Chernomaz: „Sind nicht hungrig genug“

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Am Dienstagabend kassierten die Frankfurt Lions mit 5:2 gegen Düsseldorf die vierte Niederlage in Folge. Nach dem Spiel blieb die Kabinentür der Hessen ungewöhnlich lange geschlossen. Es bestand Gesprächsbedarf. Druckvoll hatten die Lions begonnen und durch zwei schnelle Tore geführt. Nach knapp zehn Minuten war es dann aber vorbei mit der Frankfurter Herrlichkeit. Düsseldorf wurde stärker, glich noch im ersten Drittel aus und gewann am Ende verdient. Lions Trainer Rich Chernomaz äußerte sich nach dem Spiel kritisch und sprach offen über die aktuelle Situation.

Herr Chernomaz, wie fällt ihre Spielanalyse aus?

Das ist einfach zu sagen. Die ersten zehn Minuten waren ok, dann 30 Minuten total schlecht. Wir sind undiszipliniert mit unserer Taktik umgegangen, haben keine Zweikämpfe angenommen und Düsseldorf 3-4 Alleingänge ermöglicht. Das dritte Tor war zu einfach, da sah Gordon nicht so glücklich aus, beim vierten Tor begeht Blanchard einen großen Fehler. Insgesamt waren wir zu passiv. Die Leistung war zu wenig, um gegen eine starke DEG zu gewinnen. Im letzten Drittel hat Aubin gut gehalten. Der Sieg der DEG geht in Ordnung.

Im November waren die Lions auf Platz eins. Seit einigen Spielen zeigt die Formkurve nach unten. Was läuft derzeit falsch?

Wir sind nicht hungrig genug. Das letzte etwas fehlt. Zum Beispiel arbeiten wir nicht hart genug vor dem Tor. Dadurch erzielen wir zu wenig Tore. Heute haben wir zwei Tore geschossen und gegen Berlin nur ein Tor. So ist es schwer gegen diese Topmannschaften zu gewinnen.

Sind nun vor allem Schlüsselspieler wie Young, Gordon oder Schneider gefordert?

Nein, es sind alle gefordert. Wir betreiben einen Mannschaftssport. Alle Spieler zeigen derzeit eine Leistungen, die nicht gut genug ist.

Sie haben mit gehobenem Zeigefinger gewarnt, als die Lions eine Siegesserie hatten, man müsse abwarten wie die Mannschaft mit Rückschlägen umgeht. Erst dann kann man beurteilen, was dieses Team leisten kann. Wie reagiert die Mannschaft? Die Kabinentür war heute lange geschlossen nach dem Spiel.

Entscheidend ist, dass wir jetzt nicht in Selbstmitleid verfallen. Die Jungs müssen sich da selbst rausziehen. Sie müssen in der Kabine sitzen und sagen, komm wir gehen raus und spielen besser. Komm wir gehen raus, spielen einfach und halten uns strikt an den Plan. Egal was passiert, wir gehen raus und wollen unbedingt alles geben. Auf diese Mentalität kommt es jetzt an. Das ganze Team ist jetzt gefordert. Nicht nur die jungen Deutschen, die Ausländer, der Kapitän oder der Torwart. Wir alle müssen gemeinsam den Weg finden, um wieder Spiele zu gewinnen. Letztendlich ist es einfach zu sagen was falsch läuft, entscheidend ist aber was auf dem Eis passiert. Dort muss jeder Spieler in seiner Reihe effektiv seinen Job erledigen.

Etwas überraschend wurde Jamie Wright lizenziert. Sie haben vor Wochen gesagt, dass dies nicht passiert. Wie kam der Sinneswandel zustande?

Wir wollten Wright gerne abgeben. Da sich kein Verein gefunden hat und wir kein Geld für einen neuen Spieler haben war es eine logische Entscheidung Wright diese Chance zu geben. Wir brauchen nun einfach Spieler. Mit Vorobiev und Bresagk haben wir zwei Spieler, die vielleicht die ganze Saison ausfallen. In den nächsten Wochen haben wir jede Menge Spiele. Ich hoffe, Wright wird gut spielen und uns helfen.

Wright gilt als Torjäger. Werden sie ihm beispielsweise einen Derek Hahn zur Seite stellen, um diese stärken zu nutzen?

Das ist noch zu früh, um zu sagen, mit wem Wright spielen wird. Er kommt am Mittwochabend zur Mannschaft und wird in Augsburg spielen. In welcher Reihe kann ich noch nicht sagen.

Ein Wort noch zu Ihrer Vertragsverlängerung.

Ich bin sehr zufrieden und gern in Frankfurt. Außerdem habe ich jetzt die Gewissheit, im Sommer nicht arbeitslos zu sein.

(Frank Gantert - Foto by Mendax-Press)

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