Dan Ratushny: „Wir sind als Team zusammengewachsen“Straubing vor dem DEL-Start

Dan Ratushny und seine Tigers sind bereit für die neue Saison. (Foto: www.stock4press.de)Dan Ratushny und seine Tigers sind bereit für die neue Saison. (Foto: www.stock4press.de)
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„Es war eine gute Vorbereitung, in der wir als Team zusammengewachsen sind“, meint Dan Ratushny und erinnert an das vergangene Wochenende. Straubing gewann in Bremerhaven den swb-Energie-Cup. „Das letzte Wochenende war sehr positiv, wir haben gutes Hockey gespielt. Die Jungs haben hart gearbeitet, es schaut gut aus. Ich denke, wir sind bereit.“ Angetan ist der Coach von seiner Mannschaft im Finale gegen die Dänen von den Odense Bulldogs. „Man muss die Mannschaft loben. Wir waren in Führung und sie haben nicht aufgehört zu spielen, wir haben 60 Minuten Eishockey gezeigt.“

Am Montag betonte Ratushny in einem Fernsehinterview nochmals, dass man weiter nach ein oder zwei weiteren Spielern Ausschau halte. Hier hat sich bisher jedoch noch nichts Neues ergeben. „Unser Team passt zusammen. Dennoch wissen wir, dass es im Laufe der Saison Verletzungen geben kann. In den letzten beiden Jahren sind uns in den Play-offs die Spieler ausgegangen. Wir haben daraus gelernt und werden zur rechten Zeit handeln.“ Dabei muss es jedoch aber gar kein weiterer Ausländer sein. „Es ist nicht wichtig, ob es ein Deutscher oder ein Importspieler ist, wir brauchen einfach einen weiteren Verteidiger. Zur Zeit haben wir nur sieben und hoffen, dass sich keiner verletzt.“ Welcher Typ von Verteidiger das ist, also eher ein sehr defensiver sogenannter „Stay-at-Home“-Verteidiger oder eher ein Offensivverteidiger wie es Grant Lewis war, spielt dabei auch keine große Rolle, denn Ratushny verlangt beides. „Ich denke, im modernen Eishockey kann man die Spieler nicht mehr in diese Schubladen stecken. Wenn man sich zum Beispiel Jordan Hendry ansieht, kann man nicht sagen, ob er ein Stay-at-Home oder ein Offensivverteidiger ist, er ist beides. Alle Spieler müssen defensiv und offensiv mitarbeiten.“ Beim Thema, ob man schon einen bestimmten Spieler im Auge hat, verweist der Coach auf Jason Dunham: „Das fällt in seinen Bereich. Er beobachtet den Markt und steht ständig mit Spielervermittlern und Agenten in Kontakt. Jetzt beginnen die NHL-Camps, da ändert sich sicher bei einigen Spielern noch der Status. Wir haben zwar eine Liste mit Spielern, an denen wir Interesse haben, aber da müssen wir erst sehen, wie sich ihr Status entwickelt.“ Doch auch im Sturm ist man ein Mann weniger als zur Vorsaison. „Natürlich würde auch ein weiterer Stürmer bei Ausfällen helfen, mehr Tiefe im Kader hilft immer. Aktuell hat aber ein weiterer Verteidiger oberste Priorität.“

Weiterhin Kapitän der Niederbayern ist Stürmer Sandro Schönberger. Über ihn sagt der Coach „Keine Frage, er ist ein Leader. Er kann überall eingesetzt werden, er ist die Vorlage für alle unsere Spieler. Er kann alles, was man für modernes Eishockey braucht.“ Der angesprochene Sandro Schönberger antwortet darauf: „Ich bin einer, der voran geht, das mach ich halt gerne. Aber wir haben aber auch andere Spieler in der Mannschaft, die das machen. Wie die drei anderen Kapitäne Mansi (Laurent Meunier), Stewi (Karl Stewart) oder Ondu (Florian Ondruschka). Auf deren Hilfe bin ich genauso angewiesen und zusammen werden wir das ganz gut hinbekommen.“ Mit der erneuten Berufung ins Kapitänsamt hat Schönberger gar nicht wirklich gerechnet. „Dan ist ziemlich früh zu mir gekommen und hat gesagt, dass er mich wieder als Kapitän will. Über das Vertrauen habe ich mich sehr gefreut und hoffe, es im Laufe der Saison auch zurückzuzahlen.“

Als Kapitän ist Schönberger vor und im Spiel auch immer wieder mit den Schiedsrichtern in Kontakt und bricht eine Lanze für sie und das Vier-Mann-System: „Am Wochenende hat man klar die Vorteile des Vier-Mann-Systems gesehen. Man hat gesehen, dass es für die Schiedsrichter, wenn sie zu dritt sind, sehr schwer ist, alles zu sehen. Wir Spieler sind eigentlich schon glücklich, dass ein Extramann am Eis steht und die das Spiel dann mehr unter Kontrolle haben.“ Die Neuerung, dass es im Spiel keine Matchstrafe für Check gegen den Kopf oder ähnliches (wir berichteten) mehr gibt, sondern nun alle diese Vergehen verhandelt werden, macht für die Spieler keinen Unterschied: „Man spielt ja nicht, um eine Matchstrafe zu bekommen, wir wollen eigentlich immer so fair wie möglich spielen, aber manchmal geht’s halt blöd aus.“

In Straubing ist inzwischen kaum noch jemand mit einer Niederlage zufrieden. Der zutiefst nordamerikanische Grundgedanke, in jedes Spiel zu gehen, um es zu gewinnen, egal gegen wen es geht, kommt in der Mannschaft gut an. Schönberger berichtet: „Wir finden das auch nicht toll, wenn die Leute mit Niederlagen zufrieden sind, aber ich glaube, das ist in Straubing auch keiner mehr. Das man gekämpft hat, reicht heute auch in Straubing nicht mehr. Der Anspruch der Fans ist sicher höher geworden, aber auch bei uns in der Mannschaft. Nach den letzten beiden Jahren ist das aber verständlich.“ Einen großen Anteil daran hat der kanadische Trainer: „Dan hat großen Anteil daran, unter anderen Trainern war dieses Denken nicht so. Der Verein hat eine Entwicklung nach oben gemacht, wir wollen das ja auch. Wir wollen nicht um Platz 10 bis 14 spielen, sondern wir wollen in die Play-offs. Das ist extrem schwer, wie sind immer noch Straubing und nicht Berlin oder Mannheim. Aber wenn alle fit sind und alles passt, haben wir recht gute Chancen.“

Am Auftaktwochenende geht es am Freitag zu Hause gegen Wolfsburg und am Sonntag spielt man in Augsburg. Dan Ratushny beschreibt die erste Gastmannschaft am Pulverturm so: „Wolfsburg ist eine sehr schnelle und mit sehr guten Fähigkeiten ausgestattete Mannschaft. In den zwei Jahren, in denen ich hier bin, waren sie immer ein Team von hoher Qualität. Die Offensive ist immer brandgefährlich und die Defensive immer hellwach. Darauf müssen unsere Spieler vorbereitet sein und müssen auf die Kleinigkeiten achten.“ Dass sich die Niedersachsen momentan mit einigen Verletzungssorgen plagen, macht für die Tigers keinen Unterschied. Sandro Schönberger sagt: „Es ist egal, ob beim Gegner alle fit sind oder nicht. Wolfsburg ist ein sehr unangenehmer Gegner, der sehr schnell ist. Über Spieler von Pavel Gross weiß man, dass die 100 Prozent fit sind. Das wird ein sehr schweres Spiel.“

Augsburg ist zurzeit der Dauergegner der Straubinger. Nicht nur das man letzte Saison auch in den Play-offs auf die Panther traf, auch in der Vorbereitung duellierte man sich bereits zweimal. Dan Ratushny meint zum Sonntagsgegner: „Augsburg ist eine hart arbeitende, schnell spielende Mannschaft. In Augsburg hat man zudem immer Extradruck, weil dort die Fans auch so laut sind. Wir müssen einfach auch hart arbeiten und mit Selbstvertrauen jeden Wechsel spielen. Augsburg ist zu Hause ein Top-Team.“ Einen Vorteil oder einen Nachteil, dass man in so kurzer Zeit so oft gegen denselben Gegner antritt, kann Schönberger nicht erkennen: „Eigentlich ist es Wurst. Bis jetzt waren Vorbereitungsspiele, jetzt geht es um Punkte, das wird ein ganz anderes Spiel. Augsburg wird natürlich auch noch die zwei Niederlagen aus der Vorbereitung im Kopf haben und es am Sonntag vor eigenem Publikum besser machen wollen. Die werden komplett Gas geben.“ Aus den letzten Begegnungen bleiben aber auch zwei Verletzungen im Gedächtnis. Zum einen der Kniecheck von Nick Ross gegen Grant Lewis, der zu dessen Saisonende führte und zum anderen der Bandencheck von Thomas Brandl an Steffen Tölzer. Von auszugleichenden Rechnungen geht Straubings Kapitän jedoch nicht aus. „Letztes Jahr ist abgehakt. Ross und Lewis sind nicht mehr da und die Sache vom Tom ist ganz unglücklich gelaufen. Das war von Tom keine Absicht und in dem Moment auch nicht mehr zu verhindern. Tom hat sich bei Steffen dafür entschuldigt, was auch angenommen wurde. Ich glaube nicht, dass es noch offene Rechnungen gibt.“

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