Capla zettelt öffentliche Diskussion um Stewart an

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Was letzte Woche noch wie ein flüchtig dahin geworfener Satz

aussah, bekommt nun plötzlich eine andere Dimension. Für den Zustand der Mannschaft sei allein der

Trainer verantwortlich, hatte Boris Capla in der vergangenen Woche von sich

gegeben. Jetzt legte der Freezers-Geschäftsführer noch einmal öffentlich nach:

"Die Frage nach fehlender Konstanz brauche ich nicht zu beantworten. Es

liegt am Trainer für Konstanz zu sorgen."

Damit holte der kleine Manager eiskalt die Karte hervor, die

Anschutz-Europachef Detleff Kornett seinem Hamburger Schützling in der

vergangenen Saison in die Hand geschoben hatte. Sportliche Verantwortung bei

Sportdirektor Bob Leslie und Headcoach Bill Stewart, Capla selbst zwar als

Geschäftsführer mit einem letztendlichen Vetorecht ausgestattet, aber ansonsten

nur noch als Hüter der Finanzen und fürs Marketing zuständig. Daran, dass diese nach einem Fan-Aufstand

gegen Capla verkündete Management-Neuordnung tatsächlich so gelebt wird, glaubt

zwar in Hamburg kein Insider ernsthaft, aber Capla sieht seinen Part als bestens

erledigt an: „Die Rahmenbedingungen für sportlichen Erfolg sind gegeben.“

Warum es Capla nicht gelingt, trotz eines zunächst passablen

Saisonstarts seines Teams auch nur annähernd so viele Zuschauer wie in der

vergangenen Saison in die Color Line Arena zu locken, wagt kein Hamburger

Journalist zu fragen. Also klammert der 46-Jährige dieses Thema geschickt aus

und legt schnell noch ein weiteres Streichholz an die bereits entfachte Lunte:

„Ich erwarte, dass die Mannschaft bald wieder unter den ersten Sechs steht.“

Auch die Frage, weshalb Capla vor knapper Jahresfrist eine

Vertragsverlängerung Stewarts durchgesetzt hatte, obwohl Leistung und Zustand

der Mannschaft ähnlich desolat wie zur Zeit waren und die Trainer-Kritik denselben

Inhalt hatte, wagt niemand zu stellen.

Und so sitzt der auch bei den Fans umstrittene und

unbeliebte Coach mutterseelenallein auf der Bombe. Einzig sein Wunsch-Kapitän

Clarke Wilm hält zumindest nach außen hin tapfer zu seinem Trainer und

verkündet unverdrossen, dass Stewart die Mannschaft einstellen könne wie kein

Zweiter.

Die übrigen Spieler halten sich bedeckt und nur vereinzelt

hört man hinter vorgehaltener Hand Kritik und deutlichen Unmut über den

Trainer. Von Pöbel-Attacken ist da die Rede, von ungerechtfertigten Angriffen

gegenüber einzelnen Spielern und von Psychospielchen, die außer Stewart

offensichtlich niemand im Kader für leistungsfördern hält. Aber da sich kein

Spieler offen zu derartiger Kritik bekennt, ist es nicht auszuschließen, dass

es sich hierbei lediglich um die Retourkutschen einiger Frustrierter handelt.

Aber wie auch immer die Wirklichkeit hinter den Kulissen

aussieht, mit seinen jüngsten Aussagen hat Capla entgegen seiner eigenen

Einschätzung (Zitat: „Wir führen keine Trainer-Diskussion“) die öffentliche

Demontage seines Trainers angezettelt. Der war dem kleinen Geschäftsführer auch

prompt auf den Leim gegangen. 14 Punkte hatte Stewart nach der Länderspiel-Pause öffentlich als

Messlatte für die sechs Spiele bis Ende November verkündet. Zwei Begegnungen

sind gespielt (1:4 in Ingolstadt und 3:1 gegen Krefeld) und damit drei der

insgesamt nur vier erlaubten Fehlpunkte bereits verbraucht. Am Freitag kommt nun Augsburg in die Color

Line Arena, danach folgen Straubing (A), Nürnberg (H) und Berlin (A). Eine

Niederlage in den vier Spielen, und Stewart hinkt wieder einmal hinter einem

selbst formulierten Anspruch hinterher. Schon vor einem Jahr war der 50-jährige

Kanadier mit einem ähnlichen Versprechen derbe auf die Nase gefallen. Diesmal

könnte es ihm endgültig „das Genick brechen“. (jay)


Du willst die wichtigsten DEL-News, Spielpläne und Live-Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die Hockeyweb-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple​  und Android​.
Kanadischer Angreifer neu im Team
Augsburger Panther holen Ryan Kuffner aus Iowa

Die Augsburger Panther haben den ersten neuen Importspieler für die kommende Spielzeit unter Vertrag genommen. Der Kanadier Ryan Kuffner stürmt künftig für Augsburg ...

Finnischer Verteidiger kommt aus Turku
Ville Lajunen verstärkt die Schwenninger Wild Wings

​Ville Lajunen wechselt zu den Schwenninger Wild Wings. Der Finne spielte zuletzt in seinem Heimatland für TPS Turku. ...

Stürmer kommt aus Bremerhaven
Tye McGinn schließt sich dem ERC Ingolstadt an

​Der ERC Ingolstadt hat ein weiteres Puzzleteil seiner Offensive verpflichtet. Vom Liga-Konkurrenten Fischtown Pinguins kommt Stürmer Tye McGinn an die Donau. Der 1,...

Stürmer kommt vom EHC Red Bull München
Frank Mauer verstärkt die Eisbären Berlin

Die Eisbären Berlin haben Frank Mauer unter Vertrag genommen. Der 34 Jahre alte Stürmer wechselt vom Liga-Konkurrenten EHC Red Bull München zum DEL Rekordmeister. Ma...

Verteidiger kommt mit der internationaler Erfahrung
Reece Scarlett verstärkt die Löwen Frankfurt

​Die Defensive der Löwen Frankfurt erhält einen weiteren Zugang: mit dem 1,85 Meter großen Allrounder Reece Scarlett stehen nun sieben Abwehrspieler im Aufgebot der ...

Französischer Nationalspieler neu im Team
ERC Ingolstadt verpflichtet Charles Bertrand

​Die Offensive des ERC Ingolstadt für die neue Saison in der DEL nimmt weiter Form an. Die Panther verpflichten den französischen Nationalspieler Charles Bertrand. D...

Stürmer geht in seine dritte Saison beim Hauptstadtclub
Giovanni Fiore bleibt bei den Eisbären Berlin

Stürmer Giovanni Fiore wird auch in der kommenden Spielzeit 2022/23 das Trikot der Eisbären Berlin tragen. Der ...

Als CHL-Sieger zurück in die DEL
EHC Red Bull München verpflichtet Ryan McKiernan

Red Bull München hat sich die Dienste des 32-jährigen US-Amerikaners Ryan McKiernan gesichert. Der Verteidiger wechselt vom amtierenden Champions-League-Sieger Rögle...