Beste Stimmung zum Saisonausklang

Hommel wieder in IserlohnHommel wieder in Iserlohn
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Beste Laune hatten die Eishockeyfans. Und zwar alle 1400, die zum letzten Saisonspiel zwischen den DEL-Kellerkindern EV Duisburg und EHC Wolfsburg gekommen waren. Denn wie schon in Niedersachsen verstanden sich beide Fanlager prächtig. „E-V-D!”, schallte es aus Wolfsburger Mündern. „E-H-C!”, kam von den Duisburger Fans zurück. Da war es völlig egal, dass die Füchse mit 4:2 (1:1, 1:1, 2:0) gewannen. Na ja. Fast zumindest. Schließlich hatte sich Kapitän Torsten Kienass einen Sieg für das letzte Spiel seiner Karriere gewünscht.

Neben der Verabschiedung des EVD-Dauerbrenners gab es noch ausreichend anderes, dass zur Unterhaltung beitrug. Allen voran: Christian Hommel (Foto). „Die Boxeinlage hat den Zuschauern doch richtig Spaß gemacht”, lachte EVD-Trainer Karel Lang. Und vor allem Hommel selbst. An der Bande ging es los. Ein Knuff hier, ein Knuff da – und ein paar Sekunden später hatte Hommel Wolfsburgs Chad Wiseman gen gefrorenes Nass befördert. Die anderen Spieler kamen dazu – und auch die Linesmen. Alles vorbei? Nicht wirklich! Denn plötzlich schoss Hommel aus der Menschentraube heraus, schwang triumphierend das Trikot seines Kontrahenten, feuerte es aufs Eis und wischte sich demontrativ die Hände ab. Selbst die Kapitäne – neben Kienass also auch der Wolfsburger Tim Regan – hatten ein Grinsen im Gesicht. Nur Wiseman musste von den Linienrichtern von einer Fortsetzung der Einlage abgehalten werden.

Eine Runde Slapstick gab es von Schiedsrichter Daniel Piechaczek – diesmal im Vierergespann mit Steffen Klau als zweitem Hauptschiedsrichter –, als er in der 54. Minute zum Videobeweis fuhr, obwohl nicht einmal im Ansatz ein Tor in der Luft lag.

Und dann war da noch Mirco Theurer. Also der Keeper, der aus dem eigenen Nachwuchs stammt, in der Saison aber vornehmlich per Förderlizenz für den Oberligsiten TEV Miesbach aktiv war. Er durfte nach dem 4:2 von Daniel Tkaczuk per Empty-Net-Goal 41 Sekunden vor Ende noch einmal ins DEL-Tor.

Ansonsten bot der EVD im ersten und letzten – nicht so sehr im zweiten – Drittel eine engagierte Leistung. Peter Högardhs Führung (9.), drehten die Wolfsburger Thomas Gödtel (16.) und Jan Zurek (33.) zum 1:2. Zwischendurch vergab sogar noch Tim Regan einen Penalty, den EVD-Verteidiger Michail Kozhevnikov verschuldet hatte. Doch mit dem Ausgleich von Igor Alexandrov (38.) brachte der EVD das Spiel wieder in gewünschte Bahnen. Daniel Hilpert sorgte in der 44. Minute mit seinem ersten Saisontor für die Vorentscheidung. Tkaczuk legte das 4:2 nach.

Derweil strahlte Torsten Kienass. Vor dem Spiel. Während des Spiels. Und nach dem Spiel erst recht. „Das war ein Traum”, freute sich der scheidende Kapitän des Eishockey-Erstligisten EV Duisburg, der seine Laufbahn nach 186 Spielen für die Füchse und 20 Jahren in Deutschlands Top-Ligen beendete. „Vor allem die Verabschiedung durch die Fans hat sehr viel Spaß gemacht. Und es war mir wichtig, mein letztes Spiel zu gewinnen. Auch das hat geklappt.” Kienass' Familie war angereist – vornehmlich aus Berlin und Düsseldorf – um sein letztes Spiel zu sehen. Eine Überraschung hatte Ehefrau Esther parat. Sie hatte für die beiden Söhne Max (7) und Nils (2) Trikots anfertigen lassen. In Schwarz-Rot. Mit Fuchs-Logo. Und „Papas Abschiedsspiel 9.3.2008” stand vorne drauf. Dem EVD wird Kienass im organisatorischen Bereich weiter zur Verfügung stehen. Hauptberuflich steht Kienass vor einer Umschulung. „Ich werde ins Beratungs- und Versicherungswesen einsteigen”, berichtet der frühere Nationalspieler, der für die DDR bei zwei B-Weltmeisterschaften spielte. Danach folgten fünf WM-Teilnahmen für das gesamtdeutsche Team sowie zwei Olympische Spiele und der World Cup of Hockey 1996.

Tore: 1:0 (8:49) Högardh (Alexandrov, Kozhevnikov/5-4), 1:1 (15:05) Gödtel (Regan, Fibiger), 1:2 (32:12) Zurek (Svensson, Macholda/5-4), 2:2 (37:34) Alexandrov (Högardh, Kozhevnikov/5-4), 3:2 (43:03) Hilpert (Hommel, Taube), 4:2 (59:19) Tkaczuk (Schenkel/4-4, ENG). Strafen: Duisburg 18 + 5 + Spieldauer (Hommel), Wolfsburg 18 + 5 + Spieldauer (Wiseman). Zuschauer: 1397. Besondere Vorkommnisse: Lang pariert Penalty gegen Regan (29:20). (the / Foto: City-Press)

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DEL Hauptrunde

Sonntag 20.10.2019
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Kölner Haie Köln
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Düsseldorfer EG Düsseldorf
Schwenninger Wild Wings Schwenningen
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Adler Mannheim Mannheim
ERC Ingolstadt Ingolstadt
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Straubing Tigers Straubing
Grizzlys Wolfsburg Wolfsburg
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