Calvin Elfring schießt Tigers zum Overtime-Sieg

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Der Gang zum Aufsteiger nach Straubing bleibt in der DEL für die Auswärtsgäste ein schwerer. Das musste auch Trainerfuchs Hans Zach am Freitag nach einem 4:5 nach Verlängerung (1:1, 1:2, 2:1, 0:1) seiner Hannover Scorpions anerkennen.

 

„Straubing lässt nicht locker“, stellte der frühere Bundestrainer fest, „sie kämpfen hartnäckig um ihre Chance. Straubing hat sich in diesem Spiel die Tore erspielt, sie sind nicht durch Fehler von uns entstanden.“

 

Die Scorpions sahen sich an der Donau einer ganz anders auftretenden Tigers-Mannschaft gegenüber als noch vor zwölf Tagen beim lockeren 5:1-Heimerfolg. Die Truppe von Trainer Erich Kühnhackl kämpfte, so wie man das schon aus den drei vorausgegangenen DEL-Partien im Eisstadion am Pulverturm gewohnt war, um jeden Meter Eis und erzielte an diesem Abend mit gleich fünf Toren zum ersten Mal in dieser Saison mehr als zwei Treffer in einer Begegnung.

 

Auffallend war auch, dass es allen voran die früheren Zweitliga-Cracks waren, die als Garanten für die zwei Punkte herhielten. Verteidiger Calvin Elfring steuerte mit dem 1:0 und dem siegbringenden 5:4 zwei ganz wichtige Tore bei und die Sturmreihe mit Trevor Gallant, Bill Trew und Jason Dunham war von den Hannoveranern nur schwer zu kontrollieren und sorgte immer wieder für Gefahr.

 

Licht und Schatten zeigte sich dagegen weiterhin im Paradesturm. Dem schwedischen Routinier Per Eklund gelang sein erster DEL-Treffer für die Straubing Tigers. Der Kanadier Cam Severson arbeitete hart über die gesamte Spielzeit. Deren Sturmpartner David Lundbohm wartet dagegen weiterhin auf sein erstes Tor. Der US-Amerikaner, der in der Vorbereitung noch für die Kölner Haie aufgelaufen war und dort vier Treffer erzielt hatte, war aus Straubinger Sicht - viele Unsicherheiten offenbarend - die Enttäuschung im Spiel gegen die Scorpions.

 

Hannover startete mit einem hohen Tempo in die Begegnung, wurde dann aber durch eine Strafzeit gegen Dan Lambert, die das 1:0 für Straubing durch einen Schlagschuss von Calvin Elfring mit sich brachte (3.), in diesem Anfangselan sofort gebremst. Torchancen blieben in der Folgezeit Mangelware, ein bekanntes Bild im Eisstadion am Pulverturm. Die Scorpions versuchten zwar ein flottes Kombinationsspiel aufzuziehen, fanden damit aber keinen Weg vor des Gegners Tor, so dass ein Schlenzer von Sascha Goc aus der Distanz zum 1:1-Ausgleich in der 18. Minute herhalten musste.

 

Das zweite Drittel brachte dann nach vier Minuten die erste und einzige Führung für die Gäste im Verlauf der Partie. Eric Schneider tauchte alleine vor Mike Bales auf und vollstreckte mit einer Verzögerung eiskalt. Doch die Straubing Tigers steckten diesen Rückstand weg und nutzten ein Powerplay durch den schön in Szene gesetzten Per Eklund (29.) zum 2:2. Dieser Treffer gab den Hausherren sichtlich Auftrieb und Hannover sah sich vermehrt unter Druck gesetzt. Dementsprechend kam es zur neuerlichen, viel umjubelten Straubinger Führung durch eine sehenswerte Einzelaktion von Bill Trew (36.), der Eric Schneider frech die Scheibe abluchste und alleine vor Alexander Jung nur noch zu vollstrecken brauchte. Über den neuerlichen Ausgleich hatten sich die Niedersachsen schließlich zu früh gefreut. Schiedsrichter Christian Oswald versagte kurz vor der zweiten Pause im Powerplay einem Volleytor von Thomas Dolak die Anerkennung, weil der Puck den Weg vom Helm des Torhüters ins Netz gefunden hatte. Eine Fehlentscheidung, wie Hans Zach fand und mit dieser Meinung nicht alleine war: „Das war ein reguläres Tor. Der Schiedsrichter sagte, er hätte schon abgepfiffen gehabt, aber so schnell kann er doch gar nicht blasen.“

 

Im Schlussabschnitt nutzten die Scorpions ihre beiden ersten Überzahlmöglichkeiten durch Brad Schlegel (42.) und Eric Nickulas (46.) zum jeweiligen Ausgleich, nachdem zwischenzeitlich Christian Retzer (43.) mit einem haltbaren Rückhandschuss Alexander Jung das Nachsehen gelassen hatte. Diese Tore sollten schließlich auch den Punktgewinn für die Gäste, die es in der Schlussphase versäumten, aus einem weiteren Powerplay entscheidendes Kapital für einen Dreier zu schlagen, bringen.

 

Besser machten es schließlich die Straubing Tigers in der Overtime, als sie in Überzahl agieren konnten. Calvin Elfring holte wie schon zu Beginn des Spiels an der blauen Linie aus und hämmerte den Puck zum 5:4-Siegtreffer ins Tor.

 

Nach dem dritten Heimsieg im Eisstadion am Pulverturm konnte Tiger-Dompteur Erich Kühnhackl auch rundum zufrieden sein: „Wenn man so gewinnt, kann ich nur den Hut vor meiner Mannschaft ziehen.“

 

TORE:

1:0 (02:30) Elfring (Dunham, Gallant) 5:4

1:1 (17:37) Goc (Ulmer, Hlinka)

1:2 (23:54) Schneider (Dolak, Bekar)

2:2 (28:41) Eklund (Kinch, Severson) 5:4

3:2 (35:14) Trew

3:3 (41:48) Schlegel (Hlinka, Nickulas) 5:4

4:3 (42:39) Retzer (Oswald, Abstreiter)

4:4 (45:55) Nickulas (Schneider, Hlinka) 5:4

5:4 (61:24) Elfring (Gallant, Lehner) 4:3

 

SCHIEDSRICHTER: Christian Oswald (Bad Wörishofen)

ZUSCHAUER: 3.243

STRAFMINUTEN: Straubing 18 – Hannover 20


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