Berlin siegt in einem langweiligen Spitzenspiel nach Penaltyschießen

Das Vorbereitungsprogramm des ERC IngolstadtDas Vorbereitungsprogramm des ERC Ingolstadt
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Es war fast zu befürchten: Wie viele Spitzenspiele hielt auch die Begegnung zwischen Ingolstadt und Berlin nicht das, was sich viele davon versprachen. Zu gut waren beide Abwehrreihen, zu diszipliniert agierten alle Akteure und zu sicher hielten die Torhüter. Natürlich sahen es die Trainer sehr gerne, dass beide Teams eine Art von Eis-Schach in der Saturn-Arena boten, doch die Fans wollten lieber anderes Eishockey sehen.

Schnelles druckvolles Angriffsspiel war am Sonntagabend genauso Mangelware wie prickelnde Torszenen oder gar Tore. Beide Spitzenteams neutralisierten sich gegenseitig, indem sie vor ihrem eigenen Drittel einen massiven Abwehrblock installierten, durch den praktisch kein Durchkommen war. Und die Torhüter Jimmy Waite auf Seiten der Panther sowie Tomas Pöpperle im Eisbären-Kasten erwiesen sich dazu noch als Meister ihres Fachs.

Die einzige Blöße, die sich Berlins Abwehr gab, nutzte Florian Keller bereits in der 14. Minute zum 1:0. Björn Barta hatte sich auf der linken Seite freigespielt und passte zu Keller, der nur noch ins leere Tor einschießen musste. Doch danach tat sich nicht mehr viel. Beide Mannschaften rannten sich immer wieder fest und brachten kaum wirkungsvolle Angriffe zustande. Selbst das Powerplay funktionierte nicht.

Schiedsrichter Schurr war das äußerst faire Spiel wohl auch zu langweilig, weshalb er beschloss, durch einige äußerst merkwürdige Pfiffe die Stimmung der 4500 Fans anzuheizen. Doch die Teams überstanden alle Strafzeiten unbeschadet.

Im letzten Drittel warfen die Gäste dann alles nach vorne und drängten mit Macht auf den Ausgleich. Ingolstadt, das einen Tag weniger Pause hatte als Berlin, verlegte sich auf die Verteidigung des knappen Vorsprungs, was allerdings gründlich misslang: Sechs Minuten vor dem Ende konnte Steve Walker im Nachschuss den verdienten Ausgleich erzielen. Zum Schluss waren die Eisbären dem Sieg wesentlich näher als die Panther, Jimmy Waite rettete allerdings wenigsten einen Punkt.

Beim anschließenden Penaltyschießen trafen Walser und Peterson für die Gäste, während auf Ingolstädter Seite nur Valicevic erfolgreich war. Die sonst so gefährlichen Torschützen Ast und Mann, die ohnehin nicht ihren besten Tag hatten, verschossen dagegen kläglich.

So konnte sich Eisbären-Trainer Pierre Pagé über den neunten Sieg in Folge freuen. Als Grund für diese Serie gab er die Tatsache an, dass sein Team nun mehr Zeit zum Training hat als zu Beginn der Saison: „Wir mussten damals in 40 Tagen 20 Spiele absolvieren, da ist an reguläres Training nicht zu denken. Doch nun haben wir mehr Zeit zum Üben und der Erfolg stellt sich ein.“

Auch Panther-Coach Kennedy war trotz der verlorenen Punkte zufrieden: „Berlin ist ein sehr starkes Team und wir haben gut mitgehalten. Penaltyschießen ist immer auch Glücksache.“

Auf das Fehlen von Verteidiger Armstrong angesprochen, meinte Panther-Manager Wagner: „Er hat einen Schuss auf das Knie bekommen und wird uns sicher bis Weihnachten fehlen. Wie es aussieht, ist es ein Knorpelschaden, der auch sehr langwierig sein kann.“

Tore:

1:0 (13:33) Keller (Barta, Sutton)

1:1 (53:27) Walzer (Ustorf, Quint)

1:2 (60:00) Pederson (Penalty)

Schiedsrichter: Thomas Schurr


Strafen: Ingolstadt 14, Berlin 16


Zuschauer 4520