DAHMsinn! Neuanfang am Seilersee Der DEL-Teamcheck - Heute: Iserlohn Roosters

Sebastian Dahm zeigte bei der WM Klasse-Reflexe. Foto: picture alliance /Monika Skolimowska/dpaSebastian Dahm zeigte bei der WM Klasse-Reflexe. Foto: picture alliance /Monika Skolimowska/dpa
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Am 8. September startet die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) in ihre 24. Saison. Wer muss um die Playoffs bangen? Schwenninger Wild Wings, Krefeld Pinguine, Iserlohn Roosters? Wer sind die Favoriten? Grizzlys Wolfsburg, Adler Mannheim, Kölner Haie, Thomas Sabo Ice Tigers aus Nürnberg? Oder starten die Eisbären Berlin wieder richtig durch? Die Jagd auf Meister EHC Red Bull München beginnt. Hockeyweb macht den großen Teamcheck, testet alle 14 Mannschaften auf Stärken und Schwächen.

Heute: Iserlohn Roosters

Platz 13 sorgte für Katerstimmung

Die Euphorie war groß. Der Seilersee schwappte ob des kollektiven Glücksrausches fast über. 2016 sorgten die Iserlohn Roosters für eine Sensation. Platz 3 nach der Hauptrunde und die Teilnahme am Viertelfinale verwandelten das Sauerland in eine Partymeile. Doch vergangene Spielzeit kam überraschend der Absturz. Platz 13 nach der Hauptrunde, Play-offs verpasst, Katerstimmung. Die Hähne wurden von der Konkurrenz gegrillt. Frust. Denn eigentlich war man fest davon überzeugt, die Erfolgsstory fortzusetzen. Aber: ’Es kam anders. Einige Jungs sind mit voller Einsatzbereitschaft zum Training, zum Spiel gekommen, andere nicht", erkannte Geschäftsführer Wolfgang Brück. Den verantwortlichen Hähnen schwoll der Kamm. Der Kader wurde runderneuert. 

Dänen-Hexer Dahm kommt 

Die Weichen für einen Neuanfang wurden gestellt. Mit perfektem Fokus auf die Zukunft. Wie Karsten Mende bewies. Der Manager war nämlich richtig froh, dass er schon vor der WM den Vertrag mit Dänemarks Nationalkeeper Sebastian Dahm perfekt gemacht hatte. Weil der Goalie beim Turnier in Deutschland und Frankreich zum Star wurde, zum Beispiel beim 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen die DEB-Auswahl sensationell hielt. Nach der WM wäre der Dänen-Hexer, der zuvor in Österreichs Eliteliga (Graz) spielte, mit Sicherheit kein Schnäppchen mehr gewesen. Das ist der absolute Dahmsinn!  Die Abwehr war die große Achillesferse der Hähne. 171 Gegentore nach 52 Hauptrundenspielen. Zweitschlechtester Wert der Liga. Schießbude Iserlohn.  Mit dem Deutsch-Kanadier Kevin Schmidt (Dornbirner EC), dem Deutsch-Kroaten Sasa Martinovic (Nürnberg Ice Tigers) und dem Norweger Alexander Bonsaksen (Tappara Tampere) soll die Stabilität im Defensiv-Verbund gefestigt werden.

Rhein-Energie am Seilersee

Die Abteilung Attacke wurde ebenfalls völlig neu aufgestellt. Allen voran mit Travis Turnbull, Top-Knipser von den Kölner Haien. ’Über seine Qualität dürfte es in der Liga keine Zweifel geben“, erklärt Mende. Auch der Schwede Johannes Salmonsson wechselt vom Rhein an den Seilersee. ’Aus meiner Sicht besetzt Johannes ein besonderes Gefühl für unseren Sport. Immer wenn er Raum hat, sorgt er vor dem gegnerischen Tor für Gefahr. Diese Möglichkeit hoffen wir, ihm in der kommenden Saison mit unserem System eröffnen zu können“, sagt Roosters-Cheftrainer Jari Pasanen. Rhein-Energie am Seilersee. Der eigentliche Offensiv-Transfercoup ist aber — zumindest auf dem Papier - Jack Combs. Der 29-jährige US-Amerikaner kommt von den Fischtown Pinguins aus Bremerhaven immerhin als Hauptrunden-Torschützenkönig (27 Treffer) der vergangenen DEL-Spielzeit. ’Er ist torgefährlich und kann den tödlichen Pass spielen“, strahlt Mende. Zudem wurde noch der Vertrag mit Oldtimer Boris Blank verlängert. Eigentlich war der 39-Jährige schon Geschichte. Doch die Einigung mit dem geplanten Ersatz kam nicht zustande. ’Als sich diese Entwicklung abzeichnete, habe ich Kontakt zu Boris aufgenommen und ihn gefragt, ob er sich vorstellen kann, für sein viertes Jahr an den Seilersee zurückzukehren. Er hat zu unser aller Freude zugestimmt“, freut sich Mende. 

Fazit: Oldies but Goldies?

Der Kader ist ausgeglichen und hat Qualität. Im Sauerland setzt man auf Erfahrung. 14 Spieler haben die 30 Jahre überschritten. Die abgezockten Haudegen sollen die jungen Küken führen. Nach einer eher durchwachsenen Vorbereitung gab es zuletzt einen Sieg beim Testturnier in Bremerhaven. Mit sehr guten Ansätzen. Oldies but Goldies? Könnte Wirklichkeit werden. Dann dürften die Play-offs allemal wieder drin sein. (Autor: FH)