Daniel Hopp: "Jetzt haben wir Zeit"

Klare Worte bei den AdlernKlare Worte bei den Adlern
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Die Kuh ist vom Eis, die Spekulationen in Mannheim haben ein Ende, die Nummer eins steht fest. Der Kanadier Jamie Storr wird in der kommenden Saison für die Adler das Tor hüten. Der Gesellschafter des Vereins, Daniel Hopp, erleichtert zu Hockeyweb: "Das hatte höchste Priorität, jetzt können

wir in aller Ruhe den Markt beobachten." Zweimal hätten Sportmanager Marcus Kuhl und er Storr beobachten können bei einem Trip nach Übersee im Februar, sagt Hopp, beide Male habe er einen hervorragenden Eindruck hinterlassen.

Die Chance ihn zu sehen, kam eher als Zufall, "aber wir hatten ihn schon vorher auf unserer Liste. Und als wir vor ein paar Tagen gehört haben, dass er frei sei, war uns klar, er ist genau der Richtige für uns," sagt Hopp. Der 1,90 Meter große Spieler galt als eines der größten Talente, wurde mit

18 Jahren gedraftet, blieb aber hinter den NHL-Erwartungen, die in ihn gesetzt worden waren, zurück. Für Europa aber soll Storr zu großen Hoffnungen berechtigen, sagen Experten.

Wer genau die Nummer zwei wird hinter dem 28-jährigen Storr sein wird, das steht noch nicht fest. Danny aus

den Birken, aus dem Jungadler-Projekt hervorgegangen und schon in der vergangenen Spielzeit jederzeit auf Abruf bereit, könnte es sein, auch Jungadler-Torwart Youri Ziffzer scheint gute Chancen zu haben, im Gespräch war ebenfalls Patrick Ehelechner, auch er einer, der einst unter Helmut de

Raaf im Jugendteam antrat. "Patrick ist in Amerika," sagt Daniel Hopp, "da will er wohl auch bleiben." Noch einer ist im Gespräch, allerdings eher für Notsituationen. Mike Rosati, früherer Publikumsliebling hat sich als Torwart-Trainer angedient und ist dabei bei Hopp auf offene Ohren gestoßen.

"Das ist sicherlich eine Überlegung wert," meint der Gesellschafter zu Hockeyweb, "aber entschieden ist es nicht". Im Falle eines Falles könnte der Rosy, wie sie ihn liebevoll nennen, durchaus bei Not am Manne einspringen, wenn die Nummer eins verletzt wäre beispielsweise. Rosati liegt, so die

Informationen von Hockeyweb, ein Angebot vor. Vermutlich wird er sich morgen entscheiden. Wie es aussieht, möchte Rosati den Job gerne übernehmen. Er könnte mit seiner Familie in Mannheim bleiben, würde aber gleichzeitig auch den Schritt in eine neue Karriere starten, wichtig für einen, der eine Familie ernähren will. Schwierig für den Torwart mit Leidenschaft ist jedoch

eines: "Ich müsste mich sehr daran gewöhnen, nicht mehr zu spielen." Hart für Rosati, der dennoch die Hoffnung hegen könnte, auf manche Einsätze zu kommen, sollte sich alles so erfüllen, wie es zumindest mal angedacht war.

Aber all dies bleibt vorläufig reine Spekulation, denn vieles steht und fällt mit den Heilbronner Falken. Überleben sie den Absturz, dann steht einer Kooperation mit den Mannheimer Adlern nichts im Wege, dann könnte der jetzige Adler-Co-Coach

Rico Rossi dorthin als Trainer wechseln, hätte Mike Rosati gleich drei Teams zu betreuen, würden viele Jungadler Lizenzen für die Falken erhalten.

Doch noch ist vieles offen in Heilbronn, Hopp: "Das ist alles sehr schwierig, ich bekomme auch immer nur eine Art von Wasserstandsmeldung." Klar ist, dass die Adler gerne helfen wollen, allerdings nicht mit einer dicken Finanzspritze

(Hopp: "Das kommt nicht in Frage"), sondern auf sportlichem Sektor. Dort allerdings sehr aktiv und unter Einsatz auch von finanziellen Mitteln, etwa bei den Ex-Jungadlern. Apropos Jungadler: Die beiden Trainer, die nach dem Weggang von de Raaf zu den großen Adlern, das Team zur Meisterschaft geführt

haben, erhielten Angebote für die kommende Saison, sagt Hopp, "wir würden sie gerne behalten." Wer außerdem noch an Bord kommt, das hängt von Heilbronn ab. Rico Rossi wäre auch eine Jungadler-Option. Doch das alles muss geklärt werden. Hopp: "Wir haben ja noch Zeit, es ist erst Mai und jetzt sind wir erstmal froh, dass wir einen Torhüter haben." (Angelika von

Bülow)