Brust und Meunier: Gefeierte Gegner in StraubingLast-Second-Sieg für den HC Fribourg-Gottéron

Laurent Meunier vom HC Fribourg-Gottéron (links) freute sich über den Empfang in Straubing. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)Laurent Meunier vom HC Fribourg-Gottéron (links) freute sich über den Empfang in Straubing. (Foto: dpa/picture alliance/KEYSTONE)
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Leider waren insgesamt weniger Fans wie erhofft in der Halle, doch die, die da waren, hatten ihren Spaß und begrüßten Barry Brust und Laurent Meunier schon in der Starting Six, als wären sie immer noch Tiger. Sandro Schönberger findet: „Das haben die sich absolut verdient.“ Auch Tom Pokel findet das „nicht ungewöhnlich. Als ich in Bozen war und uns nach der Meisterschaft ein paar Spieler verlassen haben, wurden sie auch bei jeder Rückkehr nach Bozen gefeiert. Ich denke, das ist auch gut für unsere Spieler, dass sie das sehen.“ Die gefeierten Gästespieler zeigten sich glücklich strahlend, so sagte Laurent Meunier, der fünf Jahre in Straubing spielte, zu den Anfeuerungen: „Oh nein, bei einem Auswärtsspiel bin ich wirklich noch nie so willkommen geheißen worden. Als ich gesehen habe, dass wir nach Straubing fahren, war ich sehr glücklich. Ich habe so viele gute Erinnerungen an Straubing, an das Team und die Fans. Ich war auch etwas in der Innenstadt spazieren. Meine Frau, meine Familie und ich lieben diese Stadt. Es ist einfach schön, wieder mal hier zu sein, und dass die Fans uns immer noch feiern, hat sich einfach großartig angefühlt.“ Goalie Barry Brust zeigte sich bewegt und meinte: „Es war unglaublich. Ich liebe diese Stadt und hatte viel Spaß hier. Ich habe viele gute Erinnerungen. Wir hatten damals ein ganz spezielles Team. Straubing und die Jungs, mit denen ich hier gespielt habe, verfolge ich weiterhin. Die haben alle einen besonderen Platz in meinem Herzen. Es ist hart zu sehen, dass Straubing in der Tabelle ganz unten steht.“ Und er meinte weiter: „Dass mich die Fans heute so gefeiert haben, war schon sehr besonders, das waren echt tolle Momente. Ich liebe es, hierher zurückzukommen, und wer weiß, was die Zukunft bringt. Was ich die nächsten Jahre mache, weiß ich nicht, ich habe keine Glaskugel. Man wird sehen, im Moment halte ich mir meine Optionen offen.“

Zwei Rückkehrer ins Team

Auch im Team der Straubinger gab es Grund zur Freude, denn so kehrten Tommy Brandl und Sandro Schönberger aufs Eis zurück. Zudem durfte der 19-jähriger Klaus Hieronymus vom EHC Straubing als Backup auf die Bank. Tom Pokel kommentierte: „Es war ein sehr guter Test für uns und besonders für Tommy und Sandro. Wir haben mit durchgemischten Reihen gespielt. Es war wichtig, dass beide wieder in Gang kommen.“ Beide spürten aber den Rückstand, so sagte Tommy Brandl: „Es ging, aber von der Luft und den Beinen war es noch nicht so gut. Vor allem die ersten zwei, drei Wechsel waren etwas zäh für mich. Dadurch dass wir mit drei Außenstürmern gespielt haben, hatte ich auch sehr viel Eiszeit, das war ich nicht gewohnt, aber ich bin immer besser ins Spiel gekommen.“ Kapitän Schönberger meinte: „Für mich war es brutal hart. Nach so langer Zeit und nur einer Woche Training.“

Abtasten und Rhythmus finden

Das Spiel selbst begannen beide Teams eher verhalten und zeigten die ersten rund zehn Minuten eher besseres Sommer-Eishockey. Meunier nahm es ähnlich wahr: „Ja, ein paar Minuten im ersten Drittel war es schon so etwas die Sommer-Eishockey. Aber jeder musste sich erst mal ins Spiel fühlen. Aber es war ein guter Test, ein gutes Spiel um wieder in den Eishockey-Rhythmus zu finden.“ Widerspruch legte Brandl ein: „Sommer-Hockey würde ich nicht sagen, da ist schon noch ein Unterschied. Aber generell war das erste Drittel nicht ganz so hochwertig.“ Beide Teams mussten sich merklich erst wieder eingewöhnen. Tom Pokel beschrieb es so: „Am Anfang was es abtasten, aber in den zweiten zehn Minuten ist es schneller geworden. Schnelleres Transition und aggressiverer Forecheck von beiden Mannschaften.“ So war es ein ausgeglichenes Spiel, mit wenigen Chancen. Für die knappe Führung der Eidgenossen reichte es aber dennoch.

Arbeiter gegen Techniker

Im Mittelabschnitt war es insgesamt besser, doch man merkte schon, dass man darauf bedacht war, sich nicht zu verletzten, denn für den HC kann es in der Liga noch bis auf Platz vier gehen. So zog zum Beispiel ein Julien Sprunger mehrfach zurück und setzte eher einen „Soft-Check“. Brandl: „Es hätte schon etwas körperbetonter sein können, aber die Schweizer Liga ist eher eine technische Liga. Für ein Testspiel war es aber ganz ordentlich.“  Straubing kam immer besser auf und hatte in der zweiten Hälfte des Abschnitts die stärkste Phase. In dieser hatte auch Adam Mitchell die bis hier größte niederbayerische Chance, doch ein starker Barry Brust war noch nicht zu überwinden. Pokel: „Im zweiten Drittel haben wir einen Gang zugelegt, mit einem Schussverhältnis von 18:6 für uns, aber Barry war heute der Unterschied.“ Auch Tommy Brandl sah die Steigerung: „Ich denke, im zweiten Drittel haben wir unsere Arbeit ganz gut gemacht. Wir haben den Schweizern gut Paroli geboten. Gegen Schweizer Mannschaften ist es immer schwer, weil die technisch sehr gut sind. Wir haben gut mitgespielt und waren Phasenweise auch besser.“

Wenn Mary versagt

Im Schlussabschnitt wurde es dann zu einem richtig guten Eishockeyspiel. Bereits nach wenigen Sekunden gelang der Ausgleich und eine Sekunde vor Ablauf einer Strafe konnten die Hausherren in Unterzahl gar in Führung gehen. Doch nun konnte Fribourg zulegen und kam zum neuerlichen Ausgleich. Als dann alle schon mit dem Penaltyschießen rechneten, den eine Verlängerung hätte es nicht gegeben, machten die Gäste bei 2,6 Sekunden auf der Uhr den Siegtreffer. Straubings Coach meinte: „Im dritten Drittel sind die Erfolgserlebnisse mit den zwei Toren auf unserer Seite. In den letzten fünf, sechs Minuten ist uns aber etwas die Luft ausgegangen.“ Sandro Schönberger erklärt: „Wir wollten den Sieg selber noch einfahren, wir wollten ein Bully-Play machen, das hat aber nicht geklappt. Aber in so einem Spiel muss man auch ein paar Sachen ausprobieren.“ Pokel: „Wir wollten einen Hail Mary Pass spielen, das ging aber schief.“ Brandl ergänzt: „Am Ende haben wird aber vielleicht den einen oder anderen Fehler zu viel gemacht.“

Zusammengefasst

Goalie Barry Brust war trotz des Sieges mit der Leistung nicht ganz zufrieden: „Das war ein ganz furchtbares Spiel. Straubing machte einen guten Job, die haben gut Druck ausgeübt, ich war auch nicht wirklich gut. Wir haben gewonnen, aber das können wir besser. Und das muss in den Play-offs auch besser werden.“ Meunier bewertete das Spiel so: „Ich denke, jeder konnte sehen, dass es ein Testspiel war. Wir haben etwas gebraucht um den Rhythmus zu finden. Straubing ging es genauso, aber mit der Zeit wurden Dinge wie das Transitiongame besser. Aber klar, bei einem Freundschaftsspiel mitten in der Saison ist jeder etwas vorsichtiger.“ Für die Schweizer geht der kleiner Deutschland-Trip weiter, Laurent Meunier: „Am Sonntag geht es gegen Augsburg und auch da werden wir am Über- und Unterzahlspiel arbeiten und etwas versuchen.“ Straubings Coach Tom Pokel zeigte sich zufrieden: „Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden mit der Leistung. Allgemein ein guter Test, der läuferisch sehr gut war. Wir haben viermal Penaltykilling, also 100 Prozent, überstanden. Wir haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.“

Wohin die Wege führen

Wie es für Thomas Brandl in der nächsten Saison weiter geht, ist noch offen. Man hat wohl gegenseitig etwas vorgefühlt und jeder weiß, was er am anderen hat. Gegen eine Vertragsverlängerung wäre Brandl aber nicht abgeneigt. Sandro Schönberger hat in Straubing einen Vertrag für die nächste Spielzeit und beginnt schon jetzt mit der Planung: „Jetzt haben wir nochmal zwei Tage frei und am Montag geht die Vorbereitung auf die letzten drei Spiele los. Ich werde aber auch die nächsten beiden Tage trainieren.“ Das Team hat noch ein Ziel: „Es sind noch drei schwere Spiele, mit dem Heimspiel gegen Krefeld. Das wollen wir unbedingt gewinnen, damit wir den letzten Platz endlich hinter uns lassen.“ Auch Pokel will gewinnen: „Wir wollen zeigen, dass wir auch ohne Williams, MacIntyre und Madaisky den 13. Platz erobern können.“ Danach folgt eine lange Pause, nicht aber für Schönberger: „In zwei Wochen gehen die Jungs in die Sommerpause, ich trainiere aber gleich weiter. Ich habe jetzt lange genug Pause gehabt und fange gleich mit dem Sommertraining an.“ Auch die Vertragssituation von Coach Tom Pokel ist noch nicht geklärt, doch es scheint sich langsam etwas zu tun. Pokel verrät: „Allzu viel kann ich noch nicht sagen, es gab kleine Gespräche am Rand. Das Interesse von beiden Seiten steht. Ich würde gerne bleiben. Ich finde, mit ein paar Verstärkungen passen meine Philosophie und meine Spielweise zur Mannschaft. In der Tabelle der letzten 25 Spiele sind wir auf dem achten Platz. Ich denke, wir können den Kern der Mannschaft behalten, das ist mit Connolly, Williams, Loibl signalisiert.“

Zahlen zum Spiel

Tore: 0:1 (11:24) Matthias Rossi (Killian Mottet), 1:1 (40:28) Maury Edwards (Kyle MacKinnon), 2:1 (48:34/SH) Thomas Brandl (Steven Zalewski, Dylan Yeo), 2:2 (57:40) Ralph Stalder (Andrei Bykov, Kevin Kühni), 2:3 (59:58) Nathan Marchon (Laurent Meunier, Julien Sprunger).

Schiedsrichter: Markus Schütz, Daniel Kannengießer; Linienrichter: Stephan Waldner, Marius Wölzmüller.

Strafminuten: 12:8 (4:4, 2:0, 6:4).

Zuschauer: 2869.

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DEL Hauptrunde

Sonntag 20.10.2019
EHC Red Bull München München
- : -
Krefeld Pinguine Krefeld
Kölner Haie Köln
- : -
Düsseldorfer EG Düsseldorf
Schwenninger Wild Wings Schwenningen
- : -
Adler Mannheim Mannheim
ERC Ingolstadt Ingolstadt
- : -
Straubing Tigers Straubing
Grizzlys Wolfsburg Wolfsburg
- : -
Iserlohn Roosters Iserlohn
Eisbären Berlin Berlin
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Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg
Augsburger Panther Augsburg
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Fischtown Pinguins Bremerhaven
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