Berlin steht im FinaleStraubing – Berlin 2:4

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Dan Ratushny zeigt sich nach dem Spiel als fairer Verlierer. „Don hat eine exzellente Mannschaft. Sie wissen, wie man gewinnt. Wir können sehr viel von dieser Serie lernen. Gratulation aber auch an unsere Spieler, die sehr hart gearbeitet haben“, sagte der Trainer der Straubing Tigers.

Berlin weiß wirklich, wie man gewinnt. Denn am Mittwoch zogen die Eisbären jedes Register, um das Spiel zu gewinnen. Über einiges könnte man, und wird man, sicher noch länger diskutieren und den Videorekorder vor- und zurückspulen. Die Liste der Szenen, die man genauer ansehen wird, ist lang. Unter dem Strich bleibt jedoch, dass Berlin drei von vier Spielen gewonnen hat und im Finale steht.

Eine Szene wird sicher das Führungstor von Darin Olver sein. Vor dem Treffer haut Olver Straubings Schlussmann Burst mit dem Schläger auf die Fanghand, zudem hatte Olver den Schläger mehr als deutlich oberhalb der Torlatte. Doch der Pfiff und die Strafe bleiben aus, das Spiel läuft weiter. Olver lässt sich nicht lange bitten und macht das Tor. Straubing Kapitän Michael Bakos über die Szene: „Den Stockschlag von Olver an Barry habe ich gesehen und den Schiedsrichtern auch gesagt. In den Augen der Schiedsrichter konnte man sehen, dass sie mit der Entscheidung wohl auch nicht so glücklich waren. Das ist einfach eine Tatsachenentscheidung. Die Schiedsrichter haben keinen einfachen Job, einmal kurz woanders hingesehen und schon sehen sie das eine oder andere nicht. Es ist ärgerlich für uns, aber es ist menschlich.“

René Röthke wird da deutlicher und ist über so manches was geschehen, ist verwundert: „Was Spieler wie Weiß oder Tallackson machen, ist einfach nur peinlich. So was gehört sich auch nicht in Play-offs. Da muss man hartes Eishockey spielen und dagegenhalten. Ich glaube auch, dass die Berliner einen kleinen Bonus bei den Schiedsrichtern haben, weil sie schon so oft Deutscher Meister waren. Das finde ich schade.“ Gemeint hat Röthke damit unter anderem eine Szene, in der Daniel Weiß auf dem Eis liegt und von Betreuern gestützt wird. Plötzlich sieht er Straubings Verteidiger Andy Canzanello, ist blitzgeheilt, springt auf und verfolgt diesen übers Eis. Linienrichter müssen sogar dazwischen gehen. Solche Szenen kennt man eigentlich nur vom Fußball.

Dustin Whitecotton meint: „Die waren heute aggressiv vor und bei Barry, waren immer in seinem Gesicht und haben ihm das Leben schwer gemacht. Aber wenn die Schiris sagen, dass es in Ordnung war, können wir nichts dagegen tun. Jede Mannschaft hat ihre Taktik. Die haben alles versucht, um weiterzukommen, aber ich habe keine Ahnung, was das für eine Taktik war.“

Abgesehen von den streitbaren Situationen hatten die Spieler aber auch noch Meinungen zum Spiel. So meint Bakos: „Der Faktor heute war die Reihe Busch, Tallackson und Olver. Die haben die Entscheidung für Berlin gemacht. Trotzdem glaube ich, dass wir mit dem Engagement, das wir gezeigt haben, ein fünftes Spiel verdient hätten. Der Eishockeygott war heute nicht bei uns, sondern auf Berliner Seite.“ Dustin Whitecotton sagt: „Wir haben 2:1 geführt und haben gedacht, das Spiel nach Hause zu bringen und am Freitag nach Berlin zu fahren. Irgendwie ist das schief gegangen. Richtige Gründe für die Niederlage gibt es, glaube ich, nicht. Die haben einfach ihre Chancen ausgenutzt. Wir haben eigentlich keine großen Fehler gemacht, aber die haben heute auch die ganz kleinen Fehler ausgenutzt. Wir haben unsere Chancen gehabt, aber Zepp hat uns ein paar Mal kalt erwischt.“ Er meint aber auch: „Ich würde nicht unbedingt sagen, dass Berlin verdient weitergekommen ist, aber man muss ihnen trotzdem Respekt aussprechen.“

René Röthke ist die Enttäuschung anzumerken: „Ich fühle eine große Leere in mir. Wir haben so gekämpft. Es war heute alles möglich, wir hätte gewinnen können. Berlin hat einfach seine Chancen besser genutzt. Das ist einfach bitter, weil wir wirklich nahe dran waren, die Serie zu drehen. Das ist schade, weil ich glaube, dass mit der Mannschaft auch noch mehr möglich gewesen wäre.“

Tore:

0:1 (4:50) Barry Tallackson (Constantin Braun, Darin Olver)
1:1 (14:40) Michael Bakos (Carsen Germyn)
2:1 (29:08) Sebastian Osterloh
2:2 (44:35) Barry Tallackson (Florian Busch, James Sharrow)
2:3 (53:29) Darin Olver (Florian Busch, Barry Tallackson)
2:4 (59:04) Florian Busch (Barry Tallackson, Darin Olver) (PP1)

Strafen Straubing 18 + Machtstrafe Brust; Berlin 14 + 10 Hördler
Schiedsrichter: Stephan Bauer, Daniel Piechaczek; Linienrichter: Robert Hauber, Martin Holzer

Zuschauer 5.854 (ausverkauft)


Du willst die wichtigsten DEL-News, Spielpläne und Live-Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die Hockeyweb-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple​  und Android​.
3:2 gegen den EHC Biel
Eisbären Berlin stehen im Finale des Dolomitencups

​Die Eisbären Berlin brechen ihr „Tabu“: Erstmals zieht der aktuelle DEL-Meister ins Endspiel des Dolomitencups ein. In einem wahren Herzschlagfinale setzte sich der...

Neuzugang aus der ECHL
Nürnberg Ice Tigers verpflichten Verteidiger Hayden Shaw

​Die Nürnberg Ice Tigers haben den US-amerikanischen Verteidiger Hayden Shaw für die kommende DEL-Saison 2022/23 unter Vertrag genommen. Der 26-jährige Linksschütze ...

Dolomitencup in Neumarkt
Augsburger Panter unterliegen Dynamo Pardubice

​Besser hätte die erste Teilnahme am Dolomitencup in Neumarkt nicht laufen können: Dynamo Pardubice hat sich seine Premiere am Freitagabend in der mit knapp 1000 Zus...

Turnier in Südtirol geht zum 16. Mal über die Bühne
Eisbären Berlin und Augsburger Panther starten beim Dolomitencup

​Der Sommer hat zwar noch Hochkonjunktur, trotzdem ist die Eishockeyfreude im Südtiroler Unterland riesig. Grund dafür ist der Dolomitencup, der vom Freitag bis zum ...

Hockeyweb-Reporter Ronald Toplak zum Karriere-Ende von Jens Baxmann
Baxi, das war Jensationell!

Eine schwere Augenverletzung zwingt Jens Baxmann (37), der sieben Meisterschaften mit dem EHC Eisbären Berlin gewann, die Karriere vorzeitig zu beenden. Hockeyweb-Re...

Karriereende nach Verletzung
Ex-Nationalspieler Jens Baxmann muss seine aktive Laufbahn beenden

Der Verteidiger erlitt im Januar beim Training eine Augenverletzung. Zwar konnte das Schlimmste verhindert werden, doch macht die Verletzung eine Fortsetzung der Kar...

Neuzugang vom SC Bern
Iserlohn Roosters verpflichten lettischen Nationalspieler Kaspars Daugavins

​Die Iserlohn Roosters verpflichten zur kommenden Saison den Stürmer Kaspars Daugavins. Der 119-fache lettische Nationalspieler (66 Punkte) war zuletzt für den SC Be...

Ersatz soll zeitnah kommen
Nürnberg Ice Tigers: Luke Green aus persönlichen Gründen abgereist

​Luke Green wird in der kommenden DEL-Saison doch nicht für die Nürnberg Ice Tigers auflaufen. Der 24-jährige Verteidiger hat Nürnberg aus persönlichen Gründen berei...