Das kleine Wunder von Nürnberg Die Serie geht weiter

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Packend, energiegeladen und ungemein dramatisch! Das war das vierte Halbfinalduell der Ice Tigers mit den Grizzlys am Dienstagabend. Matchpuck hieß es für Wolfsburg. Hopp oder top dagegen für die Nürnberger, die nichts mehr zu verlieren hatten. Ein Sieg musste her. Doch zunächst sah es so aus, als würden sich diesen erneut die Niedersachsen schnappen. Früh gingen sie in doppelter Überzahl durch Gerrit Fauser in Führung (4.). Als die Grizzlys dann im Mittelabschnitt noch zwei weitere Male trafen, deutete sich stark an: Sweep und Finale für Wolfsburg, Sommerpause für Nürnberg. Doch wie würde Heftig.co schreiben: Was dann geschah, war unglaublich.        

„Bester Moment“ zum Toreschießen  

Gerade hatte Alexander Oblinger auf der Nürnberger Strafbank Platz genommen (Unnötige Härte), da passierte das Unerwartete. Unterzahl, Bully! Patrick Reimer schnappte sich den Puck, stürmte von der eigenen Zone ins Wolfsburger Drittel und überraschte Grizzlys-Keeper Felix Brückmann. Tor! Endlich! Denn genau das hatte den Ice Tigers in diesem Halbfinale so oft gefehlt. Immer wieder hatten die Franken in dieser Serie versucht, die Hartgummischeibe im Kasten der Grizzlys zu versenken. Nur dreimal war es ihnen gelungen – bis der Kapitän den Bann brach. „So ein Arschlochtor braucht man manchmal“, ist Marco Pfleger ehrlich. Denn ihm und seinen Teamkollegen war klar: „Wenn wir ein Tor schießen, fängt Wolfsburg an zu wackeln.“ Und siehe da: Sieben Minuten später folgte der Anschlusstreffer. Von einem Mann, der einen gehörigen Anteil am Spiel und dessen Ausgang hatte: Matt Murley. Zweimal traf der Ice-Tigers-Stürmer am Dienstag, Verteidiger Kurtis Foster verhalf er zum 3:4-Anschlusstreffer. Was war passiert? „Ich hab’ mir die Tore bis zum besten Moment aufgehoben“, erklärt der 36-jährige US-Amerikaner seine ersten Play-off-Treffer. Und wer weiß? Vielleicht wartet Murley ja schon auf den nächsten besten Moment. Zumindest hat er am Freitag in Wolfsburg erneut die Chance, diesen zu nutzen.

Defensiv ins Finale

Nicht genutzt haben die Grizzlys ihren ersten Matchpuck. Mit ihrem vierten Seriensieg in Folge hätten die Niedersachsen den Sack zumachen können. Doch nach der 3:0-Führung lief etwas schief: „ Wir haben den Kopf etwas verloren und waren mental nicht mehr hundertprozentig bereit“, gesteht Gerrit Fauser. Dazu kam ein euphorisches Nürnberger Publikum: „Wir versuchten natürlich, uns davon wenig beeinflussen zu lassen. Doch die waren heute schon laut“, erkannte der 26-Jährige. Dabei hätte es so weit gar nicht kommen müssen. „Wir waren ja selbst schuld, dass wir durch unsere Gegentreffer die Fans wieder so ins Spiel kommen ließen“, ist Fauser kritisch. Er geht aber davon aus, dass das so nicht noch einmal passieren wird. Schließlich kennt er die eigentliche Stärke seiner Mannschaft: die Defensivarbeit. Mit dieser wollen die Grizzlys am Freitag die Ice Tigers nämlich wieder zum Verzweifeln bringen. „Und vorne werden wir sicher unsere Chancen kriegen“, ist der gebürtige Nürnberger optimistisch.

Doch Vorsicht! Die „Diecher“ können wieder Tore schießen und wollen nun frisch gestärkt weiter angreifen. „Der Pott ist wieder voll aufgetankt. Jetzt macht keiner mehr schlapp“, warnt Marco Pfleger.

Stand der Halbfinalserie: Wolfsburg 3, Nürnberg 1

Das vierte Serienduell im Überblick:

Tore: 0:1 (4.) Fauser (PP2 / Haskins, Voakes), 0:2 (28.) Aubin (Likens, Voakes), 0:3 (29.) Höhenleitner (Mayer, Reiss), 1:3 (31.) Reimer (SH1), 2:3 (38.) Murley (Segal, Printz), 2:4 (39.) Höhenleitner (Wurm), 3:4 (42.) Foster (Murley), 4:4 (45.) Murley (Ehliz), 5:4 (52.) Martinovic (Pföderl)

Strafen: Nürnberg 10, Wolfsburg 6

Schiedsrichter: Brill, Piechaczek

Zuschauer: 6.715


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