Das Augsburger „Goalie-Problem“

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Wenn die Fans ins Ausgburger Curt Frenzel-Stadion, oder früher ins Stadion im Schleifgraben zum Eishockey pilgern, waren zahlreiche Goalies ihre absoluten Lieblinge. Die älteren Puck-Freunde erinnern sich noch an den Letten Alfa Anson, der Ende der 40er Jahre der beste Keeper Europas war und von 1946 bis 1949 das Trikot des HC Augsburg trug. HCA wurde der AEV nach dem Zweiten Weltkrieg genannt, weil der Gründungsname von 1878 von den USA- Besatzern verboten war. Ihm folgte für ein Jahr der baumlange Tscheche Jansky, der die Zuschauer mit seinen Fangkünsten begeisterte. Danach kam eine kunsteislose Zeit bis in die 60er Jahre. Der AEV stieg mit Capitän Paul Ambros von der Landes- in die Bundesliga auf.

In den letzten Aufstiegsjahren stand der aus Füssen gekommene Nationalgoalie Harry Lindner im AEV-Kasten. Als er verletzt aufhörte, kamen Keeper wie der Landsberger Robert

„Mekki“ Merkle, der von Bayern München nach Augsburg abwanderte, in Augsburg Nationalspieler wurde und mit seiner bayerischen Ruhe der AEV-Abwehr den nötigen Rückhalt gab. Dann kam aus Reichersbeuren Franz Funk, der kleine Bruder des großen Lorenz Funk. Auch er wurde in Augsburg Nationalspieler und profitierte vom Spezialtraining, das Josef Capla mit ihm machte.


Josef Capla, heute ein anerkannter Fachmann was das Torhütertraining betrifft, war auch

einer der „Goalie-Väter“ von Thomas Schön. Der kleine Tommy spielte 14 Jahre für den

AEV. 253 Spiele für die Augsburger absolvierte Karl-Heinz Eberle, auch ein Landsberger.

Er verunglückte tödlich mit dem Auto. Sie alle waren absolute Publikumslieblinge.

Ein ganz großer Keeper wurde der Augsburger Klaus Merk – auch aus der Grundschule von

Josef Capla! Auch er wurde Nationalspieler und trug später das Trikot des SB Rosenheim und dann hütete er viele Jahre das Tor der Berliner Vereine. Zu den anerkannten Keepern in der Zeit vor der DEL-Gründung gehörte auch Ian Wood, der es verstand die Fans in

Begeisterung zu versetzen.


Der „Größte“, der je im AEV-Tor stand aber war der dreimalige Weltmeister aus Bratislava, Vladimir Dzurilla. Er machte fast alleine das Stadion voll und brachte die Stürmer der gesamten Bundesliga zur Verzweiflung – so lange er gesund war. Dann mußte er nach einer unsachgemäßen Behandlung die Saison (1978/79) beenden und der AEV stieg ab. Noch heute schwärmen die älteren Fans von der Dzurilla-Aera, wo es Karten nur noch auf dem schwarzen Markt gab!


Dann kam die DEL mit den Panther-Keepern Petri Ylönen, Heimkehrer Klaus Merk, den es aber wieder nach Berlin zog, Sven Rampf und dem Schweden Magnus Eriksson. Und dieser

Schwede hatte Tage, da ging nichts ins AEV-Tor. Die Fans liebten ihn, feierten ihn als Penalty-Killer – und sie wählten Magnus Eriksson trotz der großen Namen der Vergangenheit im Jubiläumsjahr 2003 „125 Jahre AEV“ zum besten Keeper aller Zeiten in das Jubiläums-All Star Team des Vereins. Und jetzt hat der „Jahrhundertgoalie“ plötzlich Probleme. Er lässt Pucks durch die Beine, greift daneben und steht falsch in der Kiste. Er wird ausgewechselt, die ersten Piffe kommen von den Rängen. Sein Ersatzmann Steffen Karg, hatte wenig Eiszeit. aber die gleichen Probleme. Die Abwehr wurde verunsichert, es wurden Spiele verloren, die das Team eigentlich gewinnen musste – und man rutschte aus den Play-off-Rängen! Magnus Eriksson reiste nach Schweden, um in der DEL- Pause dort mit einem Torwart-Spezial-Trainer zu arbeiten. Man hofft, dass er seine Probleme im hohen Norden lässt und von einem Spezialtrainer wieder in Form gebracht wird, denn der AEV hat keinen eigenen Torwarttrainer!

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