„Cash“ lässt Eisbären verzweifelnBerlin – Straubing 1:3

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Erster Spieltag, da greift noch nicht jedes Rädchen ins andere. Im Rahmenprogramm mag das für die Eisbären zu verschmerzen gewesen sein. Während der kleinen Zeremonie zum Aufziehen des sechsten Meisterbanners lief zunächst das falsche Filmchen, dann mochte offenbar das Banner nicht im geplanten Tempo nach oben gelangen. Die Pannenserie nahm aus Berliner Sicht aber auch im Spiel kein Ende: Das erste Powerplay der Hausherren nutzten die Gäste zur 1:0 Führung durch Blaine Down (7. Spielminute), der den Puck humorlos an Rob Zepp vorbei in die Maschen hämmerte. Kurz zuvor hatte Eisbären-Neuzugang Jamie Arniel auf der anderen Seite nur den rechten Außenpfosten getroffen. Der Meister agierte danach alles andere als meisterlich, wirkte nervös und produzierte Fehler am Fließband. Erster Lohn für die aggressiv und schnell zu Werke gehenden Niederbayern, die sich ihre Führung zur ersten Pause redlich verdient hatten.

Die Tigers behielten ihren Stil konsequent bei und setzten den jeweils puckführenden Eisbärenspieler unablässig unter Druck, riskierten dabei aber auch Strafen. In der 28. Minute durften die Hauptstädter mit zwei Mann mehr das Tigers-Gehäuse belagern. Letztlich kämpfte Barry Tallackson die Scheibe zum 1:1 über die Linie. Die Berliner fanden nun besser ins Spiel. Mads Christensen hatte Sekunden danach die Führung auf dem Schläger, doch es ertönte das für einen Gestängetreffer typische „Pling“ statt der Torsirene . Die Gäste zeigten sich einfach effektiver, sparten sich lange Passstaffetten, beförderten die Scheibe auf kürzestem Wege in die Maschen. Genauso erzielte in Überzahl Andy Canzanello die erneute Gästeführung. Ganze 11 Sekunden nachdem Christensen auf der Strafbank Platz genommen hatte.

Zunehmend hielt Hektik Einzug ins Spiel der Eisbären, je weiter die Uhr herunter tickte. Längst war auch Tigers-Goalie Jason Bacashihua durch seine zahlreiche Paraden auf bestem Wege, seiner Mannschaft zum ersten Saisonerfolg zu verhelfen. Den Hauptstädtern gelang es dank einiger Überzahlmöglichkeiten, im Schlussabschnitt häufiger Druck im gegnerischen Drittel aufzubauen. Die Eisbären taten sich aber auch im Powerplay schwer. „Das Fehlen von Richie Regehr an der blauen Linie hat sich bemerkbar gemacht. Wir müssen uns umstellen und haben es mehr mit Passspiel versucht. Es hat heute noch nicht geklappt wie erhofft“, analysierte Verteidiger Frank Hördler zutreffend. So sehr sich der Meister auch mühte, „Cash“ hielt seinen Kasten sauber. Blaine Down band stattdessen den Sack mit seinem Schuss ins verwaiste Eisbärentor zu. 

Gästecoach Dan Ratushny lobte: „Wir haben hart gekämpft und sind glücklich über die drei Punkte. Unser Torhüter hat stark gehalten und unsere Special Teams funktionierten sehr gut. Es ist immer was Besonderes, in Berlin zu gewinnen. Das war ein guter Start für uns.“

Eisbären Berlin – Straubing Tigers 1:3 (0:1; 1:1; 0:1)

Tore: 0:1 (6:02) Down SH; 1:1 (27:49) Tallackson – Talbot PP2; 1:2 (34:38) Canzanello – Germyn/Lewis PP1; 1:3 (59:27) Down EN
Schiedsrichter: Brill/Krawinkel
Strafen: 12/16
Zuschauer: 14.100