Carter lässt Ice Tigers jubeln - 3:2 n.V. gegen Köln

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Dank einer starken Vorstellung von Shawn Carter ist den

Sinupret Ice Tigers nach der 1:2-Niederlage im Spitzenspiel am Freitag

in Mannheim eine weitere Pleite erspart geblieben. Gegen kompakte und

aggressive Kölner Haie erzielte Carter zwei Tore und bereitete den

3:2-Siegtreffer von Scott King mustergültig vor.


Von vielen Kölner Strafzeiten in der Anfangsphase schienen die Ice

Tigers wohl überrascht, zu uneffektiv waren die Mannen von Benoit

Laporte als man in der 5. Minute gleich zwei Minuten bei doppelter

Überzahl agieren durfte. Auch zwei weitere Strafen überstanden die

Gäste mit gutem Penalty-killing. Wie so oft, wenn man viele Chancen

auslässt, rächt sich der Gegner schnell. Kai Hospelt nutzte einen

unglücklich von der Bande abprallenden Puck zum 0:1. Dennoch war die

Führung nicht unverdient, da die Haie insgesamt den konzentrierteren

Eindruck machten, in Adam Hauser einen starken Rückhalt hatten und im

ersten Drittel einfach stärker waren.


Erst im Mittelabschnitt kamen die Ice Tigers dann so langsam besser in

Schwung. Vor allem Grygiel hätte ausgleichen können, aber Hauser

parierte seinen Alleingang souverän (25.). Als die Gäste sich

anschickten die Führung auszubauen, ging der Schuss nach hinten los:

Bei doppelter Überzahl ließ man Shawn Carter unbedrängt über die halbe

Eisfläche enteilen. Sein knallharter Schlagschuss schlug trotz freier

Sicht über Hausers Fanghand ein, Gogulla hatte nicht entscheidend

gestört – 1:1.


Zu Beginn des Schlussabschnitts war es Martin Jiranek, der ebenfalls

per Alleingang die Führung auf dem Schläger hatte, aber in Hauser

seinen Meister fand. In dieser Phase fiel der bis dahin starke

Schiedsrichter ein wenig von seiner Linie ab, zwei seiner vier Strafen

gegen die Ice Tigers waren mehr als umstritten. Das interessierte die

Haie wenig, denn Ivan Ciernik netzte in Überzahl gekonnt von halbrechts

zum 2:1 ein. Schon kurz zuvor verhinderte nur der Innenpfosten den

Kölner Führungstreffer.


Als die Ice Tigers dann doch mal wieder komplett waren, begann die

Schlussoffensive, die 199 Sekunden vor der Schlusssirene belohnt wurde.

In Überzahl bugsierte Shawn Carter die Scheibe zum umjubelten 2:2 unter

die Latte. Schon kurz zuvor hatte Hauser bei doppelter Unterzahl einige

sehr brenzlige Situationen zu überstehen. Allerdings hätte Jason

Marshall fast im Gegenzug die Haie doch noch jubeln lassen. Sein

Alleingang fand am Außenpfosten sein Ende.


In der Verlängerung ging alles sehr schnell. Ivan Ciernik saß noch auf

der Strafbank als Carter per Pass durch die eigenen Beine Scott King

perfekt bediente. Der kleine Torjäger hatte das leere Tor vor sich und

schoss unbedrängt zum 3:2 ein.


Für Doug Mason war der Shorthander von Shawn Carter der Wendepunkt in

der Partie. „Das hat Nürnberg sehr viel Energie gegeben. Im ersten

Drittel haben wir super Eishockey gespielt und völlig verdient geführt.

Wir haben mit viel Emotion und körperlichem Einsatz agiert. Nürnberg

hat sich erst ab dem zweiten Drittel mehr dagegen gestemmt. Danach war

es ein hochklassiges Spiel, mit viel Tempo“, so der Holland-Kanadier

nach der Partie.


“Ich glaube im ersten Drittel war unser Team mit dem Kopf noch in

Mannheim, wir hatten keine Chance. Vor allem JF Labbé war in den

letzten drei Spielen überragend. Trotz Rückenbeschwerden wollte er

heute unbedingt spielen“, erklärte Benoit Laporte auf der

anschließenden Pressekonferenz.


Erzürnt war Laporte allerdings über die vielen Attacken gegen Labbé am

Freitag in Mannheim. „Fünfmal ist er im Torraum massiv angegangen

worden, ohne dass eine Strafzeit gepfiffen wurde“, so Laporte gegenüber

dem Schiedsrichterbeauftragten Stefan Trainer. Besonders ärgerlich,

weil vom Schiedsrichterausschuss vor der Saison festgelegt wurde,

dass  jede noch so kleine Attacke gegen den Torhüter abgepfiffen

werden soll. Auch Rich Brennan war nicht glücklich nach dem

Freitagspiel in Mannheim, schied er doch nach einem unabsichtlichen

Knie-auf-Knie Zusammenprall mit Tomas Martinec verletzt aus. Mindestens

vier Wochen wird der Blueliner fehlen. „Wir halten immer die Augen nach

Verstärkungen offen, wenn da ein Verteidiger dabei ist, warum nicht“,

erklärte Laporte.


Insgesamt zufrieden ist Laporte derzeit mit der Entwicklung von Igor

Alexandrov, der sich „wirklich bemüht“. Das wurde auch mit viel Eiszeit

belohnt, vor allem in Überzahl zeigte der Deutsch-Russe mehrmals seine

geschickten Hände. „Aber auch defensiv versucht er das Beste zu geben,

er hat sich gut ins Team eingebracht, das gefällt mir“, so Laporte

weiter.


Bereits am Dienstag steht für die Ice Tigers das nächste Spiel auf dem

Programm. In Frankfurt kommt es bereits zum dritten Mal in der noch

jungen Geschichte des Deutschen Eishockey Pokals zum Aufeinandertreffen

zwischen den Lions und den Ice Tigers. Mit dabei dann wohl auch der ein

oder andere Youngster vom SC Riessersee. „Wir wollen jedes Spiel

gewinnen, und nehmen auch das Pokalspiel ernst. In Frankfurt wollen wir

mit vier kompletten Blöcken spielen, außerdem bekommt JF Labbé eine

wohlverdiente Pause“, ergänzte Laporte.


Tore:

0:1 (12.28) Hospelt (Lindsay)

1:1 (35.00) Carter (Laflamme) 3:5

1:2 (44.53) Ciernik (McLlwain, Boos) 5:4

2:2 (56.41) Carter (King, Periard) 5:4

3:2 (60.38) King (Carter, Leeb) 4:3


Strafen: Nürnberg 20 min. – Köln 28 min.

Schiedsrichter: Piechaczek

Zuschauer: 4970


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