Chernomaz verspricht einen ,,heißen Tanz"

Markus Jocher bleibt ein "Löwe"Markus Jocher bleibt ein "Löwe"
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In der Semifinalserie zwischen den Hamburg Freezers und den Frankfurt Lions gingen die Hanseaten zwar am Dienstag nach einem deutlichen 7:3-Sieg mit 2:1 Spielen in Führung, jedoch haben die Frankfurt Lions in der zweiten Partie gegen Hamburg schon einmal ihre Heimstärke unter Beweis gestellt. Mit 4:1 setzen sich die Hessen am vergangenen Sonntag gegen Hamburg durch und glichen die Serie aus. Dieser Sieg war zugleich historisch in der Frankfurt Lions-Eishockeygeschichte, weil der erste Sieg in einem DEL-Halbfinale. 



Welche Mannschaft den Endrundeneinzug feiern darf, ist noch längst nicht entschieden, zumal beide Teams einige Playoff erprobte Routiniers in ihren Reihen haben. Auf Frankfurter Seite sind es erfahrene Spieler wie Dwayne Norris, Jason Young oder Paul Stanton, die kontinuierlich ihre gute Leistung abrufen können und nicht nur durch Tore, sondern auch durch ihren Einsatz mit ein Grund für das erfolgreiche Spiel der Lions sind. Aber auch das Verteidigerduo Mikael Magnusson und Francois Bouchard konnten im Jahr 2000 zusammen schwedischer Meister werden. "Mr. Play-off" Dwayne Norris schoss ebenfalls die Kölner Haie in der Saison 2001/2002 zum Titelgewinn und hat aktuell in bislang neun Partien bereits sechs Tore erzielt. Und die ,,jungen Wilden" Hackert, Sulkovsky, Etz, Jocher, Gosselin und Ratchuk haben schon in der gesamten Playoff-Runde ihrem Trainer gezeigt, dass sie auch ohne Playoff-Erfahrung äußerst motiviert und erfolgreich zur Sache gehen können. Darüber hinaus kann Rich Chernomaz auf seine Top-Scorer der Hauptrunde, Patrick Lebeau und Jesse Belanger vertrauen. Und Torhüter Ian Gordon gilt seit seinem dreifachen Zu-Null-Spiel gegen die Kölner Haie als Play-Off-Entdeckung schlechthin.



Einzig Martin Reichel und Jonas Stöpfgeshoff müssen der Partie heute von den Zuschauerrängen aus verfolgen. Der seit Playoff-Beginn verletzte Reichel ist ohnehin fast mit den Nerven am Ende: ,,Die Spiele anschauen zu müssen ist grausam. Ich würde so gerne mitspielen und gehe in Gedanken jeden Spielzug mit, verteidige verbal und würde am liebsten über die Bande springen. Aber", so der deutsche Nationalstürmer schelmisch: ,,ich werde für das Finale geschont".



Bitter ist es indes heute Abend für Jonas Stöpfgeshoff, der den Bund der ,,jungen Wilden" im Team vervollständigt. Der Allroundspieler wurde am letzten Dienstag in Hamburg durch eine eindeutige spielbestimmende Fehlentscheidung von Schiedsrichter Müller in der 22. Minute mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe belegt und ist für die heutige Partie gesperrt. Angeblich soll er den Hamburger Plachta durch einen Stockendstich schwer verletzt haben. Die Zeitlupe der Premiere-Fernsehaufnahmen lässt davon allerdings überhaupt nichts erkennen. Die überraschte und entsetzte Reaktion der Frankfurter über diese Entscheidung sprach schon während des Spiels Bände. Stöpfgeshoff ist während seiner gesamten DEL-Zugehörigkeit für ein faires und sauberes Spiel bekannt und hat während der Vorrunde gerade mal 38 Strafminuten kassiert. Zudem ist der Hamburger Spieler Plachta bekannt für solche Aktionen. Schon im ersten Saisonspiel im September 2003 wurde Dwayne Norris ebenfalls für ein Spiel gesperrt, weil er Plachta angeblich verletzt haben soll. Nur eben dieser Verletzte spielte die damalige Partie dann munter zu Ende. Solches Spielerverhalten hat nun wirklich nichts mit psychologischen Playoff-Tricks zu tun.



Chernomaz verspricht einen ,,heißen Tanz" heute Abend in der Eissporthalle Frankfurt: ,,Meine Jungs sind angefressen und bereit, jeden Zentimeter Frankfurter Eis zu verteidigen. Jetzt sind wir so weit voran gekommen, jetzt wollen wir auch ans Ziel. Ich vertraue meinem Team und hoffe heute auf unseren siebten Mann, die Fans der Frankfurt Lions. Ich alle Frankfurter in der Halle auf, unterstützt uns bis zum Umfallen, wir spielen für Euch bis zum Umfallen."

Die Spieler und die Fans der Frankfurt Lions haben bereits in der Viertelfinalserie gegen die Kölner Haie bewiesen, dass hohe Niederlagen eher einen Anreiz bedeuten, denn ein Aufgeben. Premiere überträgt die Begegnung aus der Eissporthalle am Ratsweg ab 19:20 Uhr live und exklusiv.