Berlin verdient Meister

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Um 21.43 Uhr war es vollbracht. Die Eisbären Berlin holten sich mit einem 4:2 (0:1/1:1/3:0) bei der Düsseldorfer EG vor 13 376 Zuschauern im ausverkauften Rather Dome ihre vierte Deutsche Meisterschaft seit 2005 und machten damit Mark Beaufait das perfekte Abschiedsgeschenk. "Das war mein letztes Spiel als Profi", sagte der Stürmer. Lange Zeit sah es nach einem entscheidenden fünften Finale am Freitag aus, doch während die DEG nach einem wahren Play-Off-Marathon merklich auf dem Zahnfleisch ging, hatten die Eisbären noch die nötigen Kraftreserven, um das Spiel zu drehen. "Düsseldorf hat es uns enorm schwer gemacht. Ich bin heilfroh, dass es am Freitag nicht zum Showdown kommt", zollte Sven Felski dem Gegner Respekt. Den gab DEG-Manager Lance Nethery umgehend zurück. "Hut ab vor Berlin. Sie sind verdient Meister geworden." Recht hat er.


Die Eisbären begannen forsch, suchten den Weg zum Tor, wollten mit einem frühen 1:0 die DEG schocken. Die brauchte eine gewisse Zeit, um sich zu sammeln und ihrerseits zu Angriffen zu kommen. Das Spiel wirkte auf beiden Seiten anfangs etwas ungeordnet und so entstand auch der einzige Treffer im

ersten Drittel aus einem Zufall heraus. Die Berliner hatten bei einem eigenen Angriff vergessen, nach hinten abzusichern. Als der Puck dann unkontrolliert von der Bande zurück sprang, reagierte Brandon Reid am

schnellsten und schickte Adam Courchaine in die Lücke, die sich auftat. Rob Zepp im Tor der Eisbären spekulierte auf einen Querpass zum mitgelaufenen Shane Joseph, doch Courchaine machte es mit einem trockenen Handgelenksschlenzer selber. Danach wirkten die Düsseldorfer wie befreit. Angriff auf Angriff rollte auf das Gehäuse des Titelverteidigers, der mit Glück und dem Umstand, dass die DEG zu wenig aus ihren Überzahlmöglichkeiten machte, das knappe 0:1 in die erste Pause retten konnte.­


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Im zweiten Drittel ergriffen die Gäste von der Spree deutlich die Initiative, hatten ein klares Übergewicht bei den Schüssen, doch das Tor fiel zunächst auf der Gegenseite. In Unterzahl gelang der DEG ein Konter

über Ryan Caldwell, der Courchaine bediente und der "Knipser mit derZahnlücke" überwand Zepp per Heber hoch ins Dreieck zum 2:0. Sein zwölftes Play-Off-Tor. Damit überholte er den Kölner Ivan Ciernik, der im Vorjahr elfmal einnetzte. Besser ist nun nur noch der Landshuter Mike Bullard, dessen Uralt-Rekord von 17 Treffern aus dem Jahre 1995 wohl ewig Bestand haben dürfte. Weniger lange Bestand hatte das 2:0, denn nur 77 Sekunden später konnte Tyson Mulock verkürzen.



Das war das Signal zur Wende, die dann Steve Walker 53 Sekunden nach Beginn des dritten Abschnitts in Überzahl fortführte, als Korbinian Holzer auf der Strafbank brummte. Was die DEG zuvor im Powerplay versäumt hatte, inszenierten die Gäste in Perfektion. Auch das 3:2 war ein Überzahltreffer. Andy Roach traf, als Ryan Ramsay eine Auszeit nahm. Danach konnte sich die DEG nicht mehr aufraffen, musste dem Kräfteverschleiß im insgesamt 16. Play-Off-Spiel Tribut zollen und den insgesamt stärkeren Berlinern den

Vortritt lassen, für die Nathan Robinson in der 52. Minute das 4:2 erzielte. Wenige Minuten später konnte die Party losgehen und Steve Walker den Pokal in Empfang nehmen.

(Thomas Schulz) Fotos by City-Press



DEG - Berlin 2:4 (1:0/1:1/0:3)


Aufstellung DEG


Tor: Storr (Jochen Reimer)


Abwehr: Hedlund, Ratchuk - Harrington, Caldwell - Bazany, Holzer - Nowak


Angriff: Patrick Reimer, Collins, Kreutzer - Joseph, Reid, Courchaine - Carciola, Ramsay, Kaufmann - Hinterstocker, Tutschek, Boon


Aufstellung Berlin


Tor: Zepp (Ziffzer)


Abwehr: Regehr, Smith - Quint, Hördler - Roach, Baxmann - Kramer


Angriff: Ustorf, Felski, Mulock - Walker, Pederson, Busch - Robinson, Beaufait, Rankel - Alexander Weiß, Braun, Daniel Weiß


Schiedsrichter: Willi Schimm (Waldkraiburg) und Roland Aumüller (Planegg-Würmtal)


Zuschauer: 13 376 (ausverkauft)


Tore: 1:0 (12.19) Courchaine (Reid, Holzer); 2:0 (31.29) Courchaine (Caldwell/4-5), 2:1 (32.46) Mulock (Felski); 2:2 (40.53) Walker (Quint, Mulock/ 5-4), 2:3 (47.42) Roach (Ustorf, Busch/5-4), 2:4 (51.07) Robinson





Strafzeiten: DEG 12 - Berlin 18


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