Benefiz-Spiel: Adler sorgen für bewegte Stunden

Klare Worte bei den AdlernKlare Worte bei den Adlern
Lesedauer: ca. 6 Minuten

"Sowas hat man lange nicht gesehn"- fürwahr das Lied passte gut beim

großen Benefiztag der Mannheimer Adler für die Deutsche Leukämie-Forschungshilfe.

Beste Stimmung, 7000 begeisterte Fans, Promis en masse und vor allem

natürlich die alten Spieler, jene Cracks, die den Namen der Adler erst

mit Glanz belebten. Eine riesengroße Party, die vor allem zwei Männern

zu verdanken ist: In erster Linie Adler-Marketing-Chef Dag Heydecker,

der unglaublich viel Zeit, Mühe und Beziehungen investiert hat, dann

natürlich Ex-Adler-Goalie Mike Rosati, der die Aktion "Rosys Kids

Corner" einst ins Leben rief und der unermüdlich trommelte bei alten

Weggefährten.

Schon mittags ist die Gästekabine gerammelt voll. Es ist ein bisschen

wie bei einem Klassentreffen: Am Vorabend war man gemeinsam aus, hat

sich stundenlang viel zu erzählen gehabt, fand kaum ins Bett, so schön

war es und jetzt ist man erneut beisammen und freut sich immer noch. Bei

jedem Neueintreffenden gibt es ein großes Hallo. Christian Pouget wird

in den Arm genommen, Jan Alston, der verletzt ist und nicht mitspielen

kann, aber trotzdem dabei sein will, immer wieder umringt, Christian

Lukes strahlt man an oder Dieter Kalt, den nicht jeder gleich erkennt

mit seinen langen Haaren. Mike Hudson ist gar, auf eigene Kosten

natürlich, aus Übersee angejettet, Ron Pasco ist gekommen, Mike Stevens,

natürlich Stephane Richer und Lance Nethery, die das Allstar-Team

coachen. Alexander Erdmann, Sven Valenti, Philip Schumacher, Mark Etz,

alles gute Namen aus Mannheimer Landen, verstärken die Mannschaft. Jason

Young hat es sich nicht nehmen lassen zu kommen wie viele andere. Vier

Goalies sind an Bord: Bibi Appel, Christian Künast, Pavel Cagas und

natürlich Hauptperson Mike Rosati, der den ganzen Tag über nur strahlt

vor Freude über dieses Spiel. Der Mike, das wissen sie in Mannheim sehr

genau, war immer ein Adler mit ganzem Herzen, gerade in heutigen Zeiten

wohl eher eine Seltenheit.

Alle sind sie gerne gekommen, sagt Martin Ullrich, für den es "immer

etwas besonderes ist, wieder hier zu sein." Auch Pavel Groß hat alles,

was nach der Auseinandersetzung mit Adler-Coach Bill Stewart mal

zwischen ihm und dem Publikum gestanden sein mag, längst ad acta gelegt.

"Wir waren eine so gute Truppe hier," erzählt Gross Hockeyweb, "das war

einfach eine wunderbare Zeit." Bibi Appel denkt ähnlich, "es ist

wunderbar die Leute wiederzusehen."Philippe Bozon: "Es fühlt sich an wie

vor vier Jahren, die alten Gesicht, das Stadion, die Fans. Wir hatten

damals die Art von Team, die man nicht oft findet. Da kommen viele

Erinnerungen wieder hoch. Für mich war es überhaupt keine Frage

hierherzukommen, als ich gefragt wurde." Aussagen, die stellvertretend

stehen für die Meinung der anderen. Auch für Ron Pasco ist klar, dass es

solch ein Team, wie man es in Mannheim einst hatte, selten geben kann.

Das waren die Zeiten, als sich die sportliche Leitung noch jeden

einzelnen Spieler vor der Verpflichtung genau ansah, als auch noch

Charakter zählte und nicht nur Talent, sagen viele an diesem Tag e den

alten Zeiten nachtrauernd.

Vor dem Spiel der alten gegen die neuen Adler wirbelt Stadionsprecher

"The Voice" Udo Scholz auf dem Eis, um all die Promis vorzustellen, die

beim ersten Spiel auftreten. Auch er hat seine Beziehungen spielen

lassen, viele Telefonate geführt und dabei etliche Leute an Land

gezogen. Die Liste ist lang, hier nur einige Auszüge jener, die sich in

den Dienst der guten Sache stellen: Miroslav Klose vom 1. FC

Kaiserslautern ist dabei, Premiere-Moderator Michi Leopold, der nie nein

sagt, wenn ihn die Adler um solch einen Gefallen bitten, Marcus Kuhl,

Sportmanager der Adler, der auch ein Tor schießt, die Fußballer und

Ex-Fußballer Axel Roos, Karl-Heinz Förster, Maurizio Gaudino,

Ex-Radfahrer Willi Altig,Dominik Domikovic von den Kröstis, der zur

Gaudi aller mehr aufs Eis getragen wird als dass er selber vorwärts

kommt. Die Frauen vertreten grandios Boxerin Silke Weickenmeier und

Motorradfahrerin Katja Pönsgen. Dass James Münch, Elias Vorlicek und

Bubu Malinowski besonders umjubelt werden, versteht sich eigentlich von

selbst. Auch Boxer Axel Schulz erhält großen Applaus. Er hat Geburtstag

und wird von Stadionverwalter Andy Moray mit einer Torte überrascht.Die

Schau stehlen den Promis aber die Kleinsten im Bunde: Die Söhne der

Eishockeyspieler Frankie Groleau, Mike Stevens, Devin Edgerton, Todd

Hlushko und Steve Junker. Die Dreikäsehochs sind nicht nur unglaublich

niedlich, sie spielen auch supergutes Eishockey, selbst, wenn sie noch

manchmal auf dem Hosenboden landen.

Ein weiterer Höhepunkt: Vier Söhne Mannheims schnallen die

Schlittschuhe an. Darunter Claus Eisenmann, der später geschafft, aber

glücklich im Kabinenbereich verkünden wird: "Ich hab drei Tore gemacht."

Respekt, Sohn Mannheims! Hoch rechnen die 7000 Fans den Söhnen Mannheims

an, dass sie sich in den Dienst der guten Sache stellen. Xavier Naidoo

zu Hockeyweb: "Ich bin froh, dass es diesmal geklappt hat. Zwei mal

vorher haben wir es leider nicht geschafft. Ich bin begeistert von der

Aktion für die Kinder. Ich finde es gut,wenn wir in Mannheim

zusammenhalten. Nächstes Jahr spiele ich vielleicht sogar mit, nachdem

ich festgestellt habe, wie viele andere auch nicht Schlittschuhlaufen

können." Die Söhne Mannheims spielen alte und neue Songs, darunter den

Titel, der erst jetzt herauskommt: "Mein Name ist Mensch."

Das Gänsehautgefühl geht nahtlos weiter, denn jetzt kommen die jungen

alten Stars aus den Adler-Reihen. Mike Rosati muss gleich die Welle

machen, der Italokanadier strahlt, Legende Harold Kreis ist natürlich

einer der ganz Großen auf diesem Eis, ihren Harry lieben sie heiß und

innig. Jeder einzelne - und es mögen an die 30 sein - wird herzlich mit

Sprechchören begrüßt. "The boys are back in town", legt dazu DJ Tim auf.

Schieri Peter Slapke, verehrt von den Fans, kann nicht kommen, er hatte

einen Autounfall, spontan hat Wolfgan Hellwig zugesagt, Riesenapplaus

ist ihm sicher. Er lässt das Spiel laufen und es ist gleich klar, auf

wessen Seite die Fans sind: Auf die der Blauen, dort, wo ihre alten

Lieblinge mitkämpfen. Die legen auch gleich richtig los, überwinden

Richard Shulmistra und später Danny aus den Birken, der übrigens dennoch

eine glänzende Figur macht. 12:6 steht es am Ende, doch was sagt schon

ein Ergebnis in einem solchen Spiel. Wenngleich es bisweilen doch mehr

zu sein scheint als eine rein freundschaftliche Begegnung: "Seht Ihr

Adler, so wird es gemacht", rufen die Leute und der Coach des jetzigen

Teams, Bill Stewart, muss sogar Pfiffe einstecken. Nein, in Mannheim ist

man längst nicht mehr nur in spaßiger Laune, wenn es um den Ist-Zustand

geht und so wird auch immer häufiger diskutiert, woran es liegen kann,

dass Eishockey nicht mehr so viel Spaß macht wie früher, wer Teams

zusammenstellt, wie es in Zukunft sein könnte.

Doch dann überwiegt wieder die Freude über diesen grandiosen Tag.

Lance Nethery spritzt Wasser auf die Spieler, Harold Kreis stützt sich

auf einen Pinguin der Laufschule, der Schiedsrichter zieht Danny aus den

Birken einfach das Tor ein paar Meter weit weg. Die Jungadler im

Jetzt-Adler-Team schlagen sich übrigens sehr gut, man merkt, dass ihnen

die deutsche Eishockey-Zukunft gehört.

Richtig ans Herz geht dann der Abschluss des Tages, wenn die Kinder

der Klinik auf einem Transparent allen danken, wenn Dag Heydecker sich

freut, einen Scheck über 81 000 Euro an Mike Rosati übergeben zu können.

Der reicht ihn mit großer Freude und Bewegung weiter an Martin Stachniss

von der Deutschen Leukämie Hilfe. Stachniss ist begeistert von dem

Engagement alles, bei den ersten drei Spielen kamen insgesamt 184 000

Euro zusammen, jetzt bei einem 81 000. Ordner fahren ein krankes Kind im

Rollstuhl auf die Eisfläche, der Schiedsrichter schiebt es vorbei an all

den Cracks, die Spalier stehen. Bewegende Momente, die jeden im Rund

anrühren. (Angelika von Bülow)


Du willst die wichtigsten DEL-News, Spielpläne und Live-Daten direkt auf Deinem Smartphone? Dann hole Dir die Hockeyweb-App mit Push-Nachrichten für die wichtigsten News Deiner Lieblings-Sportart. Erhältlich im App-Store für Apple​  und Android​.
Kanadier kommt aus Bozen
Mathew Maione schließt sich den Bietigheim Steelers an

​Vom HC Bozen aus der multinationalen ICEHL (ehemals EBEL) wechselt der kanadische Verteidiger Mathew Maione zu den Bietigheim Steelers. Der 31-Jährige ist somit der...

"Zwei sehr große Talente"
Eisbären Berlin verpflichten Nikita Quapp und Marcel Barinka

Die Eisbären Berlin können die Verpflichtung von zwei weiteren Neuzugängen bestätigen. Torhüter Nikita Quapp wechselt von den Krefeld Pinguinen nach Berlin. Darüber ...

Kanadier spielte zuletzt in der SHL
Verteidiger Nolan Zajac schließt sich den Grizzlys Wolfsburg an

Die Grizzlys Wolfsburg sind auf der Suche nach einem neuen Verteidiger fündig geworden. Der 29-jährige Kanadier Nolan Zajac, zuletzt in der SHL bei Timra IK unter Ve...

Angreifer kommt von den Grizzlys Wolfsburg
EHC Red Bull München holt Chris DeSousa

Der dreimalige deutsche Meister Red Bull München hat Chris DeSousa unter Vertrag genommen. Der 31 Jahre alte Stürmer wechselt vom Liga-Konkurrenten Grizzlys Wolfsbur...

„Spieler mit unglaublich vielen Facetten und Qualitäten“
Sena Acolatse verlängert bei den Iserlohn Roosters

​Die Iserlohn Roosters haben den Vertrag mit ihrem Verteidiger Sena Acolatse um ein Jahr verlängert. Der 31-Jährige war vor der vergangenen Spielzeit aus Straubing a...

Meister holt Duo aus Wolfsburg
Eisbären Berlin verpflichten Julian Melchiori und Jan Nijenhuis

Die Eisbären Berlin haben Verteidiger Julian Melchiori und Stürmer Jan Nijenhuis verpflichtet. Beide Spieler standen in der abgelaufenen Saison bei den Grizzlys Wolf...

Angreifer kommt von den Eisbären Berlin
Mark Zengerle wechselt zu den Straubing Tigers

Die Straubing Tigers können heute die Verpflichtung eines Neuzugangs für die kommende Spielzeit bekanntgeben: Der gebürtige US-Amerikaner mit deutschem Pass wechselt...

Deutsch-Kanadier kam vor der letzten Saison aus der Oberliga
Guillaume Naud bleibt bei den Bietigheim Steelers

Die Bietigheim Steelers haben den Vertrag mit Guillaume Naud verlängert. Der Deutsch-Kanadier agierte als Allrounder und war ein wertvoller Bestandteil der Vorjahres...