De Raaf siegt gegen JacksonSchwenningen überrascht in München

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Er gewann insgesamt elfmal die Deutsche Meisterschaft. Viermal mit den Kölner Haien. Fünfmal mit der Düsseldorfer EG und zweimal mit den Adlern Mannheim. In Deutschland ist er längst eine lebende Torwartlegende und langjähriges Mitglied der Deutschen Eishockey Hall of Fame. In der vergangenen Saison war er noch Co- und Assistenztrainer bei den Red Bulls. „Helmut ist ein großer Eishockey-Trainer“, so sein letztjähriger Chef Don Jackson. Nun ist er Cheftrainer bei den Schwenninger Wild Wings, die zu Gast in München waren: Die Rede ist von Helmut de Raaf. Seine Wild Wings verkauften sich bis jetzt deutlich über Wert in der DEL und mussten sich am ersten Spieltag nur knapp gegen den Deutschen Meister aus Mannheim geschlagen geben. De Raaf galt in München lange als Sympathieträger. Dem entsprechend neutral bzw. fast schon freundlich wurde er vom Münchner Publikum empfangen. „Es ist immer schön hierherzukommen, vielen Dank für den herzlichen Empfang“, so de Raaf. In einem abwechslungsreichen Spiel vor 2617 Zuschauer gewannen die Schwenninger Wild Wings mit 5:4 (0:1, 3:1, 1:2, 1:0) nach Penaltyschießen.

Auch in dieser Saison hat der Taktikfuchs aus Neuss sein Team besonders auf seiner Torwartposition weiterentwickelt. Joseph MacDonald zeigte in den bisherigen Partien eine solide Leistung und soll auch in der heutigen Partie gegen die Red Bulls seiner Vordermannschaft Sicherheit verleihen. Diese Sicherheit hielt allerdings nur zwölf Minuten lang, bis Münchens Daniel Sparre die Führung für die Gastgeber erzielte.

Jene hielt allerdings nicht lange, denn de Raaf fand in der Pause die richtigen Worte für sein Team, die die Red Bulls zu Beginn des zweiten Drittels mit drei Toren innerhalb von fünf Spielminuten förmlich überrannt haben. Das Spiel drohte nun zu Gunsten der Wild Wings zu kippen. Münchens Coach Don Jackson reagierte und brachte Danny aus den Birken für Lukas Lang. Die Red Bulls kamen teilweise überhaupt nicht in die Zweikämpfe und ließen die Gäste gewähren. Ein von Jason Jaffray verwandelter Penalty brachte die Gastgeber wieder ins Spiel, die sich langsam aber sicher wieder fingen.

Auf den zwischenzeitlichen Ausgleich reagierten die Wild Wings mit dem erneuten Führungstreffer nur wenige Sekunden später. Fünf Minuten vor Spielende nahm de Raaf eine Auszeit, um dem Münchner Sturmlauf Einhalt zu gebieten, aber zweieinhalb Minuten vor Spielende glichen die Red Bulls durch Daniel Sparre erneut aus und sorgten so für die Verlängerung. Nach einer torlosen Overtime sorgten Ashton Rome und Simoin Danner im Penaltyschießen für die Entscheidung. „Es hat einfach alles gepasst heute. Es war ein großer Sieg für uns“, so de Raaf.