Das Fernduell geht weiter

Klare Worte bei den AdlernKlare Worte bei den Adlern
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Die

Länderspielpause der DEL ist vorbei, die Nationalmannschaft des DEB hat

ihr einzigstes Vorbereitungsturnier für Olympia erfolgreich absolviert

und der Ligaalltag in der DEL stand ab heute wieder für Mannheim (am

Freitag spielfrei) auf dem Programm. Für Mannheim galt es, die

Eisbären, die es am Freitag versäumten, einen Punktevorsprung in Köln

herauszuarbeiten, nicht davon ziehen zu lassen. Dazu

mussten die Pinguine aus Krefeld besiegt werden und - frei

nach dem Motto "der nächste Gegner ist immer der schwerste" - war das

ein hartes Stück Arbeit gegen eine wahrlich nicht fabelhaft spielende

Krefelder Mannschaft.

Bei

den Adlern kehrte Hackert in die Mannschaft zurück, Seidenberg und

Scalzo fehlten. Der eine konnte verletzungsbedingt nicht spielen, der

andere durfte nicht. Bei den Pinguinen fehlte Milo, Riefers und

Hübscher.

Im

ersten Abschnitt liefen die Aktionen der Adler bis zum gegnerischen

Drittel recht ordentlich. Nach Eindringen ins gegnerische Drittel war

von Ordnung und durchdachten Aktionen jedoch nichts mehr zu sehen. Dazu

kamen unerklärliche technische Fehler. So trafen die Spieler der Adler

bei ihren Angriffen entweder den Puck nicht richtig oder passten in

eine spielerfreie Zone bzw. verzettelten sich in Zweikämpfen an der

Bande, aus denen sie selten als Sieger hervorgingen. Die Pinguine

verlegten sich fast ausschließlich aufs Verteidigen und lauerten auf

Konter. Einen solchen schlossen sie in der 14. Minute mit einem Tor ab.

Dreimal durften sie versuchen, unbelästigt von der Defensive der Adler,

ehe auch Freddy Brathwaite machtlos war und Michael Endraß zum 1:0

einschoss.

Waren

im ersten Drittel nur die Angriffsbemühungen im gegnerischen Drittel

dürftig, so befiel dieser Virus im zweiten Drittel alle

Mannschaftsteile - es lief nichts zusammen. Man hatte den Eindruck, die

Länderspielpause hatte diverse Löscheffekte, was Spiel und Defensiv-/

Offensivaufbau angeht, zur Folge. Obwohl es offensichtlich war, dass

heute Abend die Koordination von Kopf und Hand bei vielen Spielern

nicht funktionierte, versuchten die Adler oft, die Situationen in der

Verteidigung spielerisch zu lösen. Das führte immer wieder zu

turbulenten Szenen vor dem Adlertor. Zum Glück hatten die Pinguine

auch nicht ihren besten Tag. Es muss wohl irgendwie ansteckend

gewesen sein.

Dass

während einer solch unübersichtlichen Szenerie, dieses Mal vor dem Gehäuse

der Pinguine, ein Tor fiel, verdanken die Adler Methot, der im Gewühl

am schnellsten reagierte und in der 25. Minute ausglich. Die Freude

währte nicht lange. In der gleichen Minute durften sich drei vor

Braithwaite frei stehende Pinguine aussuchen, wer schießt. Die Wahl

fiel auf Verwey, der zum 1 : 2 erhöhte. Das Spiel ging in diesem Stil

weiter. Nach und nach versuchten Robinson und Methot, das Spiel in

dieser Phase zu ordnen , sie waren überall zu finden und setzten durch

Einzelaktionen Akzente. In der 35. Minute sah Robinson den freien

Butenschön, der sich von der blauen Linie die Chance zum 2:2 nicht

entgehen ließ. Mit diesem Ergebnis ging es in die zweite Drittelpause.

Das

letzte Drittel brachte bis etwa zur 50. Minute keine Besserung. Ab da

an jedoch fanden die Adler langsam zu ihrem Spiel, die Aktionen fingen

an zu laufen und der Spielfluss wurde nicht mehr durch eigene Fehler

unterbrochen. So war es dann wiederum Robinson, der in der 54. Minute

auf Methot passte und dieser zu seinem zweiten Tor des Abends zum 3:2

traf. Spätestens dieser Treffer brachte den Adlern Sicherheit . Die

Pinguine versuchten nun, zu retten was zu retten ist, und

intensivierten ihre Angriffsbemühungen, wurden aber durch ein schönes

Solo von King darin jäh gestoppt. Er schloss in der 57. Minute - von

Hackert auf die Reise geschickt - zum 4:2 Endstand ab.

Man

weiß nicht, was der Grund für diesen Rückfall ist, hatten doch alle die

Hoffnung, dass diese Spielweise aus den Anfängen der Saison endlich der

Vergangenheit angehört. Waren die Umstellungen in den Reihen, die Doug

Mason als Resultat aus dem Berlinspiel vornahm, oder der Start aus der

Pause oder beides der Grund für dieses zähe Spiel heute Abend?

Vielleicht sollte man einfach für glückliche drei Punkte dankbar sein und auf Besserung hoffen.

Gerd Kositzki


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