Bob Manno - „Ziel heißt weiter Platz zehn!“

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Unter der Regie des Italo-Kanadiers Bob Manno haben sich die Straubing Tigers in der DEL zurückgemeldet. Einem 7:1-Überraschungserfolg gegen die DEG Metro Stars folgte am Sonntag eine knappe 3:4-Niederlage beim Spitzenreiter Eisbären Berlin. Die Niederbayern überzeugten auch an der Spree mit einer taktisch disziplinierten und kämpferisch überzeugenden Leistung. Nach dem Spiel hat sich Hockeyweb mit dem neuen Straubinger Coach, der erst seit wenigen Tagen im Amt ist, über seine ersten Eindrücke und seine Ziele unterhalten.

 

Bob Manno, Sie haben bei Ihrer Vorstellung in Straubing am vergangenen Donnerstag gesagt, die ersten beiden Spiele mit ihrem neuen Team seien eine Art „Exhibition Game“. Wie bewerten Sie nun nach beiden Partien die Lage der Tigers?

 

Bob Manno:
Ich hatte damit gemeint, dass es wie am Anfang einer Saison für mich darum geht, die Mannschaft kennenzulernen. Das ist jetzt für mich in der ersten Woche mit dem Team das Entscheidende. Ich bin in den Spielen zu der Überzeugung gekommen, dass wir eine sehr gute Truppe haben. Wir hätten nach dem großartigen Erfolg gegen Düsseldorf auch in Berlin gewinnen oder zumindest einen Punkt holen können. Wir haben wirklich sehr hart gearbeitet. Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich gesehen habe. Im nächsten Schritt möchten wir noch besser strukturiert und organisiert spielen.

 

Die Tigers spielen nun wesentlich körperbetonter als zuvor unter Erich Kühnhackl. Die Eisbären schossen drei ihrer vier Tore in Überzahl. Könnten die Strafzeiten durch die härtere Gangart ein Problem sein?

 

Bob Manno:
Nein, ich glaube nicht. In Berlin ist einfach durch die doppelte Unterzahl im ersten Drittel und den zwei Toren dort alles sehr schnell gegangen. Die Entscheidungen des Schiedsrichters waren auch nicht immer gut. Unser Team hat aber in dem Spiel vor allem einen guten Job gemacht und gerade bei Fünf gegen Fünf dagegengehalten.

 

Sie haben soweit ein einfaches System nach Straubing gebracht, legen viel Wert auf Laufen, Passen, Schießen. Wie werden Sie darauf aufbauen?
 
Bob Manno:
Ich hatte erst eine echte Trainingseinheit mit der Mannschaft. Natürlich kommt es jetzt darauf an, dass wir uns im Powerplay und im Unterzahlspiel verbessern, dass wir an solchen Dingen arbeiten. Für mich ist die Ausgangslage momentan vergleichbar mit einem Trainingslager. Ich muss das Team voranbringen und es weiter auf ihre Aufgaben vorbereiten. Wir haben jetzt Spiele am Dienstag und Freitag, danach ist spielfrei und etwas mehr Zeit für die Feinarbeit.

 

Sie hatten Einzelgespräche mit den Spielern angekündigt. Was kam dabei heraus?

 

Bob Manno:
Ich habe die Fahrt nach Berlin genutzt, um mit allen Spielern zu sprechen. Ich wollte dabei vor allem etwas über den Hintergrund der Spieler erfahren, ihnen mal länger ins Gesicht schauen, nachdem ich bislang in vielen Fällen nur die Namen und die Nummern dazu kannte. Natürlich habe ich mit den Jungs auch über die vergangenen Wochen gesprochen, welche Probleme es gibt, was sie über die Mannschaft denken. Ich hatte dabei den Eindruck, dass die Spieler zusammen etwas erreichen wollen.

 

Haben sich für Sie bereits die Führungsspieler herauskristallisiert?

 

Bob Manno:
Ich verlange von jedem Spieler, dass er Verantwortung übernimmt. Ich will nicht einen Leader haben, der das Kommando gibt. Jeder soll sich reinhängen. Natürlich haben wir aber ein paar Spieler, die erfahrener sind als andere wie zum Beispiel auch die Deutschen Sepp Lehner und Tobias Abstreiter. Diese beiden sollen dann auch den anderen deutschen Jungs helfen.

 

Wie sehr ist es ein Nachteil, dass Sie durch ihre lange Europa-Abstinenz noch nicht wirklich mit der Liga vertraut sind?

 

Bob Manno:
Es ist natürlich ein Punkt, dass ich die Spieler der anderen Teams noch nicht kenne. Ich weiß aber eines: Wie auch immer die Reihen des Gegners aussehen, ich werde dort keinen Wayne Gretzky oder Mario Lemieux finden. Die Liga ist voll von guten Spielern aus den Minor Leagues, aber es sind keine großen Stars darunter. Deshalb gibt es für mich keinen Grund, warum wir mit unseren Gegnern nicht mithalten können sollten.

 

In dieser Woche stehen Köln und Hannover als nächste Gegner ins Haus. Was erwarten Sie da von ihrer Mannschaft?

 

Bob Manno:
Ich erwarte, dass wir diese Spiele gewinnen. Dafür müssen wir weiter hart spielen und alles daran setzen zu punkten. Ich weiß, dass wir am Anfang eines langes Prozesses sind, an dessen Ende das Erreichen unseres Ziels sein soll, das weiterhin heißt: Platz zehn.

(Foto by City-Press)