den München Barons, sowie die Vizemeisterschaft, ebenfalls mit den Barons, 2001. Im Jahr 2002 zog Capla mit den Münchnern nach Hamburg und war dort als Geschäftsführer der Hamburg Freezers tätig. Heute betreut Boris Capla seine Eishockeyschule, die "Capla Hockey Acedemy" und ist Kolumnist für Hockeyweb.


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