Das Warten für die Eisbären Berlin hat ein Ende

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Die Viertelfinalserie gegen die Hamburg Freezers hatte der Deutsche Meister erstaunlich schnell hinter sich gebracht. Die Hansestädter, aufgrund ihrer letztlich erfolgreichen Aufholjagd in der 1. Play-off-Runde gegen die Frankfurt Lions offenbar doch zu sehr geschwächt, konnten die Eisbären Berlin nicht entscheidend in ihrem Lauf stoppen. Nur in den ersten beiden Begegnungen war beim Team von Chefcoach Don Jackson ein dezentes Wanken zu verzeichnen. Die Herausforderung schien meistenteils zu überschaubar, als dass es nötig gewesen wäre massenweise Bäume ausreißen zu müssen. So ließen die Eisbären-Cracks ihre spielerischen Möglichkeiten recht ökonomisch aufblitzen. Eines jedoch gelang den abgekämpften Freezers, nämlich noch einmal aufzuzeigen, woran Chefcoach Don Jackson in der nach Serienende anstehenden neuntägigen Pause mit seinem Team würde arbeiten müssen: am Penaltykilling. Viermal immerhin trafen die biederen „Kühlschränke“ in Überzahl. Schon in der Vorrunde fiel die Unterzahlquote der Eisbären mit nur 81,27% recht bescheiden aus. Die Hauptstädter kompensierten diese Schwäche jedoch, indem sie erfolgreich versuchten der Strafbank fernzubleiben. Nach Wolfsburg kassierten sie mit nur 882 Strafminuten die zweitwenigsten aller DEL-Teams. Musste dann doch ein Eisbär auf dem Sünderbänkchen Platz nehmen, klingelte es aber in 47 Fällen im Tor von Rob Zepp oder Youri Ziffzer. Nach dem Training am Freitag sagte Jackson: „Ich bin deswegen nicht sehr besorgt. Es lief zuletzt besser.“ Trotzdem wurde im Team darüber gesprochen, wie einige Spieler noch während der laufenden Serie gegen Hamburg bekannten, und im Training zuletzt natürlich daran gearbeitet. Die Reihenfolge Jacksons Prioritätenliste lautet hier aber sowieso: 1. Disziplin halten und 2. besseres Penaltykilling spielen. In den vier Spielen gegen die Freezers verbrachten Spieler der Eisbären im Schnitt nur 16,5 Minuten auf der Strafbank, die der Adler in fünf Play-off-Begegnungen immerhin 22. Im Hinblick auf die am Sonntag beginnende Halbfinalserie gegen die Adler Mannheim sagte Jackson: „Es wird ein harter Kampf. Spiele gegen Mannheim sind nie einfach.“ In welchem Maße es seinen Spielern in diesem harten Kampf dann gelingen wird, weiter der Strafbank fernzubleiben und das im Training geübte aggressivere Abwehrverhalten in Unterzahl erfolgreich aufs Eis zu bringen, darf gespannt abgewartet werden. 

Auch wenn das Team der Mannheimer in Sachen Siegeswillen und Aggressivität wohl nur noch wenig mit dem der beiden 2:7-Klatschen in der Vorrunde gemein haben dürfte, schlottern den Eisbären selbstverständlich auch nicht vor Angst die Knie. Man bereitet sich auf eine harte Auseinandersetzung auf sportlicher Augenhöhe vor und ist sich bewusst, dass man zum Überwinden der Hürde Mannheim höher springen muss, als das gegen die Freezers nötig war. „Es gibt Phasen“, gab Don Jackson Einblick in die Stimmungslage seiner Mannschaft, „in denen muss ein Trainer viel mit seiner Mannschaft reden und in manchen eher weniger. Unser Team ist so erfahren, das weiß, wie es geht. Da habe ich zurzeit das Gefühl, ich muss mich eher zurückhalten.“ Obligatorisch mittlerweile auch die Bedenken, die bei manch Beobachter wegen der erneut recht langen Spielpause aufkommen. Hier haben die Eisbären in der Vergangenheit nun wahrlich alle Erfahrungen gesammelt, die es in dieser Hinsicht zu sammeln gibt. Jackson weiß daher längst: „Nach so einer Pause muss man konzentrierter in das erste Spiel gehen, als wenn es sie nicht gegeben hätte.“

Personelle Sorgen drücken den Eisbären-Chefcoach derzeit keine allzu großen. Stefan Ustorf und voraussichtlich Christian Swärd werden nicht zur Verfügung stehen. Dafür kehren die zuletzt leicht angeschlagenen Stürmer Steve Walker und Nathan Robinson am Sonntag ebenso wieder zurück an Bord wie Verteidiger Richie Regehr. Für den Kanadier rückt Constantin Braun zurück in den Sturm. So war die Pause sogar eher nützlich für die Eisbären, um zu regenerieren und eine hoffentlich hochklassige und spannende Halbfinalserie gegen die Adler Mannheim kann endlich beginnen. Der Frage, welche Bedeutung das erste Spiel einer Play-off-Serie für deren weiteren Verlauf hat, begegnete Jackson mit einem Lachen: „Ich habe auf diese Frage schon tausend Trainer antworten hören, etwas wirklich Vernünftiges ist mir dabei noch nicht zu Ohren gekommen. Deshalb bleibe ich dabei: in den Play-off ist das nächste Spiel immer das wichtigste.“ (mac - Foto by City-Press)


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