Blitzlichtgewitter für Christian EhrhoffAm Freitag spielt er für Krefeld - mit der „55“

Für die Dauer des Lockouts spielt Christian Ehrhoff für die Krefeld Pinguine. (Foto: Sebastian Sendlak)Für die Dauer des Lockouts spielt Christian Ehrhoff für die Krefeld Pinguine. (Foto: Sebastian Sendlak)
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So ging der 30-jährige Verteidiger in einem Blitzlichtgewitter unter, als er sein Pinguin-Trikot hochhielt. Übrigens mit der Nummer 55. „Seine“ Nummer 10 trägt in dieser KEV-Saison Andreas Driendl.

„So viel war hier nicht einmal los, als wir Deutscher Meister geworden sind“, gab Pressesprecher André Schicks dem Staunen in Ehrhoffs Gesicht Worte. Die Freude bei den Krefeldern – wen wundert’s – ist riesig. „Christian hätte auch in Russland, Schweden oder Finnland spielen können“, sagte Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Schulz. „Aber Christian hat sich für uns entschieden.“ Das spricht für Ehrhoff. „Hier habe ich mit dem Eishockey angefangen“, sagt der Moerser. Von wem es andere Angebote gab? „Darum habe ich mich nicht gekümmert. Für mich kam nur Krefeld in Frage.“

Für die Pinguine wird es, was die Versicherung angeht, nicht ganz billig. Rund 20.000 Euro werden im Monat fällig. Die Krefelder Wirtschaft, die Gesellschafter der Pinguine und eine Fanaktion sollen das auffangen. Und was passiert, wenn der Lockout die gesamt Saison andauern sollte? „Auch für diesen Fall sind wir vorbereitet“, sagt Schicks. Eine Hilfe ist dabei Ehrhoff selbst. Um die Versicherung, die die NHL fordert, kommen die Krefelder nicht herum. Aber beim Gehalt, so Schicks, „kam uns Christian zu 100 Prozent entgegen.“ Heißt? „Er verlangt kein weiteres Gehalt.“

Keine Frage, auf Ehrhoff, der stets betont ruhig und bescheiden auftritt, wird eine Menge Druck lasten. „Normalerweise bin ich nicht nervös. Das wird am Freitag gegen Hamburg anders sein.“ Ob unter diesen Voraussetzungen gleich eine Topleistung drin ist, scheint fraglich. „Das erwarte ich gar nicht von ihm. Er hat in dieser Saison noch kein Spiel gemacht. Das darf man nicht vergessen“, versucht Trainer Rick Adduono den Druck von Ehrhoff zu nehmen. Mit Lob für Ehrhoff spart er nicht: „Das ist ein großartiger Moment für das Krefelder Hockey“, sagt Adduono auf Deutsch und macht auf Englisch weiter. „Er hat das gesamte Sommertraining in Krefeld mitgemacht. Aber nicht erst dieses Jahr, sondern auch im Jahr davor und davor. Das ist Hingabe an den Sport, der Wille immer besser zu werden“, hofft Adduono auch auf eine Vorbildwirkung für seine junge Mannschaft. „Er ist heute um 6 Uhr gelandet und stand um 10 Uhr mit uns auf dem Eis. Das zeigt, war für eine Art Mensch Christian ist.“ Doch erneut betont der Coach: „Das wird keine Ein-Mann-Show. Er ist einfach nur ein weiterer Spieler – aber ein sehr wertvoller.“

So schnell wie möglich wird es Merchandising-Produkte mit Ehrhoffs Namen geben. Schals, T-Shirts, Caps. Außerdem bekommen Fans die Möglichkeit, ihren Namen für 20 Euro auf eine Werbebande zu bringen. Dazu gibt es ein gemeinsames Foto und eine Verlosung. Der Toppreis ist eine Reise nach Buffalo samt Besuch eines Sabres-Spiels mit Ehrhoff – sobald die NHL-Saison losgeht.

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Aber da liegt ja der Hase im Pfeffer: Wann geht die Saison wieder los und wie lange wird Ehrhoff nun für Krefeld spielen? „Ich habe da kein Gefühl, wie lange das gehen könnte“, sagt der Verteidiger und er betont: „Natürlich machen wir uns Sorgen um die NHL.“ Nach dem Saisonausfall 2004/05 stürzten die Erträge aus TV-Verträgen für die NHL ab. Das änderte sich nach und nach. „Der Fanzuspruch war riesig. Die NHL hatte sich gut entwickelt. Daher ist es so schade, dass es zum Lockout gekommen ist.“ Ehrhoff ergänzt: „Ich weiß gar nicht, ob das hier so klar geworden ist. Wir Spieler waren bereit anzutreten und den neuen CBA während der laufenden Saison zu verhandeln. Aber das kam für die Liga nicht in Frage.“

Schlecht für die NHL, gut für die Krefeld Pinguine. Und so kommt es am Freitag sogar zu einer Premiere. Bislang hatte Ehrhoff Spiele im König-Palast gesehen, gespielt hatte er aber nur in der Rheinlandhalle. „Meine Frau wird sicher ein paar Fotos machen“, lächelt er und erklärt seine Motivation: „Ich stelle mir vor, da ist ein kleiner Junge wie ich früher, der kommt, um mich spielen zu sehen. Diesen Jungen will ich nicht enttäuschen. Was sportlich dabei herauskommt, werden wir sehen.“

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