Brandon Buck entscheidet Derby für Nürnberg Shootout-Sieg in Ingolstadt

Brandon Buck verwandelte beide Versuche im Shootout und sicherte seinen IceTigers den Zusatzpunkt. (dpa / picture alliance / Fotostand)Brandon Buck verwandelte beide Versuche im Shootout und sicherte seinen IceTigers den Zusatzpunkt. (dpa / picture alliance / Fotostand)
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Eine innige Beziehung wird es wohl nicht mehr zwischen Brandon Buck und den Fans des ERC Ingolstadt. Zu tief sitzt der Stachel, den der begabte Kanadier mit seinem erzwungenen Wechsel zunächst in die Schweiz und über einen weiteren Umweg schließlich nach Nürnberg in die Schanzer-Seele gebohrt hat.

Doch Brandon Buck ließ sich auch von den Pfiffen nicht beeindrucken, verwandelte im Shootout den letzten regulären Penalty und sicherte seinem Team mit dem zweiten Treffer in der KO-Runde den Zusatzpunkt. Es war die Schlusspointe in einem „typischen Derby“ (ERCI-Coach Doug Shedden), das von hohem Tempo und einigen Führungswechseln geprägt war. Zunächst gingen die Panther in Führung durch ein toll herausgespieltes Powerplay-Tor in Führung: Mike Collins setzte von hinter dem Tor der IceTigers seinen Teamkollegen Maury Edwards mit einem perfekt getimten Flip-Pass in Szene – und der offensivstarke Verteidiger der Oberbayern traf per Direktschuss. Ebenfalls in Überzahl schloss noch im ersten Drittel Patrick Reimer eine sehenswerte Kombination ab zum Ausgleich für die Gäste aus Franken und bezwang seinen Bruder Jochen im Tor der Panther.

Doppelschlag der IceTigers in Druckphase der Panther

„Wir haben uns unter der Woche noch bei einer Geburtstagsfeier gesehen. Wir sind Brüder, beste Freunde, aber wenn wir unserem Beruf nachgehen, ist das egal. Ich muss versuchen, Schüsse zu halten, egal ob Patrick oder Brandon Buck auf mich zuläuft.“, sagte „Joker“ mit offenbar etwas gemischten Gefühlen nach dem Spiel. Gemischt deshalb, weil die Gastgeber nach gut eineinhalb Minuten im Mittelabschnitt erneut in Führung gingen. Jerry d’Amigo staubte ab für die Schanzer. Danach entwickelten die Panther etwas mehr Druck, konnten aber das dritte Tor nicht nachlegen. Gegen Ende des zweiten Drittels erarbeitete sich Nürnberg dann ein Chancenübergewicht, hatte aber Glück, dass Matt Bailey kurz vor der zweiten Sirene nach feiner Einzelleistung an Schlussmann Treutle scheiterte.

Im Schlussabschnitt drängten die Schanzer zunächst weiter auf den dritten Treffer, wurden dann aber kalt erwischt. Einen zunächst eher unauffälligen Angriff schloss Nürnbergs Neuzugang Andi Eder, der erst kürzlich fest von Red Bull München an die Noris gewechselt war, mit einem präzisen Handgelenkschuss ab zum Ausgleich für die Franken. Kurz darauf nützte Max Kislinger einen kuriosen Abpraller von der Bande zur erstmaligen Führung der Gäste.

Beide Teams verpassen den Luckey Punch

Danach verloren die Panther etwas den Faden, blieben aber Dank einiger guter Paraden von Torwart Reimer im Spiel. Nürnberg brachte die knappe Führung durch bis in die Schlussphase, ehe Brett Olson – Panther-Trainer Doug Shedden hatte bereits zwei Minuten vor dem Ende seinen Torwart vom Eis genommen – einen Schuss von Maury Edwards zum umjubelten Ausgleich abfälschte. In den eineinhalb Minuten bis zur Schlusssirene gab es für beide Mannschaften noch Chancen zum Lucky Punch, ebenso wie in der dann folgenden Verlängerung, die jedoch keine Sieger hervorbrachte. Und dann kam der Moment von Brandon Buck.

„Ich gratuliere Nürnberg zum Sieg. Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber wenn Du kurz vor Schluss zurückliegst und den Torwart herausnimmst, musst Du froh sein, wenigstens noch einen Punkt mitzunehmen“, sagte Shedden nach diesem Spiel, dass sich wie eine „Achterbahnfahrt“ anfühlte – so Torschütze Jerry D’Amigo, der den Punkt angesichts der engen Tabellensituation als durchaus wichtig wertete.

Am Sonntag will Ingolstadt in Köln die Serie von zuletzt fünf Niederlagen in Folge in der Domstadt brechen und mit einem Sieg das Vier-Punkte-Wochenende perfekt machen, um weiter im Rennen um Platz sechs zu bleiben.