Bandencheck: Die Hockeyweb-Kolumne von Alexander Brandt

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Skandal! Schweinerei! Wettbewerbsverzerrung! Ich habe das Geheule noch im Kopf, das durch Eishockey-Deutschland waberte, als Duisburg, Augsburg und Straubing Spieler abgaben, weil in der Saison nichts mehr zu verlieren war. Ein Imageschaden sei für die Liga entstanden, durfte ich lesen. Und nun? Augsburg schlägt Mannheim, Duisburg schlägt Hamburg, Straubing gewinnt in Ingolstadt.  Hätten sie mit den abgegeben Spielern wohl noch höher gewonnen? Oder worin sonst liegt die Wettbewerbsverzerrung? Ein klarer Vorteil für jene Teams, die an den letzten Spieltagen auf diese drei Gegner treffen würden, las ich. Völliger Blödsinn, die gescholtenen Klubs haben eine klare Antwort gegeben. Da man sie jeglicher Abstiegssorgen befreit hat, spielen sie nun just for Fun mit und haben Erfolg. Es lebe die Spaßgesellschaft. Ohne Druck spielen wir besser, bald werden die ersten DEL-Manager vorschlagen, die Meisterschaft abzuschaffen. Planungssicherheit und kein Druck, was will man mehr?

Druck ist allerdings ein merkwürdiges Phänomen in der DEL, denn die schwachen Teams werden ohne Druck stärker, die starken werden schwächer. Und die mittleren variieren. Hä, was will der Brandt uns da unterjubeln? Gemach, kann ich alles belegen. Beispiel Straubing: Jedes Spiel ist für die eine Art Volksfest, es gibt nichts zu verlieren. Man hat ein paar faule Äpfel aus dem Korb entfernt, der Rest hat Spaß am Eishockey spielen, deswegen nennt man sie ja auch Spieler. Für Augsburg und Duisburg ist es nicht ganz so, denn sie haben im Gegensatz zu Straubing eine Fan-Basis, die mehr erwartet. Folglich werden sie auch ein wenig durch Wiedergutmachungsgedanken beflügelt.

Auf der anderen Seite der Tabelle haben wir mit Ingolstadt, Düsseldorf und Köln drei Klubs, die monatelang sicher unter den Top Sechs standen und dann plötzlich ins Straucheln gerieten. Düsseldorf hat das schnell in den Griff bekommen, Köln brauchte etwas länger und Ingolstadt hat die Kurve noch nicht gekriegt. Diese drei Teams wurden schlechter, als der Druck weg war. Von Hurra-Stil wie bei den Kellerkindern keine Spur. Warum? Weil bei ihnen der sportliche Druck weg war, der Erwartungsdruck hingegen immer groß ist. Wenn zum Beispiel in Köln mal die Eismaschine zu weit links fährt, fordern am nächsten Tag mindestens drei Zeitungen die Notsprengung der Kölnarena.  Wenn in Düsseldorf einfach nur gewonnen wird, ohne den Gegner gleich an die Wand zu spielen, bleiben sofort dreitausend Zuschauer zuhause und jammern, weil die Brehmstrasse nicht mehr da ist. Als wenn sie da überhaupt hingegangen wären.

Und die dritte Variante? Beispiel Iserlohn: Als sie um die Weihnachtszeit ihren Play-off-Platz verteidigen konnten, versagten die Roosters kläglich. Doch seit sie eigentlich keine Chance mehr haben, gewinnen sie plötzlich wieder. Weil der Druck weg ist? Jetzt stehen sie plötzlich auf dem Sprung in die Pre-Play-offs, haben folglich wieder Druck. Wie werden sie jetzt spielen? Werden sie ab dem kommenden Wochenende wieder schlechter?

Es gibt immerhin ein Team in der DEL, das völlig immun gegen Druck von aussen zu sein scheint: Mannheim. Warum dies? Vermutlich, weil sie genug Druck von innen haben. Bei dem riesigen Kader der Mannheimer ist jeder Spieler Woche für Woche damit beschäftigt, überhaupt im Team zu bleiben. Interessant wird es mit Mannheim erst in den Play-offs, weil jeder den Titel erwartet. Bis dahin gilt für die Adler, was Hans Zach mal gesagt hat: „Druck haben wir nur auf der Toilette.“

Gruß vom ohne Druck frei aufschreibenden Alexander Brandt


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