Berlin: Eisbären unterliegen Tabellenführer Hannover

Eisbären: Der Heimnimbus ist dahinEisbären: Der Heimnimbus ist dahin
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Im Spitzenspiel des Zweiten der DEL-Tabelle, den gastgebenden Eisbären Berlin und dem Spitzenreiter Hannover Scorpions behielten die Niedersachsen vor 14.200 Zuschauern in der ausverkauften o2 World mit 5:2 (1:2; 2:0; 2:0) die Oberhand und verteidigten so überraschend souverän den „Platz an der Sonne“.

Den Gästen von der Leine war das durch die nun schon wochenlange Tabellenführung gewachsene Selbstbewusstsein deutlich anzumerken. Der einstige DEL-Underdog ließ sich auch keineswegs aus der Ruhe bringen, als Florian Busch die Eisbären bereits in der 2. Spielminute in Führung schoss. In den bisherigen Zusammentreffen dieser Saison im Übrigen ein Novum. Denn bis zum Sonntagnachtmittag waren es zweimal die Scorpions, die jeweils zuerst trafen und am Ende ebenso oft als Sieger das Eis verließen. Die Hauptstädter gingen zunächst allerdings auch weit konzentrierter zu Werke, als das in den letzten vier Spielen der Fall war. In diesen hatten die Eisbären vor allem defensiv viele Fragen offen gelassen und sage und schreibe 18 Gegentore kassiert. Fehlerfrei blieben sie schon im ersten Drittel nicht. Bei Berliner Powerplay, zugleich allerdings angezeigter Strafe gegen die Eisbären, fanden die Hannoveraner dann noch vor Drittelende die Lücke zum 1:1 (18. Spielminute). Rainer Köttsdorfer überwand Rob Zepp im Tor der Hauptstädter. Das veranlasste die mitgereisten Scorpionsfans „…und so spielt man Unterzahl…“ anzustimmen. Hätten sie besser lassen sollen, da Andy Roach in derselben Minute für die immer noch in Überzahl spielenden Hausherren zur erneuten Führung traf – 2:1 (18.). „…und so spielt man Überzahl…“ konterte der Eisbären-Fanblock, der den letzten Lacher am Ende der sechzig Minuten aber nicht auf seiner Seite haben sollte.

Mit Wiederbeginn hütete statt Alexander Jung Nationalkeeper Dimitri Pätzold das Tor der Gäste. Die größeren Spielanteile hatten bis Mitte des zweiten Abschnitts weiter die Berliner, ohne jedoch Zählbares auf den Videowürfel zu bringen. Eine der guten Gelegenheiten zuvor nicht genutzt zu haben, rächte sich. Die Eisbären wurden rückfällig, ließen es beim 2:2 (34.) durch Sascha Goc an der nötigen Konsequenz in der Defensive fehlen. Goc wurde zwar „begleitet“, jedoch nicht entscheidend am Torschuss gehindert. Dass der Verteidiger wenig später im Powerplay den Tabellenführer mit seinem 18. Saisontor mit 3:2 (36.) in Führung bringen konnte, passte zum Spielverlauf ab Mitte der zweiten zwanzig Minuten. Vor allem aber passt es ins Bild, das die Eisbären seit einigen Spielen abgeben.

Im Schlussdrittel berannten die Eisbären das Tor der Scorpions, erarbeiteten sich etliche  Chancen, scheiterten aber entweder an Pätzold oder es fehlte schlichtweg das entscheidende Quäntchen Glück. Die Scorpions indessen taten, was sie ohnehin am besten können: Verteidigen. Dass sie es im Gegensatz zu vergangenen Tagen nicht mehr versäumen selbst oft genug in Gegners Kasten zu treffen, bringt ihnen heutzutage entsprechend reichlich Punkte und  Platz eins in der DEL ein. Solche wie die jüngsten drei in Berlin, die Sascha Goc per Treffer ins verwaiste Eisbärentor sicherstellte. Mit seinem Hattrick avancierte der Verteidigerhüne zugleich zum Spieler des Nachmittags. Für den Schlusspunkt sorgte Eric Schneider (60.), der ebenfalls ins immer noch leere Eisbärentor zum 5:2 Endstand traf.

„Wir haben einen Lauf. Und so spielen wir derzeit eben auch“, zog Scorpions-Chefcoach Hans Zach zufrieden sein Fazit. Sein Gegenüber Don Jackson brachte es mit den Worten auf den Punkt: „Wir sind derzeit auf keinem guten Weg. Einige unserer Spieler spielen derzeit nicht so gut, wie sie es müssten und haben daher einige Spieler der Scorpions, wie zum Beispiel Sascha Goc nie in Griff gekriegt. Wir müssen schleunigst etwas tun, um unseren alten Schwung wiederzufinden.“  (mac)

Eisbären Berlin – Hannover Scorpions 2:5 (2:1; 0:2; 0:2)

Tore: 1:0 (01:19) Busch – Walker/Pederson; 1:1 (17:36) Köttsdorfer – Brimanis SH1; 2:1 (17:54) Roach – Busch PP1; 2:2 (33:58) Goc, S. – Blank; 2:3 (35:50) Goc, S. – Vikingstad PP1; 2:4 (58:00) Goc, S. ENG; 2:5 (59:58) Schneider – Lambert  ENG

Schiedsrichter: Aumüller

Strafen: 12/14

Zuschauer: 14.200 (ausverkauft)

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