Darin Olver: „Ich bin zu alt für diesen Sch…marrn!“ Der Hattrick-Held des ERC Ingolstadt

Traf gegen den Meister dreifach: Ingolstadts Darin Olver (l.) (picture alliance / ZUMAPRESS.com)Traf gegen den Meister dreifach: Ingolstadts Darin Olver (l.) (picture alliance / ZUMAPRESS.com)
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Mehrere Zeugen im Umfeld des ERC Ingolstadt berichten übereinstimmend, dass Ingolstadts Stürmer Darin Olver ein ruhiger und zurückhaltender Mensch sei – außer es geht um Eishockey und die Emotionen befinden sich im Ausnahmezustand. Nach dem Overtime-Sieg gegen den amtierenden Meister aus München dank des Hattricks von Olver und des sehenswerten Siegtreffers von Thomas Greilinger am Sonntag Abend sprudelte es – nicht immer zitierfähig – förmlich aus ihm heraus. Über die Serie von drei Spielen mit Verlängerung sagte er: „Im Moment nehmen wir jeden Punkt mit, denn die Tabelle ist so eng, dass wir auch den einen zusätzlichen Punkt sehr gut brauchen können. Wenn Du mich fragst, ob ich lieber drei Punkte hätte: Natürlich – aber so ist es halt. In der Kabine machen wir schon Witze darüber.“ Seit seiner Ankunft vor der Saison hat er immer wieder gezeigt, wie wertvoll er sein kann, aber auf seine Scoring-Power aus Berliner und Augsburger Tagen mussten die Fans ein bisschen warten – bis Sonntag. Er selbst wollte seinem ersten Hattrick für die Oberbayern gar nicht so große Bedeutung beimessen: „Natürlich wird man als Stürmer immer auch an der offensiven Produktion gemessen, insofern war das sicher einer meiner besten Spiele, seit ich beim ERC bin. Aber für mich sind in meinem Spiel andere Dinge ebenso wichtig: Bullys gewinnen, die Scheibe halten, viel Zeit in der gegnerischen Zone verbringen.“ Und wie es sich gehört, lobte er natürlich seine Sturmkollegen: „Seit Larry als Trainer übernommen hat, spiele ich mit Greg Mauldin und Kael Mouillerat, und das macht verdammt viel Spaß.“ Die Reihe funktionierte gegen die Bullen aber auch ohne Letzteren. Statt seiner lief Laurin Braun an der Seite des Deutsch-Kanadiers und des dunkelhäutigen US-Amerikaners auf.

Gemeinsam stehen sie für den Aufschwung beim ERC Ingolstadt, der die Schanzer in einer von vielen Misstönen geprägten Saison – stichwortartig erwähnt seien hier nur die Namen Trotter, Samuelsson und Buck – doch noch ein ernstes Wort im Kampf um die direkte Play-off-Qualifikation mitreden lässt. Nur vier Punkte Rückstand auf die punktgleichen Teams aus Schwenningen und Iserlohn auf den Rängen fünf und sechs haben die Schanzer derzeit: „Es war ein verdammt hartes Jahr, insofern ist es umso schöner, dass wir doch noch etwas reißen können diese Saison. Nächste Woche spielen wir gegen Berlin, und dann haben wir einige Teams, die im Moment vor uns stehen, noch hier bei uns zu Gast. Das werden verdammt wichtige Spiele.“ Play-off-Eishockey im Januar sozusagen – ähnlich sah es auch Doug Shedden in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Vor allem freute er sich darüber, dass sein Team sich für den Aufwand belohnt hat und betonte, dass die Mannschaft auch nach dem zwischenzeitlichen Rückstand im Schlussdrittel den Kopf nicht habe hängen lassen und gegen das äußerst effiziente Spitzenteam aus München, das jeden kleinen Fehler der Schanzer bestrafte, den Ausgleich erzwungen hat.

Doch trotz beiden spektakulären Overtime-Heimsiege gegen die Top-Mannschaften aus Wolfsburg und München will Darin Olver die Extra-Schicht nicht zur Gewohnheit werden lassen: „Oh nein, ich bin zu alt für diesen Sch….marrn!“

 

 

 

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